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Gewählt erscheint in den Wahlkörpern, welche nur einen
Abgeordneten wählen, derjenige, welcher die absolute Majorität
der abgegebenen Stimmen für sich hat (8 33).
Interessant und gänzlich neu sind die Bestimmungen der
88 34—36 der Wahlordnung, welche Modifikationen des allgemeinen
Wahlvorganges in denjenigen Wahlbezirken, welche zwei
Abgeordnete wählen — was gegenwärtig nur für Galizien praktisch
ist — enthalten. In den Landbezirken Galiziens, namentlich
im östlichen Teile, leben die beiden Volksstämme des Landes,
Polen und Ruthenen, derart durcheinander gemischt, dass
eine räumliche Trennung nicht durchführbar ist. Eine Trennung
nach Nationalitäten durch Aufstellung nationaler Wählerkataster,
gegen welche übrigens von polnischer Seite ein heftiger Widerstand
erhoben wurde, erscheint schon wegen des Umfanges der
Wahlbezirke nicht leicht durchführbar. Es wurden daher, namentlich
um den Ruthenen die ihnen zugewiesene Anzahl von
Mandaten in Galizien zu sichern, Wahlbezirke für die Wahl von
je zwei Abgeordneten gebildet, in welchen auch die nationalen
oder wirtschaftlichen Minoritäten durch den vorgesehenen
Wahlvorgang ihre Vertretung finden sollen. Jeder Wähler hat
auch hier zwar nur einen Abgeordneten zu wählen ($ 5 Wahlordnung).
Es erscheint aber zunächst derjenige als gewählt,
welcher die absolute Mehrheit der Stimmen für sich hat;
daneben aber als zweitgewählter derjenige, welcher mehr
als ein Viertel der Stimmen auf sich vereinigt. In gemischtsprachigen
Wahlbezirken hat daher nur eine Minderheit von
mehr als 25% die Aussicht auf die Erlangung eines Mandates,
während die beiden Mandate der Majorität in denjenigen Wahlbezirken
gesichert sind, in welchen die nationalen Minderheiten
weniger als 25% der Wöählerschaft umfassen. Die Zusammenstellung
der Wahlbezirke in diesem Sinne bildete hier ein wahres
Kunststück der „Wahlgeometrie*. Um aber während der ganzen
Legislaturperiode das gegebene Vertretungsverhältnis aufrechtzu-