Volltext : Der Krieg gegen Frankreich und die Einigung Deutschlands.

Dreizehnter  Abschnitt.
Der  Rrieg  im  Norden  und  im  Südoften.

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J«  ie  nach  dem  Süden  zu,  mußte  das  deutsche  Heer
»  5r5  .  s  ««-.  ON  vor  Paris  auch  gegen  den  Norden  hin  sichergestellt
—MN—  1  sein;  nirgends  durste  der  Feind  ungestört  neue  Kriegsscharen
nusammenzichn.  Hier  war  der  ersten  Armee  unter  ihrem  neuen
«  Führer  das  Feld  der  Thätigkeit  gewiesen.  Edwin  v.  Manteuffel,
einem  velannien  alten  und  weitverzweigten  Geschlechte  entsprossen,  1809  geboren,
  wurde  früh  mit  dem  Vertrauen  der  königlichen  Familie  beehrt.  Wie  die
Hochschätzung  Friedrich  Wilhelms  IV.,  gewann  er  die  Freundschaft  des  Prinzen
Wilhelm.  Der  kenntnisreiche  und  gewandte  Offizier  erhielt  auch  diplomatische
Sendungen  übertragen;  als  Chef  der  Abteilung  für  persönliche  Angelegenheiten
wirkte  er  bei  der  Umgestaltung  des  Heeres  einflußreich  mit.  Nach  dem  dänischen
Kriege  zum  Gouverneur  von  Schleswig  ernannt,  begründete  Manteuffel  dort  die  neue
Verwaltung  und  suchte  namentlich  die  Bevölkerung  für  Preußen  zu  gewinnen.  Im

5  Kriege  1866  übertrug  ihm  der  König  kurz  vor  dem  Ende  des  Feldzuges  den  Oberbefehl
C.  ü  Üüber  die  Mainarmee,  deren  letzte  Kämpfe  er  leitete.
*1  1  4*—  Da  das  7.  Korps  und  be-2?
  91  —  deutende  Teile  des  1.  vorderhand
Ves  anderweitige  Beschäftigung,  beson-——

  8  bei  ders  im  Festungskriege,  erhielten,
konnte  Manteuffel  zunächst  nur
mit  dem  8.  Korps,  der  3.  Infanteriebrigade  und  der
3.  Kavalleriedivision  in  zwei  Heeressäulen  den  Marsch
von  Metz  über  Reims  und  Rethel,  dann  nach  Westen
über  Compiègne  und  Noyon  antreten.  Als  Ziel  setzte
ihm  das  große  Hauptauartier  Rouen.  Die  Gegend,  in
welche  die  erste  Armee  eintrat,  ist  dicht  bevölkert.  Tief
eingeschnittene  Flußläufe  bieten  treffliche  Verteidigungslinien,
  zahlreiche  Festungen  bis  zur  belgischen  Grenze
hin  gewährten  den  Franzosen  gute  Sammelpunkte.  Als
sich  ergab,  daß  in  und  bei  Amiens  ein  stärkerer  Feind  g8schnupleß  an  der  Somme.
stand,  bog  Manteuffel  sofort  dorthin  ab  und  berief  auch  die  1.  Division  von  Mezières  zu  sich.  Das  1.  Korps  führte
nun  General  v.  Bentheim.  Die  Streitkräfte  betrugen  etwa  30,000  Mann.  Auf  dem  rechten  Flügel  folgte  die
Kavallerie  der  Eisenbahn  von  Ham  nach  Amiens,  auf  dem  linken  marschierte  das  8.  Korps  über  Montdidier,
in  der  Mitte  das  1.  Korps.  Nach  kleinen  Gefechten  kam  es  nahe  vor  Amiens  am  27.  November  zur  Schlacht.