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II.
Das Kartogramm Nr. II (Tafel III) soll veranschaulichen, in welchen Berwaltungsbezirken (Kreisen,
Bezirksämtern rc.) der seit 1892 an der einheitlichen Todesursachenstatistik beteiligten Staaten des Deutschen
Reiches die Sterbefälle an Tuberkulose unter Personen von 15 bis 60 Jahren während des letzten
Jahrzehnts des abgelaufenen Jahrhunderts zugenommen oder abgenommen haben. Zum Vergleich sind
die Summen der betreffenden Sterbefälle einerseits aus den Jahren 1892 und 1893, andererseits aus den
Jahren 1899 und 1900 benutzt.
In den beteiligten zehn Staaten sind zu Beginn der nunmehr neunjährigen Berichtszeit, während
der Jahre 1892 und 18983 im Mittel jährlich 87 280, dagegen am Ende dieser Berichtszeit, während der
Jahre 1899 und 1900 im Mittel jährlich 83665 Personen von 15 bis 60 Jahren der Tuberkulose
erlegen, was einer Abnahme der Sterbefälle aus dieser Ursache um 4,10 entspricht. Nach Maßgabe
der letzten Volkszählungsergebnisse muß man aber annehmen, daß in den zehn Staaten um die Mitte des
ersteren, zweijährigen Zeitraums — d. i. am 1. Januar 1893 — 47475013, und um die Mitte des
letzteren, zweijährigen Zeitraums — d. i. am 1. Januar 1900 — 52233 932 Bewohner gelebt haben,
daß somit die Bevölkerung in den sieben Jahren um 10,0% gewachsen ist. Trotz dieser erheblichen Zunahme
der Lebenden, welche natürlich noch beträchtlicher ist, wenn man sie für den ganzen neunjährigen
Berichtszeitraum errechnet, haben die Tuberkulosesterbefälle unter der mittleren Altersklasse
wesentlich abgenommen. Mehr als im Durchschnitt haben die betreffenden Sterbefälle in 517,
weniger als im Durchschnitt in 83 Bezirken abgenommen, ferner hat ihre Zahl in 315 Bezirken zugenommen
und in 20 Bezirken ist sie die gleiche geblieben. Eine Zunahme um 0), bis 10% wurde in
142 Bezirken, um 11 bis 20 % in 94 Bezirken, um 21 bis 30% in 40, um 31 bis 60 % in 33 Bezirken,
um 61 und mehr % in 2 Kreisen Preußens (s. u.), 2 Bezirksämtern und 1 unmittelbaren Stadt
Bayerns und in 1 Oberamte Württembergs, zusammen in 6 Bezirken, festgestellt. Eine Abnahme bis
zu 100 wurde in 207 Bezirken, um 11 bis 200% in 195, um 21 bis 30% in 127, um 31 bis 40%
in 53 Bezirken, um 41 und mehr 0% in 14 Kreisen Preußens, 2 Bezirksämtern Bayerns, 1 Oberamte
Württembergs und 1 Amtsbezirke Badens, zusammen in 18 Bezirken festgestellt.
In den meisten der zehn Staaten und in allen Provinzen Preußens ist eine Abnahme der Tuberkulosesterbefälle
häufiger als eine Zunahme beobachtet, es kamen nämlich in
Preußßßße auf 147 Kreise mit einer Zunahme, 394 mit einer Abnahme
Bayern 6 . · „ 80 Bez.-K. 2c. % r 104 „ „ ½
Baden „ 20 Bezirke * 5½% 7% 80 ?„ 1½„4 5
Elsaß-Lothring en * 3 „ - 7“ 7“ 18 i „ ½
Hessen .... ...... ..... » 5 « » « » 13 « « »
Sachsen-Coburg-Gotha. „ 2 „ „ „ „ 3 „ „ „
dem Staate Hamburg „ 0 5„ 7 1 7 2 — 7“ ½
Ausnahmsweise wurde in Sachsen, Württemberg und im Staate Bremen das Umgekehrte beobachtet,
insofern als hier auf 8, 27, 1, zusammen 36 Bezirke mit einer Abnahme 20, 36, 2, zusammen 58 Bezirke
mit einer Zunahme entfielen; innerhalb Bayerns war in Ober- und Niederbayern, Schwaben und der Oberpfalz
eine Zunahme häufiger als eine Abnahme.
Am stärksten zugenommen haben die betreffenden Sterbefälle an Tuberkulose im Stadtkreise
Guben (nämlich von 61 während der beiden ersten Berichtsjahre auf 153 während der beiden letzten Berichtsjahre,
also um 1510%), ferner im oberbayerischen Bezirksamte Ebersberg (um 1000%), in der unmittelbaren
Stadt Rosenheim (um 88 00), dem Oberamt Tuttlingen (84 %), dem Kreise Tuchel (von 29 auf
52, d. i. 79%) und dem Bezirksamte Grafenau (von 41 auf 71, d. i. um 73).
Am beträchtlichsten abgenommen haben die betreffenden Sterbefälle an Tuberkulose im Bezirksamte
Nürnberg (von 376 auf 85, also um 77% ) und im hessen-nassauischen Kreise Rothenburg (um 7300),
sowie im Landkreise Frankfurt a. M. (um 6200), demnächst im Landkreise Cassel (53//0), Kirchhain (46% ),
und den preußischen Kreisen Kehdingen (58%), Mohrungen (50%), Wittgenstein (47% ), Neuhaus (4700),
Spremberg (45 0/0), Lüchow (45 00), Danziger Niederung (46 00), Militsch (43 00), Ost-Sternberg (42 00),
Eiderstedt (4200), im schwäbischen Bezirksamt Illertissen (44% ), im württembergischen Oberamt Oehringen
(46% )) und im badischen Amtsbezirke Donaueschingen (420).
Bon den Großstädten zeigten eine Abnahme: Hamburg (— 4 ço), Straßburg (— 0,6%), und
innerhalb des Staates Preußen: Dortmund (— 31,000), Crefeld (— 31,, %), Barmen (— 10,2 % ), Elberseld
(— 6,#%), Wiesbaden (— 6,400), Düsseldorf (— 2,1 /0), dagegen zeigten eine Zunahme: Berlin
(+ 7„800), München (+ 19,26 %), Nürnberg (+ 31,,), Dresden (+ 13,,), Stuttgart (+ 12,0), Bremen
Mediz.-stat. Mittell. a. d. Kaiserl. Gesundheitsamte. Bd. VIII. 11