Nummer 126
Ausweiskarte statt. Zur Abgabe gelangen für
jede Karte 11 Pfund und zwar 1 Pfd. Graupen
und 1. PPfo. Grieß und Hafernährmittel
zum Preise- von 50 Pfg. Oas Geld ist abgezählt
bereitzuhalten. Die e Naufsxeit ist von
8 vi 12 Uhr und 2 Di# 6 Uh
Derein „Maria S ienae-. Zur gestrigen
#enenan janden sich ziemlich viel
Mitglieder ein. Zunäck #t wurde das Programm
des Fronleid, namstages besprochen. Allem voran
ergeht ein ernster und warmer Aufruf, möglichst
vollzählig an der Prozession teilzunehmen.
Nicht alseits flellen „ da so schön Geligenheit geboten
ist, unsern Golt zu ehren; es ist ja unsere
Ehre! Am Donnc#stag-Nachmittag kommen
die Mitglieder zu ihrem herkömmlich#en Auoflus
mit Abjahrt nackh Nibling und Wanderung
Feile brl1 Liteldors- Eine lb. Mitschwester,
Frl. Hedwig Maier. nahm in der Versammtung
Mchig vom Verein und geht
nach Traunitein. Der Verein anerlennt, herzlich
dankend, ihre ftille:. treue Mitarbeit; Maria
Stella erhelle flets ilren Lebenspsad. Einige
frohe Lieder sangen neue Freude ins Grmul
und schlossen die Versammlung.
*
Allgemeine Bitte und Belehrung.
Wenn im Frühsahre die Natur ihren grünen
Teppich mit loilbaren Biumen der verschiedenen
Farben so nunderbar schmückt und die
Bäume und Gesträuche sich mit frischem Grün
belauben, alles ###s zur Freude und Lust#der
Najurireunde, dann leginnt auch sckon dir so
ehr unter den Menschen rerkreitete Unsiuen
Lau und Blumen in Buichein nicht eiwa bios zu
sammeln, und das Heim des Hauses auf Tisch
und Fenster z. zieren, aler auch leider Gotles zu
pftücken, um sodann in ruchloserweise auf öffentlichen
Wegen, Straßen. Sögzen und 2 läen leichtsinnig
wegiurenen zu zerireten und so die wunderbare
Gale Gotses gedamenler in rernichten.
Auch mit Getirridelalmen uno den Aehren wird
vit n#cht ander# rerfalren. Oas im dock ein llarer
Beweis roher, unkändiger und niederer Sinnerart,
jedoch nickt bies bes verderbten Kindes-Wirverstandes,
sondern —8 vieler erwachsenen
gedankenlosen Menichen. Den #artange#egten und
jeinbesaiteten Me: PlvrW ô„ ru, denen der liebe
Gott ein 4cc# Gemüt und eolen Verftand gegeren,
tut das solchermaßen verab chenungwirdige
Gerahren im tiessten Jmern. weh! Hier
lann mit Ersolg nor wale läfsfi
Erzieber d. i. 15
zu Seit *ê“5½ gen u. 3 Fint dichen,
Lehrer und auch der Beh eren mit Strenge entgegemreten.
Es werden deshalb diese —**
rischen Faltoren berilich geLeten, im Interesse
der allgemeinen Woh lanftändigleit und guten
Sitle, mit Nachdruck darauf zu oringen, daß
doch hier Eindalt gebeelen w. erde das er: zeieherische
Moment der Sitte. Scham und Ehrbarte it wach
bleibe und der Goltesnatur mit Liebe und
Freundlichleit begennet wmerde. Das wäre der
erhoffte Gsekt walrer Menschenwürde!
□-Abgabe
getragener Kleidungsflücke.
Es ist Deule raterlänoische Pflickt, entbehrliche
Kle idungestücke an die Alllicidersielien abzuliesern.
Em feder sollte unter seinen Besländen Muherung
halten uno alleo, was er nicht notwendig
Vraucht, der Aligereinhe et zuganglick machen.
Es ist heute wirklich nicht angeracht. ülerflussie
Kleider in den Schränten oder aur den Voden
bängen eu lassen, während andere - ollegenosien
encicht Mangel an diesen Gegenstänoen leiden.
Vor allem lammen einfache Stofje in Frag. die
iich für Leute eignen, die in praktischen S Verufen.
lätig sind. Ferner lommen Kinderkleiger in Betracht.
Oft werden diese nur deshalb zum alten
Eisen geworfen, weil die Kleinen aus ihnen
Mutwillen. Ach, Julie, du mein Weib, welch
eine wonnigc. himmiische Zeu liegt vor uns“
So immirb der Varon, und " er nur
einmal in einem Zauberipicgel ihr ipontisches
Vacheln. ihre zornige Ungeduld sehen können;
so würde er gemiß ernuchtert worden sein
Aber Julie wollte auch nichl, daß Drmgard
ceiwas von dieser wachsenden Un zufriedenheit
merkte,. Irmgard sollie sich ja ärgern über
dieses oslentativ zur Schau getragene Glück.
Wie schade. daß der Baron solch eine
Wunberelume, war!
· sorcchtnachJulxcchnng
wesen. Bt mit kostbaren Geschenten vor
ihrer Stieitochter prehlen zu können, aber #e
fügte sich, weil sie in Liebenan einen Charakter
respektierte; sic wagte nicht, ihn zu reizen., jetzt
wenigstens noch nicht. Hatie sic sich seiner
Mitionen erst versichert, dann war das ctwas
ander
Se- lag auf dem Sofa und las in einem französischen
Buche, als Minna ihr einen Herrn
meldete.
„Ist es Baron Liebenau?“ fragte Julie
freudig überrascht, weil sie glaubte, die Sehn-Hurh
d. "55 den festen Willen des Barons endli
r Itin es in ein Fremder, er will seinen
Nomen nicht nen
16 .So führen Sit ihn hereln.-Julie
richtete sich lässig aus ihrer bequemen
Lage aul. „Viellelcht eine Rei isebetannischaft!
Wer mochte sie in dlesem Wersteck entdeckt
en
Neuglerig schaute sie nach der halbgeöffneten
Tür, 77s6 sie aber in das lachende Gesicht des
Mannes sah, der jett langlsam auf sie aukom
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Donnerstag, 7. Junl 1912
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Die mutmaßliene, neue Aleslirontle
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herausgemachsen sino. Derarlige Stäcke lasien
sich immer noch rerwenden. In vielen Küllen int
er lediglich Bequemlickteit, die manhe danon
abhäll, den Weg nach der AltkleiceCine#an#
zutrelen. Unter den heutigen Verhällninen steilen
getragene Kleidungsstücke einen wirtschaftlichen
Wert dar. auf den unsere Kriegswirtschaft nicht
rerzichten jann. Wer sir in dieser Oirsicht jördert.
trägt in bescheidener Weise dazu bei, das
Vaterland in dem wirtschaftlichen Verteidigungskrieg,
der ihm von den Feinden aufgefwungen
wird, zu stützen.
Beurianbung und Smückstellung.
Noch immer Lfteht große Unklarheit, wie die
Cesuche um Beurlaubung zur landwirtschastlichen
Arbelt zu lUhandeln sind. Insolgedessen entstei
en gerade in dringenden Fällen sehr unliel
same Verzögerungen. Wer eine möglichit rasck“
Erledigung seines Urlaul'#sgesuches wünscht, der
beachte desbalb jolgende Gesichtspunlte:
Wo es sich um Leute handelt, die noch nicht
einberuien sind, lann es sich natürlich nicht um
Beurkantung handeln: ler spricht man ron
Jurücksteilung. Zu ##sachten ist, das, solche Gesuche
ror der Einterufung einzureick en sind und
zmar an den Niriworsitzenden der Ausbebungslommission.
Das ist in der Regel der Bezirl#-amtmamnn
oder der Magi itratsrorstand. Zueckmäsig
werden solche Zurückstellungsgesucke vor
der Muslerung. späteilens bei der Musterung
selbst eingereicht. Nach der Einberufung lönnen
Uuriceftellungegesuche nur in ganz wicktigen Fällen.
J. B. bei Todesfällen, Brandunglüch uĩw,
mit Ersolg eingereicht werden
Jil der Mann einberufen. dam tommen die
Urianbs gesuche in Betrach t. Hiebei iin Grundregel.
daf Lei allen Gesuchen um Beuria.lbung zu
landwirtschaftlicken Arbeilen ausnahm#los der
amtliche Urlaubsbogen zu benntzen ist. andernjalls
nur Vetzögerungen eintreten. Dieser W
iiche Bogen liegt bei den Gemeinden auf. Dage -
gen scehll nichts im Weg, wenn dem amtlicken Urlanbskogen
noch in eigener Beilage besondere
Wünsche oder Verhällnisse niedergelegt werden.
niano“ #ne un oriorn UJupen ugleich atn
Teppi
arlos, du —! Wie lommst du hierher
aus Mie * Wie hast du mich ausfindig gemach
s sind viele Fragen auf einmal! Aus
Prasiltens kommt ja wohl mancher zurück, dort
ist man noch lange nicht am Ende der Welt,
also darüber braukeen du, nicht so besonders zu
staunen. Und ausfindig habe ich nicht dich ge-T
sondern man hat mich ausfindig gen
„Das verstehe ich nicht, du munt dich
oeutlicher ausdrucken, aber lass uns porkuglesisch
sprechen, denn hier haben die Wände Ohren.“
Sie hatte äußerlich ihre Fassung zurückerlangt,
im Innern bebte sie on oben bis
unten musterte sie den schlanken Mann, der
cine gewisse Aehnlichkeit mit ihr hatte. dunkles
Haar und dunkle Augen, ein interessantes,
schönes Geriche, dem aber der Stempel der
Verkommenhei aufgeprägt w
cheint es famos zu Kchen, “ satte er.
ein Etur hervorholend und sich eine Zigarette
drehend, „und elnen anderen Namen hast du
auch genommen. “
geht dich nichts an, ich will wissen,
was bdiche hitherfahn
Er hatte sich ungeniert neben ihr niedergelassen.
orten gesagt.
Es bibt ein schönes Stück Geld zu verdienen
für mich — gemtweder. durch dich oder
durch einen andere
Julle glaukue vor Schreck umsinken 9#
müssen. Was war das? Hatte sie denn Feinde,
welche ihrer Vergangenheit nachsorschten?" Sie
eilte zur Tür und riegeite ab, dann preßte sie
„Das ist mit wenigen
beide bände des iungen annies oo bestia. daß
Dieies Urlaubsgesuch brauckt nicht an das Bezirisamt
oder an die Wirischaftestelle. gehen:
es wird am beiten gleich an das Bataillon **f
schidt, gleig aültig, ob der Mann draußen im
Feld sieht oder in einer Heimatgarnison.
Etwas auderes iit es, wenn es sich um Ver—
längerung des Urlaul## handelt, weil die Arteiten
injolge ungünstiger Witterung oder anderer
Verlälluisse nicht in der gewährien Jeit beendet
nmercen lonnten. In diesen Fällen ist das Gesuch
Wieder hei der Gemeinde vorzubringen, welche
es jetzt an die Wirtschaftzstelle zu richten hat.
Natürlich mus das frühreitig gesckehen, mindekleus
acht Tage vor Ablauf des Urlanbs. Das
trifft auch dann zu, wenn der Mann gar erst
zrei ader drei Tage daheim in rillaub ist. Zum
Schlust sei noch einmal wiederholt: Gesuche um
Urlank selbit geh en unmittelbar an den Tupbenleil,
Gesuche um Verlängerung des Urlanbs
gegen an die Wirtschafteitelle.
Oft wird gefragt: Auf mie lange lann man
um Saat- und Ernieurlaub nachsucken? Die
Regei isl: auf nicht länger als sechs Wochen.
Kann troßdem die Arbeit in dieser Zeit nicht bewältiot
werden, so kann um Verlängerung nach.
gesucht werden.
Handelt es sich um besondere Verhällnisse.
B. inufolge Vrandunglucks, so sucht man zwermaf
igg usm Entlaisung oder Zurükflellung nach.
Die Gesuche, wenn wir sie so nennen wollen, um
langen Urlaub, gehen nicht an den Truppenteis.
Sie sind genau so wie diel lurzen Urlaubsgesuche
bei der Gemeinde einzureiden. gehen
dann aler nicht an den Truppenteil, sondern
über das Bezirlsamt an das Generallommundo.
Zu adressteren sind solche Gesuche an den Zirilvorsitzenden
des Ausbe ebungsbeziris, wescher meiitenleils
der Bezirisamtmann oder der Moagistrater
orsland ist. Bis solche Gesuche erledigt
sind, geht es natürlich lange her. D Shal#
empfieblt es sich, neben dem langen Urlaubögesuch
an das Generalkommando noch ein solchen
um lurzen Urlaub lei dem Truppenteil selbir
einzureichen. In Notfall lann dann wiederholt
um Verlängerung nachgesucht werben. bis das
Gesuch vom Generallommando -s ist.
er ie sar lacheno, entzog.
C
os, nicht wahr, du wirst doch zu mir
halten, deine Cousine nicht verraien?
„Das lommn daraut an. Wer ram besten
zahlt. hat meinen Beisland zu erwa
„Ich will dich ueftich, wurseigieh opnen,
nur iint tann- ich es nicht
auf Versprethungen lasse ich mich
nicht 2½ —“
„Nun, das wird sich sinden. Erzähle vor
allen' Zigen, auf welche Weise du hierhergekommen
bist.“
„Man hat nach dir geforscht. In vielen
ausländischen Tagesblältern erschienen Aulruse
mit deinem genauen Signalement, ein wahrer
Steckbrief, wer dich kennt, für den konnte es
keinen Zweisel geben. Die Sache ging von
einem weltberühmten Detelliobureau aus. man
wünschte Auskunst über deine „ergangenheei
Im Bureau Ersuhe ich auch den Namen des
Herrua, welcher sich so brennende Ker dich interessier
Jutlies dunkle Elugen sogen ihm
ormialt 4 Worte on, den Lippe
"Er beist Howa
„Howald! rl7r 5.%%inbelee der schönen
Frau, unwillkürlich suchte sie nach einem Halt
und glammente lich fest a n ihren Verwandten.
„Und du sprachst ihn
Wa##n wäöre ich wer lich hier. Nein, ich
vor, dich zu warnen, und wenn du mich
34% lobalt. ese sehe ich nicht ein, warum
ich dich vernichten soll. Und darum handelt es
aeui „e n Howald muß ein furchteind
sein, den ich an deiner Stelle
fürchten würde. Mlt einer Beharriichkeit, die
ihresgleichen sucht,
hat er deiner Vergangen
Schlieiilich noch die Gesuche um Versetzung
in eine Heimatgarnison oder Verwendung hinter
dker Front. z. B. wo es sich um den letzten Sohn
landelt, oder um einen Familienwater zahlreide#
NMinder; nach einer Minilterialverfügung
rem 16. Ollober 1910 sind solche Gesuche gleich
an den Truxpenteil zu schicken. sie müssen aber
auch von der Gemeinde beflätigt werden. Gesuche
an das Kriegsministerium oder an das Generallommando
verzögern nur die Erledigung.
Aus dem Gerichissaal.
Ein Schwinoler-Traunstein,
4. Juni. Der nicht weniger
a#: Zma bestrafic, brcesunouroige Kaufmann
Otto Schackner ven Reistirchen lernte in
Bao Töl den zum Deiere einberufenen Güller
Rapp. von Vergen kennen. Da er weeber#m
nichle arleiten wollte, verlegte er sich auf cinen
Schwindel. Er telegraphierte unter oh Numen
Rappl an dessen Ehefrau: „Zahle 120 Mark
an Karl Müller für sset Die
Frau war aber schlauer als der Schwinoler, und
als der Angellagte mit der Nechnung in Beraen
anlam, nahm man ihn entsprechend in Empjäng.
Wegen Betrugsoersuch und Mluihpertäifünh
erL, ielt er 1 Jahr Zuchthaus, sowie 15 l.
Geldliraje er. hiefür weitere 10 Tage Zucht-*7“22.
Lette Nachrichten.
Burian, der Nachfolger Tiszar.
Budapest, 6. Juni. „Pesti Hirlap“ rerichtet,
Ende bieser Woche werde der gemeinsame
Finanzminister Baron Burian zum ungarischen
Ministerpräsidenten ernannt werden.
es#mälhunt
— Grad (I.B
Simsbvaob
Cust * Grad C.
Werterbericht jur Donnerstag. ĩ. Juni.
Keiter und warm, lokale Gewitter.
beit nachgespür#. Aber dle Entzernung in zu
groß, und man hat dich in Valdivia wohl
schon vergessen. Bis jetz: weiß er noch nichts.
Zür wichlige verbürgte — hat er ein
Vermögen zur Belohnung au
eine stark WWn #Eriettasche
bervor und klopfte mi edem Handrücken der
Linten daraut. ber gabst mir früt
„Du
die Dotumente zur NMa nn Weißt du
n
5 JZulie saß da, keineo Wortes möchtig. Also
Howald. welchen sie protegierte, in das Haus
s Barons larniert hatde, war ihr Feind!
Sie lonnte es nicht glauben, und doch mußie
eb wohl so sein! Dann handelte er slcher auf
Irmgards Austiiten, o. wie beiß, wie brennend
sie dieses Mäochen haßte!
Und dieses beschräntte Ding erkühnte sich,
im Cinverständnis mit Howald gegen sie zu
imm gieren. Das war emporend und lächerlich
u
augie 20 Giück, daß dieser habgierige Mensch
zuerst zu ihr kam
June erhob ich, sie brauchte Bewegung.
Die Verhältnisse drängten, nun wohl. sie wollte
handeln, beide vernichien, Irmgard sowohl wie
Howald.
Merkt würdig, sobald sie an dieses ernsee,
vornehme Gesicht dachte, durchschauerte es sie
eigen. Was lie unklar laugst empfunden hatie,
das wurde ihr in dieser Stunde zur Gemißheit
— sie liebte Alsred — leben um zarl
War das die ewige Gerechusgkeit Wieviel
treue, opferbereite Liebe war ihr schon mihrem
Leben entgegengebracht worden, und sie hatte
diejenigen, denen sie alleo war, gausggelacht, lich
über lie amüllert — lie betrogen. mun)