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Redensart: nur gar selten, zu allen heiligen zeiten
einmal Rosegger Waldheim. 1, 32; der herr ist in
seinem heiligen tempel Ps. 11, 4; gen Jerusalem in die
heilige stad Neh. 11, 1; die heilige schrift Jer. 8, 8;
die heilig erd und das globte land Brant Narreusch.
99, 162; den tag der heiligsten geburt (Christi) Gellert
2, 155; in heilgen mauern (Klostermanern) Schiller
Karl. 2, 8; das heilge 61 Jungfr. 3, 4, u. a.; auch auf
Heidnisches übertragen: heilige stätten der alten Griechen;
heilig gebusch, /ccs Stieler; — als Subst.
der, die heilige: auf die zukunft unsers herrn Jhesu
Christi sampt allen seinen heiligen 1. Thess. 3, 13;
unsere apostel und heiligen Seume Spaz. 1, 27; ihre
Reliquien, Stifte, Bilder, Grabstätten: bei den heiligen
schwören, zu einem heiligen wallfahrten; zZieht ein
gebetbuch hervor und gibt dem buben einen heiligen
Goethe Götz 1; in freier und bildlicher Anwendung:
das mädchen ist eine heilige Schiller Kab. 5, 8; ein
Wunderlicher heiliger, scherzhafte Bezeichnung eines seltsamen
Menschen: sein voriger herr, der ein wunderlicher
heiliger gewesen sein mochte Schiller 4, 274;
von einem, der ein lockeres Leben führt, heißt es er ist
kein heiliger; bei allen euren gräueln seid ihr noch
ein heiliger gegen den vatermörder Räub. 5, 1. 2) in
weiterem Sinne, von Personen, die in ihrem Wandel
unsträflich fromm sind: das er (Johannes) ein fromer
und heiliger man war Marc. 6, 20; ein bischof sol
untaddelich sein, gerecht, beilig, keusch Tit. 1, 8;
du bist ein heilig, gottfürchtig weib Judith 8, 24;
heilig wunderbares mädchen Schiller Jungfr. 1, 10;
baher heilig leben, wandeln, einen heiligen wandel
führen; auch von bloß Scheinheiligen: beim himmel,
diese heilige empfündet! Schiller Karl. 2, 9; eine
heilige miene machen, beilig thun; — von Allem,
was mit Scheu und Ehrfurcht betrachtet und genannt
wird: heilige rechte auf jemand haben; sein heiliges
wort geben, einen heiligen eid schwören; der heilige
bund, die heilige allianz; er schwur bei allem, was
heilig und hehr Bürger des Pfarrers Tochter v. Taubenhain;
susze heilige natur Stolberg 1, 113; die seelen
derer . die ich zerschmetterte im heiligen schlaf
Schiller Räub. 5, 2; warf den heiligen becher binunter
in die fluth Gocthe Faust 1; betrachtete die
gegenstände . mit heiliger schen Keller Werke
, 284; ihr musztet schlieszlich über die ganze heilige
kunst den stab brechen CF Meyer Jenatsch 120; das
heilige römische reich, Nachbildung des lat. sacrum
imperium romanm; einem ist etwas heilig, er hält
etwas heilig; das vaterland hoch und heilig halten
Lohenstein Arm. 1, 717; in dem was mir hoch und
heilig ist CF Meyer Jenatsch 105; heilig achten wir
die geister Uhland 40; adverbial: ich fühle mich
feierlich, ich möchte sagen heilig bewegt Hauff
10, 113; etwas heilig beschwören, versichern, versprechen;
(er) betheuerte heilig, der zustimmung des
Wiener hofes gewisz zu sein Treitschke 2, 137; von
da aus in die Bed. unverbrüchlich, ganz gewiß, übergreifend:
da lies ein blättgen, und sende mirs heilig
wieder der junge Goethe 3, 45. In Benennungen von
Knochen, Tieren, Pflanzen, Krankheiten: das heilige
bein, ein Teil des menschlichen Beckens; heiliger fisch,
aus der Gattung der Lippfische; heilig heu. Luzerne,
heilige pflanze, Cypressenkraut, heilig holz, Franzosenpolz
das heilige ding, ein Karbunkelgeschwür, auch
otlauf, Rose. 3) heilig, als Subst. Neutr., der Lobgesang
sanctus (nach Jes. 6, 3): das heilig singen. —
Zusammensetzungen mit dem substantivisch gebrauchten
der heilige: Hetligenbild, n. Bildnis cines Heiligen:
sein (des Himmels) leuchten will die erde zieren, wie
glorienglanz ein heilgenbild Freiligrath 1, 8. —
Heiligenfest, n. Fest eines oder mehrerer Heiligen. —
Heiligengeschichte, f. Legende. — Heiligenmaske, f. Maske
Heiligenbild — Heiligenmaske.
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eines Heiligen: der teufel, der in mir steckt, kann nur
in heiligenmaske inkognito bleiben Schiller Fiesko
2, 14. — Heiligenschein, m. Schein um das Haupt
eines Heiligen, Nimbus, Aureole. — Heiligenschrein, m.
Schrein in dem Reliquien von Heiligen aufbewahrt werden.
— Heiligenverehrung, f. Verehrung von Heiligen.
Heiligen, geulie machen und halten, ahd. heilagön,
mhd. heilegen; 1) in kirchlichem Sinne und in der
Spr. der Bibel, von Gott und göttlichen Dingen: heiliget
aber gott den herrn in ewrem herzen 1. Petr. 3, 15;
dein name werde geheiliget Matth. 6, 9#; gedenke des
sabbaths tages, das du jn heiligest 2. Mos. 20, 8; von
einem Opfer, = weihen: heilige mir alle erstgeburt
2. Mos. 13, 2; von Menschen, sich Gott hingeben: stehe
auf und heilige das volk, und sprich, heiliget euch
auf morgen Josua 7, 13; sich gott heiligen, geistlich
werden; Gott heiligt menschen, macht sie heilig und
sich eigen Joh. 17, 17. 1. Thess. 5, 23; — einsegnen: auf
der gränze heiligt ein priester unsre liebe Iffland
Bewußtsein 5, 9. 2) im weiteren Sinne (vol. heilig 2)
— weihen: der jungling, der sein ganzes leben dir
und der lächelnden weisheit heiligt Stolberg 1, 3;
die fromme schnspflicht heiligt meine waften Schiller
Jungfr. 2, 2; als heilig erscheinen lassen: der zweck
heiligt die mittel. Z„
Heiligkeit, k. Eigenschaft, Zustand, Persönlichkeit
eines Heiligen, ahd. heilicheit, mhd. heilecheit, heilekeit;
sancizas, heiligkeit, heilikeit Dief.; jr heiligen
lobsinget dem herrn, danket und preiset seine heiligkeit
Ps. 30, 5; (Gottes Mutter) ist voll heiligkeit
Opitz 3, 199; (daß wir) jm dieneten .. in heiligkeit
und gerechtigkeit Luc. 1, 75; der weg zur heiligkeit
Hebr. 9, 8; ist im geruche der beiligkeit gestorben
CFMeyer Jenatsch 130; heiligkeit als Titel des
Papstes; von Orten, Thaten, Sitten, Gefühlen: die
heiligkeit dieser stätte, des eides, versprechens, der
liche, ehe, u. s. w.; — Scheinheiligkeit: eines königs
schlaue heiligkeit Schiller 5,21; — in älterer Spr.
auch — heiliger Gegenstand, Reliquien u. ähnl.: daz
hailig öl und die andern hailichait Megenberg 336, 20;
das sacrament und ander heiligkeit D. Städtechr. 2, 221.
— Heiligtum, n., ahd. heilictuom, mhd. heilectuom, heiliger
Stand oder Zustand: (es war) der unschuld heiligthum
gepflanzt der scele ein Lohenstein geistl. Gedanken
48; von Trägern ciner heiligen Würde: die
priester und leviten sind heiligthum 2. Chron. 23, 6;
— heiliger Ort: Jerusalem, da dein heiligthum ist
Sir. 36, 15; ins beiligthum nicht gehn Klopstock
7, 70; in der göttin stilles heiligttum Goethe Iphig.
1, 1; auch frei: bis zu der schönheit stillem heiligthume
Uhland 132; heiliger Gegenstand: jr solt das
Heiligenschein — heilsam.
eiligthum nicht den hunden geben Matth. 7, 6; die
heiligthumer einer kirche; etwas achten. aufbeben wie
ein heiligthum; besonders Reliqnien; als Sammelbegriff:
guldenes creuzlein mit heiligthum gesullt
Simpl. 3, 279. — Heiligung, f. das Heiligmachen und
Heilighalten, mhd. heiligunge: heiligung, helligmachung,
weihung, sanctiificat'o, consecratfo, s#cratso Frisch;
in der Bibelspr. Befreiung von Sünde und Leben in
Gott: das ist der wille gottes, ewer heiligung 1. Thess.
4, 3; gott hat uns nicht berufen zur unreinigkeit, sonudern
zur heiligung 7; danach: du wirst die kraft zur
heiligung mir schenken Gellert 2, 133; sonst auch
das Achten und Behandeln als heilig: heiligung des
sonntags.
Heilsam, Heil bringend, heilend, ahd. heilesam, mhd.
heilsam: salataris heilsam Dief.; in älterer Spr.
mannigfacher verwendet, als jetzt: ein treuer werber
ist heilsam Spr. Sal. 13, 17; die zunge der weisen ist
heilsam 12, 18; den heilsamen kelch Ps. 116, 13; lere
mich hbeilsame sitten und erkentnis 119, 66; bei den
heilsamen worten unseres herrn Jhesu Christi 1. Tim.