Contents : Gesetzes- und Verordnungs-Blatt für das Großherzogtum Baden. Jahrgang 1905. (37)

Vorbemerkungen.

In  einigen  geicchischen  Wörtern,  die  uns  aus  dem  Lateinischen
mit  der  Bezeichnung  des  ursprünglichen  K-Lautes  durch  e  überkommen
  sind,  wird  jetzt  das  c  wie  z  gesprochen;  es  darf  daher  statt  c  auch
z  geschrieben  werden,  z.  B.  Diözele,  Szene.

e)  Statt  ce  mit  dem  K-Laut  darf  man  überall  kt,  statt  er  mit  dem
Lautvon  kz  überall  kz  schreiben,  z.  B.  Akkord,  Rkkufaotiv;  AKkzent,

e.

3.  Die  Gewohnheit,  in  deutschen  Wörtern  nach  einem  betonten  kurzen
  Selbstlaut,  und  nur  nach  einem  solchen,  einen  einfachen  folgenden
Mitlaut  doppelt  zu  schreiben,  hat  auch  in  Fremdwörtern  Anderungen
der  Schreibung  veranlaßt.

a)  Der  Mitlaut  zwischen  einem  kurzen  Selbstlaut  mit  dem  Hauptton
  und  einem  unbetonten  Selbstlaut  wird  regelmäßig  doppelt  geschrieben,
  z.  B.  Baracke,  Etappe,  Gitarre,  Kontrolle;  dementsprechend
  tritt  auch  im  Auslaut  oft  die  Errtotbekene  ein,  z.  B.  Hppell,
Kadett;  bigott,  brünett,  und  alle  Eigenschaftswörter  auf  zell,  wie
generell.

b)  Umgeiehrt-  wird  nach  einem  unbetonten  Selbstlaut  eine  in  der
fremden  Sprache  übliche  Verdoppelung  oft  aufgegeben,  z.  B.  Barett,
berücke  (beide  Wörter  werden  im  Französischen  mit  rr  geschrieben),
Pomade,  namentlich  auch  in  den  Ableitungen  von  französischen  Wörtern
  auf  -on:  TInissiondr,  pensionieren,  rationell  (frz.  missionnaire
  usw.).

4.  Zwischen  s  und  s  unterscheidet  man  in  Fremdwörtern  im  allemeinen

  nach  denselben  Regeln  wie  in  deutschen  Wörtern.  In
Husammensetun  en  richtet  man  sich  nach  der  Abstammung,  z.  B.
Diskurs,  Mikrolkop;  doch  tritt  für  8  im  Auslaut  des  ersten  Gliedes
vor  Selbstlauten  in  der  Regel  s  ein,  z.  B.  Spilode,  transitiv;  dasselbe
  kann  vor  p  und  t  geschehen,  z.  B.  Tranlsport  neben  Transport,
distribuieren  neben  distribuieren;  auch  vor  z  kann  man?  statt  8
schreiben,  z.  B.  Miszelle  neben  Tmiszelle.

Zur  Ergänzung  dieser  in  dem  amtlichen  Regelbuche  aufgerstellten
Grundsätze  sei  folgendes  bemerkt.  Nachdem  die  in  dem  Vorwort
genumtten  Bücher  *  O.,  B.  und  B.  in  fast  allen  Fremdwörtern

as  fremde  C  durch  das  deutsche  K  und  Z  ersetzt  haben,  ist  auch  in
dem  vorliegenden  Buche  von  der  durch  die  angeführten  Grundsätze
bepebenen  efugnis  zur  deutschen  Lautbezeichnung  der  weitestge


ende  Gebrauch  gemacht  worden.  Die  Schreibung  mit  K  und  Z
ist  zur  Regel  gemacht.  Nur  die  in  den  amtlichen  Wörterverzeichnissen
  auch  jetzt  noch  mit  C  geschriebenen,  dem  Französischen  entlehnten
  Fremdwörter  wie  Coiffeur,  Coulin,  Clique  mußten  das  C.
behalten.  Für  die  Schreibung  der  meist  aus  dem  Lateinischen  oder
dem  Griechischen  entlehnten  technischen  Ausdrücke  der  Naturwissen
  schaften  und  der  Medizin  Regeln  aufzustellen,  lag  nicht
in  unsrer  Aufgabe.  Dagegen  sind  die  ziemlich  zahlreichen  Wörter
aus  diesem  Gebiete,  die  sowohl  der  Sprache  des  täglichen  Lebens
wie  der  Wissenschaft  angehören.  in  doppelter  Schreibung  angegeben
worden,  und  zwar  ist  die  deutsche  Schreibung  als  die  Regel,  die
fremde  als  die  Ausnahme  bezeichnet  worden.  Das  Nähere  darüber