Volltext : Gesetz-Sammlung für die Königlich Preußischen Staaten. 1822. (13)


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anderen  Wörtern  hat  schon  die  franzöfische  Sprache  die  Verdoppelung,  z.  B.
Etikette,  Korvette,  Lorgnette,  Stafette,  Kotelett.

3.  Umgekehrt  hat  der  deutsche  Gebrauch,  den  Konsonanten  nur  nach
betontem  Vokal  zu  verdoppeln,  bisweilen  den  Ausfall  eines  Konsonanten
veranlaßt,  z.  B.  Bajonett,  Barett,  Fourage,  honett,  Karbonade,  Perücke,
Pionier,  Pomade.

VIII.  über  die  Silbenbrechung.

§   26.       Mehrsilbige  Wörter,  welche  man  über  zwei  Zeilen  zu  verteilen
  gezwungen  ist,  trennt  man  im  allgemeinen  nach  Sprechsilben,
  d.  h.  so,  wie  sie  sich  beim  langsamen  Sprechen  von  selbst
zerlegen,  z.  B.  Für-sten-schloß,  Be-zie-hung,  Ge=stalt,  Ge=spinst,
Ge=schwulst.

Im  einzelnen  ist  folgendes  zu  bemerken:

1.  Auslautende  Konsonanten  müssen  auf  der  ersten  Zeile
stehen,  z.  B.  Lang=sam=keit,  Haus=thür,  Rös=chen.

Demnach  werden  zusammengesetzte  Wörter  nach  ihren  Bestandteilen
  zerlegt,  auch  wenn  diese  Teilung  der  Aussprache  nicht
gemäß  ist,  z.  B.  war=um,  dar=um,  vor=aus,  dar=aus,  her=ein,
hin=ein,  be=ob=achten,  auf=er=stehen,  voll=enden,  Inter=esse,  Atmosphäre,
  Mikro=skop,  Di=stink=tion,  Di=stichon;  aber  Dis=pens,  disputieren,
  Dis=position.

2.  Wenn  ein  Konsonant  im  Inlaut  steht,  so  kommt  er
auf  die  zweite  Zeile,  z.  B.  tre=ten,  la=sen,  nä=hen,  bü=ßen.

Auch  ch,  sch,  ph,  th  bezeichnen  nur  einen  Laut;  daher
Bräusche,  laschen,  lö=schen,  Ma=thilde,  Or=tho=gra=phie.  Ebenso
dt  in  Stä=dte,  Ver=wan=dte.

3.  Wenn  mehrere  Konsonanten  im  Inlaut  stehen,  so
kommt  der  letzte  auf  die  zweite  Zeile,  z.  B.  här=ter,  Las=ten
(auch  Las=ten),  Was=ser  (auch  Was=ser),  Knos=pe  (auch  Knos=pe),
ha=-ken  (ck  wird  in  kk  aufgelöst),  klop=fen,  krat=zen,  Ach=sel,
An=ker,  Fin=ger,  Hoffnun=gen.

Die  Doppelkonsonanten  x  und  z  treten  immer  auf  die
zweite  Zeile,  z.  B.  He=re,  rei=zen,  rit=zen.  Ebenso  pf  nach
vorhergehendem  r  und  m  der  Aussprache  gemäß;  also  däm=pfen,
em=pfinden,  Kar=pfen.