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Veraͤnderungen zum Wohl des Ganzen viel ausgerichtet sey,
so kamen die schoͤnen und boͤsen Tage, die Tage bei Breitenfeld,
Luͤtzen und Noͤrdlingen, so schnell auf einander, daß man
von den reizendsten Hoffnungen, die man sich auch staͤndischer
Seits schon ausgemalt hatte, *) fast bis zur muthlosesten
Verzweiflung hinab geschleudert wurde.
Der junge Herzog mußte flüchtig werden, und vier Jahre
lang emigrantenartig sich umhertreiben. Auch selbst die Comitc-Herren,
die ihrer theuren Pflicht als Landes-Repräsentanten
treu bleiben sollten, flüchteten sich hinweg aus dem Lande
nach Straßburg, indeß noch mehrere der fürstlichen Räthe da
blieben. Doch kein Wunder, daß auch jene sich hinweg machten,
sie hatten gar zu laut Theil gelommen.
Schon seit vier, fünf Jahren war kein wichtiger Schluß
in Staatssachen gefaßt worden, den nicht auch sie, noch ehe
er zur Vollziehung kam, feierlich und laut gebilligt hatten.
Wie damals das ganze deutsche Staatsrecht im Gedränge der
Noth und unter dem wilden Faktionengetreibe aus allen seinen
Geleisen gewichen war, so ging'é noch weit mehr bei dem
Territorial-Staatsrechte einzelner deutschen Länder. Nichts
ward mehr nach Recht, Alles nur nach Zeiten und Umständen
berechnet. Die verständigsten Männer schienen der ersien und
kundbarsten Staatsberhältnisse vergessen zu haben, und selbst
der Vicekanzler Löfler ließ den ständischen Ausschuß an manchen
der wichtigsien Regierungs-Angelegenheiten Theil nehmen,
wo ihm gewiß keine Theilnehmung zukam. Die Geheimen
*) Man wollte die im Lande liegenden Güter der katholischen
Geistlichkeit, überhaupt was an Herrschaften, Klöstern und anderen
geistlichen Gütern summt zugehörigen Dorfschaften bisher
bloß occupirt worden, jetzt dem Lande einverleibt wilsen. (Siehe
Landtags-Abschied von 1653 in Corp. Compactalorum, S. 489.)