II. Der Weltkrieg.
Zur Einleitung. Zuwei riesige Wetterwolken
hatten sich seit Jahren am europäischen
immel aufgetürmt, und ihre Ladung war immer
stärker, die Spannung immer größer geworden,
o daß wir uns viel weniger darüber wunderten,
daß das Donnerwetter im Juli 1914 losbrach als
darüber, daß es die politischen Wettermacher so lange
hatten hintanhalten können. (Wir, sagte ich; daei
sind die Braven, deren Betrachtungen und Klagen
am Anfang und seitdem nach der Melodie gingen
aunter uns christlichen Kulturmenschen sollte so
etwas nicht mehr möglich sein“ wie billig, nicht
eingeschlossen). Seitdem haben wir den Krieg mit all
einen Schrecken und seiner tiefen Not und mit einer
Aussicht, die noch schrecklicher ist als die Gegenwart.
Wer hat diesen Krieg gewollt und hat mit Be—
wußtsein und Hochdruck auf denselben hingearbeitet?
nd wer hat, als die Spannung vielleicht ohne und
gegen seinen Willen hoch genug geworden war,
mit Wissen und Willen die Entladung herbeigeführt?
Aber ist es die Aufgabe des Bürgers eines neutralen
Staate, diese Doppelfrage öffentlich zu beantworten?
Wird er nicht, über diese schwierigen Dinge
urteilend, in jedem Fall die MNeutralität verletzen?
st darum nicht Schweigen unste erste Bürgerpflicht?
Gewiß nicht! Denn es kann nie unsere erste
Bürgerpflicht sein, aus „Klugheit" und „Vorsicht“