Metadata : Geschichte der Königlich Preussischen Akademie der Wissenschaften zu Berlin. Erster Band Erste Hälfte.

Er:Ler  betreibt  die  Errichtung  einer  neuen  Akademie  (1743).  261

in  der  Person  von  Jonanxx  Kırs  angestellt;  EuLer  hatte  ihn  empfohlen".
Dagegen  wurde  die  durclı  JasLoxsct's  Tod  erledigte  Director-Stelluug
in  der  Klasse  der  deutschen  Sprache  zunäclist  nicht  wieder  besetzt.
Der  König  befahl  vielmelir  aın  4.  Juli  1741,  dass  für  das  frei  gewordene
  Gehalt,  das  um  100  Thlr.  zu  vermehren  sei,  ein  recht  guter
und  geschiekter  Mechanicus  angenominen  werde”.  Aber  andererseits
  hörten  die  verhassten  Auflagen  zu  Gunsten  der  Militärärzte
nicht  auf  —  der  Krieg  liess  an  keine  Abhülfe  denken.  Noch  anı
7.April  1743  verordnete  Frıieprien,  dass  einem  General-Chirurg
»aus  den  Kalender-Revenuen«  ein  Gehalt  von  300  Thlr.  ausgezahlt
werde’.

Ohne  Matvertuis  wollte  der  König.  der  übrigens  im  Jahre  1743
an  Wichtigeres  zu  denken  hatte  als  an  eine  Akademie‘,  die  Reorganisation
  der  Societät  nicht  unternelimen,  und  der  Ersehnte  war
in  Paris.  Aber  Einen  gab  es,  der  ungeduldig  an  die  Errichtung
einer  neuen  Akademie  erinnerte,  das  war  Eurer.  Die  Reorganisation
  war  ihm  bei  seiner  Berufung  aus  Petersburg  versprochen,  ja
er  war  eigentlich  gar  nicht  an  die  alte  Societät  berufen  worden,
sondern  an  die  zu  gründende  neue.  So  sclırieb  er  denn,  naclıdem
ein  halbes  Jahr  seit  dein  Frieden  von  Breslau  verstrielien  war  und
der  König  keine  Ordre  erliess,  am  19.  Januar  1743  einen  freimüthigen
Brief  an  diesen’.  Durch  die  Eroberung  von  Schlesien  seien  die
Revenuen  der  alten  Societät  so  gestiegen,  dass  sich  jetzt,  fast  ohne
Zuschüsse,  eine  Akademie  der  \Wissenschaften  auf  dem  Fusse  der
Petersburger  oder  Pariser  einrichten  lasse:  die  Petersburger  koste
nicht  mehr  als  etwa  12000  Thlr.,  und,  wenn  auclı  die  Einnalımen
der  Societät  nicht  öffentlich  bekannt  seien,  so  werde  doch  glaubhaft

Ein  Buchdrucker.  Hüsxer  in  Frankfurt  a/O.  empfing  im  December  1741  3500  Duodez-Kalender,
  900  in  Sedez,  1300  Haushaltungskalender  in  Quart,  700  historische
Kalender,  70  combinirte,  36  Schreib-,  40  Tafel-,  ı2  Blatt-  Kalender,  danu  noclhı
anmı  5.  Januar  1742  144  Duodez-,  ı2  astronomische.  48  Sedez-Kalender.  Man  sieht
auch,  wie  mannigfaltig  die  gedruckten  Kalender  waren.

!  Siehe  seinen  Brief  an  vox  JarıcEs  vom  7.  September  1742  im  Akademischen
Archiv.  Eurer  beklagt  hier  den  tiefen  Verfall  der  Astronomie  bei  der  Societät  und
inacht  auf  Kırs  aufınerksam,  den  man  für  wenig  Geld  gewinnen  könne  (Kırs  Bestallungs-Ordre
  ebenfalls  inn  Akademischen  Archiv).

?  Ordre  im  Akademischen  Archiv.

®  Noch  im  Jahre  1748/49  zahlte  die  Akademie  den  Medieinern  1950  Thilr.  Crehalt.
  und  die  Anatomie  kostete  ihr  ausserdem  450  Thlr.  (Bericht  von  MatrErttis
an  den  König  bei  Le  Stevr.  Mavperitis  p.  87).

*  Siehe  den  Brief  an  v’Arcexs  vom  18.  Juni  1743  ((Euvres  T.ı9  p.10).

°  (luvres  T.20  p.  199.