Full text : Gesetzsammlung für das Fürstenthum Schwarzburg-Rudolstadt. Fünfundsiebzigster Jahrgang. 1914. (75)

1914  91

in  allen  Fällen,  in  denen  Grundbesitz,  der  unbebaut  oder  mit  anderen  Gebäuden
  als  Wohngebänden  bebant  ist,  zu  einem  Preise  von  nicht  mehr  als
1200  ¼  veräußert  worden  ist;
beim  Erwerbe  von  Todes  wegen  im  Sinne  der  §8  1  bis  4  des  Erbschaftssteuergesetzes
  vom  3.  Juni  1906  (R.G.Bl.  S.  654);
in  allen  Fällen  des  Art.  3  Ziff.  2  bis  9  des  Gesetzes  vom  26.  März  1914;
5.  in  allen  Fällen,  in  denen  der  Landesfürst,  die  Landesfürstin,  das  Reich,
der  Staatsfiskus,  das  Hausfideikommißvermögen  (Kammergut),  die  Gemeinde,
in  deren  Bereiche  das  Grundstück  sich  befindet,  oder  eine  im  Fürstentume
bestehende  Vereinigung  der  im  §  30  Ziff.  4  des  Zuwachssteuergesetzes  vom
14.  Febrnar  1911  bezeichneten  Art  der  Veränßerer  ist.

Die  im  Fürstentume  bestehenden  Vereinigungen  der  im  §  30  Zif.  4
des  Zuwachssteuergesebes  bezeichneten  Art  werden  den  Amtsgerichten  durch
das  Ministerium  bekannt  gegeben  werden.

*  4.
Eine  Mitteilung  von  Übereignungsanzeigen  sindet  jedoch  immer  statt:
l  wenn  es  in  den  Fällen  des  §  3  Ziff.  1  und  2  den  Amtsgerichten  bekannt
ist,  daß  der  Veränßerer  oder  sein  Ehegatte  den  Grundstückshandel  gewerbsmäßig
  im  Sinne  der  Befreiungsvorschrift  Nr.  1  Abs.  2  am  Schlusse  der
Tarifnummer  11  des  Reichsstempelgesetzes  vom  3.  Juli  1913  (R.G.  Bl.  S.  639)
betreibt;
wenn  von  bebautem  Grundbesib  ein  unbebauter  Teil  zum  Preise  von
mehr  als  1200  /  veräußert  worden  ist;
beim  Erwerb  auf  Grund  einer  Schenkung  unter  Lebenden  im  Sinne  des
§5  55  des  Erbschaftssteuergesetzes  vom  3.  Juni  1906  (N.G.Bl.  S.  654).
In  Zweifelsfällen  hat  die  Mitteilung  einer  übereignungsanzeige  siets  zu  erfolgen.

to

—RT

—

##

Die  Amtsgerichte  haben  als  Registergerichte  von  allen  Eintragungen  in  das
Handels=  und  Genossenschaftsregister  und  von  Einreichungen  zum  Handelsregister,
soweit  sie  in  Verfolg  eines  steuerpflichtigen  Rechtsvorganges  vorgenommen  werden,
der  zuständigen  Stenerbehörde  Mitteilung  zu  machen.

Die  Amtsgerichte  haben  ferner  am  Schluß  eines  jeden  Kalenderjahrs  der
Steuerbehörde  die  in  dem  Jahre  etwa  zu  ihrer  Kenntnis  gelangten  Fälle  mitzu-16%