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unter den Bruͤdern große Partei zu machen wußte, so daß in
Kurzem der Befehl vom Pabst kommt: bei dem letzten Kapitel
muͤßten Kabalen vorgegangen seyn. Es wird noch einmal
Kapitel gehalten, und wiederum einmuͤthig Bernhardin von
Assi gewählt, also Vossombroni feierlich abgesetzt. Nun versuchte
er ein anderes Mittel, fing Klagen an, der Orden sey
im Zerfall, muͤsse resormirt werden, man sollte Handarbeit
einführen, alles Studiren aufheben. Vei dem Letzten lag besonders
zu Grunde: Bernhardin von Assii war ein Gelehrter,
WVossombroni bloß ein politisch thätiger Mann. Dieser treibt
es mit seinen Reformationsvorschlägen so weit, daß er zuletzt
sich vom Orden trennen muß. Der Mann, der den
Orden aus nichts hervorgebracht, gegen alle
Kabalen der Franziskaner soutenirt hatte, findet
keine Stätte mehr im Kapuziner-Kloster, muß
als Eremit herumsireifen, als Eremit sterben.
Dem Orden stand etwas noch Schrecklicheres bevor, was
seinen Fortgang noch weit mehr aufhielt, als dieser Zufall,
was vielleicht einzige Ursache gewesen ist, warum wir nicht
so viel Kapuziner bekamen, als wir Jesuiten hatten. Die traurige
Geschichte ist diese: nach dem Tode von Bernhardin von
Assi 1638 wurde General,Kapitel gehalten, ein neuer Ordenék
General gewählt. Die Wahl traf dießmal einen ganz vortrefflichen
Mann, den ersten Kopf von Italien, Bernhardin
Ochimus. Man weiß sast nicht, wie ein so trefflicher
Kopf Kapuziner werden mochte; schon ein etwas alter Mann,
aber an Talenten, Kenntnissen, Feuer der Jugend und Bewährtheit
des Alters ausgezeichnet. Besonders ein ganz außerordentlicher
Redner, wovon er die häufigsien Proben gak,
daß man ordentlich, wenn Fastenzeit war, von mehreren
Orten an den Pabst schrieb, er möchte ihn auf eine Zeitlang
binschicken, — so ein ganz vortrefflicher Redner, daß, wie er