Full text : Medizinal-Statistische Mittheilungen aus dem Kaiserlichen Gesundheitsamte. Dritter Band. (3)

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Die  Ernährung.  In  Königsberg  i.  Pr.  war  die  Ernährung  annähernd  dieselbe
  wie  in  den  Vorjahren.  Entrahmte  Milch  kam,  wie  dies  im  Vorjahre  bei  Darmkatarrhen
  geschehen,  nicht  mehr  zur  Verwendung.  Aelteren  Thieren  wurde  nebenbei
Heu  gegeben.  Nur  wenige  von  den  86  abgeimpften  Thieren  hatten  ihr  Körpergewicht
beibehalten,  die  meisten  waren  bis  um  2  kg  schwerer  geworden.

In  Berlin  wurde  den  Imufthieren  Heu  nicht  mehr  gegeben,  sondern  nur  Eier,
Milch  und  Weizenschrotabkochungen  verabreicht.  Das  Gewicht  nahm  bis  zu  3  kg  zu
bezw.  ab;  im  Durchschnitt  jedoch  um  0,3  kg  zu.

In  Stettin  erhielten  die  Thiere  wie  früher  Milch,  Weizenschrotmehl,  Eier  und
Heu.  Eine  Gewichtsabnahme  erfolgte  in  keinem  Falle,  die  stärkste  Vermehrung  des
Körpergewichts  betrug  2  kg.

In  Oppeln  trat  gegen  das  Vorjahr  eine  Aenderung  in  der  Ernährungsweise
nicht  ein.  Einige  Thiere  nahmen  hauptsächlich  aus  dem  Grunde  ab,  weil  sie  vom
Mutterthiere  kommend  sich  anfänglich  an  die  künstliche  Ernährung  nicht  gewöhnen
konnten.  Die  größte  Gewichtsverminderung  betrug  4  kg.  Meist  nahm  jedoch  das
Körpergewicht  zu  und  zwar  bis  6  kg,  im  Durchschnitt  um  1  kg.

In  Halle  a.  S.  verbrauchte  jedes  Thier  wie  im  Jahre  1893  täglich  etwa  9  bis
10  1  angewärmte  Milch,  welcher  zuweilen  etwas  Kochsalz  beigefügt  wurde.  Ein  Thier
nahm  um  3  kg  am  Gewicht  ab,  die  Uebrigen  nahmen  durchschnittlich  um  8,  eins
nach  20tägigem  Aufenthalt  in  der  Anstalt  sogar  um  22  kg  zu.

In  Hannover  geschah  die  Ernährung  wie  in  den  Vorjahren  ausschließlich  mit
guter,  von  der  Centralmolkerei  zum  Preise  von  14  Pf.  für  das  Liter  gelieferter  Vollmilch.
Jedes  Kalb  erhielt  täglich  im  Durchschnitt  10  bis  12  1.  Vor  dem  Schlachten  wurden
Gewichtsfeststellungen  nur  ausnahmsweise  gemacht.  Ein  im  Ganzen  6½  Wochen  verpflegtes
  Kalb  nahm  um  36  kg  zu.

In  Kassel  erhielten  die  Thiere  Milch  und  Eier.  Es  entstanden  Gewichtsveränderungen
  von  —  5  kg  bis  +  13  kg,  der  Durchschnitt  betrug  +  3  kg.

In  Köln  erhielten  die  Thiere  wie  in  früheren  Jahren  nur  Vollmilch.  Das
Gewicht  wuchs  um  0  bis  10  kg.

In  München  bestand  die  tägliche  Nahrung  der  Thiere  aus  je  811  guter  Kuhmilch,
  durchfallkranke  Thiere  erhielten  davon  etwas  weniger.  1  Thier  nahm  um  ½,
ein  anderes  um  2  kg  an  Gewicht  ab,  1  Thier  behielt  das  Anfangsgewicht,  bei  112
ergab  sich  eine  Zunahme  bis  zu  13½  kg,  1  Thier  wurde  nicht  gewogen.

In  Dresden  wurden  die  Thiere  wie  im  Vorjahre  ernährt  und  verpflegt.  55
nahmen  um  ½  bis  5¼½  kg  zu,  17  um  ½  bis  4  kg  ab.  Im  Durchschnitt  bestand
eine  Zunahme  von  1⅛  kg.

Den  in  Leipzig  eingestellten  Thieren  wurde  wie  früher  abgekochte  Milch  mit
Zusatz  von  Leinsamenabkochung  oder  Mehltrank,  bisweilen  auch  einige  Eier  verabreicht.
Das  auf  Seite  8  angegebene  Gewicht  war  beim  Abgange  aus  dem  Stalle  des  Lieferanten
  festgestellt.  Auf  dem  mehrstündigen  Transport  wurden  durchschnittlich  3,8  kg,
in  der  Anstalt  2,8  kg,  mithin  im  Ganzen  etwa  6  kg  verloren.

Die  in  der  Frankenberger  Anstalt  geimpften  Kälber  verblieben  in  den  betreffenden
  Ställen  bei  den  Mutterthieren  und  erhielten  daher  ausschließlich  Muttermilch.

In  Bautzen  wurden  die  Impfthiere  mit  Milch  und  Hafermehl  genährt.  Einigemal
  blieb  ihr  Körpergewicht  unverändert,  sonst  trat  Zunahme  bis  um  3  kg  ein;  nur
1  Kalb,  welches  an  stärkerer  Diarrhöe  gelitten  und  wenig  Nahrung  ausgenommen
hatte,  zeigte  eine  Abnahme  um  2  kg.

In  Stuttgart  erhielten  die  Thiere  wie  bisher  mit  gutem  Erfolge  trockenes
Wiesenheu.