Volltext : Theater in architektonischer Hinsicht.

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geschieht,  in  diesem  leeren  Raume  der  Bühne  sich  verlieren,  und  nicht  auf
die  Zuhörer  gebracht  werden.  Da  nun  das  Minimum  der  Tiefe  der  Bühne
für  die  Fortpflanzung  des  ScHals.am  günstigsten  wäre,  so  glaubte  ich  das
Maximum  der  Bühne  darin  zu  finden,  dafs  man  denselben  die  gröfste  Tiefe
von  einer  Seite  der  gröfsten,  in  die  mınde  Form  des  Auditoriums  beschrie--benen
  Quadrate  geben,  und:.dann,  wie  schon  erwähnt,  die  Oeflnung  derscl-‘ben
  ‘oder  die  Weite  des  Prosoeninms  bey  dem  Vorhang,  durch  die  Länge
von  einer  Seite  der  für  die  Grenze  der  Parterre-  Logen  gezogenen.  Quadrate
bestimmen,  und  diese  Weite  des  Prosceniums  auch  für  die  Höhe  des  Auditoriums,
  von  dem  Parterre  bis  oben  an  die  ganz  horizontal  Jarauf  zu  construirende
  Decke,  annelımen  mütste.

Diese  Verhältnisse,  dieich  von  so  manchen  alten  und  neuern  Beobachtungen
  der  Theater  abnahm,  und  hier  gehörig  angewandt  zu  haben  glaube,
  gewähren,  mit  dem  übrigen  Arrangement  der  übereinander  stelienden
Logen  und  Gallerien,  nebst  dem,  dafs  ich  in  dem  ganzen  Gebäude  alle  perpendikulären
  und  horizontalen  Vorsprünge  so  viel  möglich  vermieden  habe,
‘und  die  Verzierungen  durchgängig  nur  mablen  liefs,  den  gröfsten  Effect  für
die  Fortpflanzung  des  Tones.  Fast  zweille  ich,  dafs  in  irgend  einem  Theater
jedem  Theile  des  Auditoriums  auch  die  geringste  Articulation  der  Stimme  vernehmlicher,
  ala  in  dem  hiesigen;  seyn.wird  2).

In  Erwartimg,  dafs:  die  beigefügten  Plane  die  weitern  Details,  welche
etwa  noch  für  die  gehörige  Ansicht:des  hiesigen  Tbeaters  erforderlich  sind,

a)  Die  in  Paris  jetzt  allgemein  für  die  schönsten  und  besten  gehalten  werden,  sind
die  Theater  Faydeau  und  Theatre  frangois.  In  dem  Grundplan  haben  jedoch
diese  beiden  Theater  keine  ganz  reine  griechische  Theaterform,  sondern  dieselben
sind  meht  in  der  Gestält  eines  Hufeisens.  Auch  stehen  die  Logen  nicht  so,  wie  in
dem  hicsigen  Theater,  ampbitheatraligch  nach  ‘Art  der.  Alten  übereinander.  Nur
vor  den  ersten  Ranglogen  befindet  sich  eine  Gallerie,  dann  folgen  zwei  perpendicnfür
  übereinander  stehsndegLogen,  auf  welchen  wieder  eine  Art  von  Gallerie  und
Loge  ruht,  nach  welcher  sodann  das  ganze  Auditorium  in  einer  etwag  gewülbten

Form  gedeekt  ist.
Aufßser  diesen  beiden  Theatern  ist  das  zu  Bourdeaux,  St.  Benedetto  zu  Venedig

  u.  a.  mehr  in  dem  Grundplan  ungefähr  nach  griechischer  Art  geformt,  Allein
diese  Theater  leisten  nicht  immer  den  gehürigen  Ffiect,  weil  sie  in  ihrer  übrigen
Gestalt  nicht  durchaus  nach  akustischen  Gesetzen  ausgeführt  sind.

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