die bayerischen berlufllisten.
München. 23. Nov.
Die Verlustlisten Nr. 70, 71, 72 und 7.
thalten im ganzen 3969 Namen, und zwar
jallen 486, schwer verwundet 49, leicht verundet
46.3, verwundet 1752, vermißt 618,
ckfangen genommen 1. Auf die einze inen Trupconformationen
verteilen sich die Verlusie wie
1gt: 22. Inf.-Rgt. Zweibrücken (3. Bat.):
efallen 72, schwer verwundet 90, leicht verwuntt
22, verwundet 446, vermißt 93, gefangen
NRes.= Juf. Rgt. N. 4 Geallen
35, verwundet 205. Res.-Juf.-Igt.
Kr. 2 München (Stab, J. Bat.): Gefallen 86,
bwer verwundet 100, leicht verwundet 13, vervundet
324, vermißt 137 Bayerisches Briade-
Ersahbataillon Nr. 3 (Stab, 2., 3. und
Kompanic): Gefallen 67, schwer verwundet
6. leicht verwundet 72, verwundet 46, vernißt
93. 21. Juf. -gt. in Fürth (3. Bat.:
sejallen 119, schwer verwundet 171, leicht verrundet
333, verwundet 20, vermißt 300.
Kei. Inf.-Rgt. Nr. 7 (2. und J. Bat.): Geallen
107, schwer verwundet 12, leicht verwunsel
23, verwundet 711, vermißt 195.
Höchslpreise süce Karkoffel.
Verlin, 23. Nov. Amtlich. Der Bundeskal
legte in seiner heutigen Sitzung die Höchstrreise
für Kartoffeln sel. Die Preise gellen
fur die Kartoffelproduzenten. Das Reich ist mit
Rucssicht auf die Verschiedenheit der Produk.
tetoe in vier Preisbezirke geteilt. Der
1. Bezirl umaHô etwa die Gebiete östlich der
Elre, der 2. Bezirk umfaht die Provinz Sachjen,
das Königreich Sachsen und Thüringen,
der 3. Bezirk erstreckt sich auf die nordwestkeanärn
Gebiete mit ihrer großen Schweinesucht.
Der Westen und der Süden des Reiches
fallt in den 4. Bezirk.
Die Preise für die besten Speiselartoffeln, wie
daber, Imperator, Magnum bonum, Up to
date, find um 25 Pfg. für den Zeniner höhergeient
als für die übrigen Speisekartoffeln. Die
Landeszentralbehörde lamm noch andere Sor-#sen
bester Speisekartoffeln in diese erste Gruppe
bineinsetzen. Die Höchstpreise. sind für Speiselartojfeln
der besten Sorten im Osten auf 2.75
Marl, in Mitteldeutschland auf 2.85 Mark,
* Nordwestdeutschland auf 2.95 Mark, in
West= und Süddeutschland auf 3.05 Mark für
den Zentner festgesetzt. Für die nicht herausgehobenen
Sorten sind die Preise entsprechend
2.50 2.80 Mark für den Zentner.
Die Verordnung über die Höchstpreise für
zrenelatioffel tritt am 26. Nov. 1914 in
Kraft. Für Futter= und Fabrilkartoffeln ist die
gensetzung von Höchstpreisen in Vorbereilung.
Hos- und Peesenalnachrichlen.
UMünchen. 23. Nov. Obersthofmeister Graf
Seinoheim ist auf sein Ansuchen in den Ruheiud
Lars= t worden. Zu seinem Nachfolger
hurde Oberstallmeister Frhr. v. Leonrod ernannt.
Mit 0 Dbersthofmeiser Grafen v. Seinsbeim
slleidet der Senior der bayer. Hofbeam--en
aus seinen Aemtern, denen er mit Umsicht
und vorbildlicer Treue füt das Haus Wittels-*
i. durch lange Jahre vorgestanden hat. Sein
Nack folger ist der bisherige Oberststallmeister
Wilhelm Frhr. von Leonroo, ein in den Dienden
des früheren Prinzen und jetzigen Königs
Ladwig altbewährter Hofwürdenträger.
Gewmhen uber das Vorgefallenc erlangt hatte,
berlietz ich meinen Brobachterposten und eilte
in das Haus. Aber ich haue die Tür nicht ohne
iedes Geräusch ösffnen kömen, und ich mußte
die Diele, sowie ein Vorzimmer passieren, bevor
ich in den Raum gelangle, in dem sich der Russe
bejand. Es waren gewiß nur Sekunden, die
darüber vergingen, aber für meinen durch das
Knarren der Haustür gewarnten Besucher hatte
diese kurze Zeit doch ausgereicht, sich auf die
Komödie zu bereiten, die er mir vorzuspielen
gedachte. Als ich auf die Schwelle des Arbeitszunmers
trat, saß er mit leidender Miene da,
wo wir ihn vorhin verlossen hatten. Von den
Papieren war nichts zu sehen, und die Schublade
des Schreibsschee war geschlossen wie zuvor.
„Ah, Herr Lazar!“" sagte er mit einer un.
befangenen Gietchgnlngic. die mir unter
anderen Umständen gewiß einige Bewunderung
fu# seine schauspielerischen Talente abgenötigt
hütre. „Sie sind ja lehr schnell zurück. Haben
Sie Fwas vergessen?“
ch suchte meine zoruige Aufregung nieder.
M#halten, so gut ich's vermochte; aber ich bemühte
mich nicht, in dem Ton meiner erwfdde.
rung die Verachtung zu verbergen, von der ich
gegen diesen erbärmlichen Spion erfüllt war.
a, ich vergaß, den Uhan meines Schrelblisches
in Sicheiben Zu brin
„Eine sehr lobenswerte Vorscht! Zumal
wenn man etwas Werlvolles zu hüten hat.
Ihr Haus liegt wirklich ein bihchen zu einsam.
als daß es für die iaAstbewahrung kostbarer
Schäge besonders geeignet wäre
Ich lehnte mich an ben ich und fixierte
ihn mit durchdringende im Blick
e keine —— zu hüten,
Ba#werische Nachüchten.
Augsburg, 23. Nov. Auf dem Lager Lechseld
lind die esten russischen Gesangenen
950 an der Zahl — angekommen.
. Memmingen, 23. Nov. Bei der heutigen
hier flattgehabten Wahl der Gemeindebevollmächtigten
wurden 9771 Stimmen abgegeben.
Auf die Liste der Sozialdemokratie entfielen
1858, auf die Liste der Liberalen 5761, auf
die iste des Zentrums 2152 Stimmen. Die
Liberalen erhalten sechs, das Zentrum und die
Sozialdemokratie je zwei Sitze.
B weriiches Lderiand.
Bad Uibling, 23. Nov. Fabrikbesitzer F.
W. Krauth hat seine Stelle als Magistratsrat
wegen Krankheit niedergelegt. An seine Stello“
wurde der Gemeindebevollmächtigte Schreinermeister
Alois Brunauer zum Magistratsrat gewählt.
An seine Stelle tritt Gärtnereibesitzer
Lutzenberger, als letzter Ersahmann, in das Gemeindekollegium
ein.
Schliersee, 23. Nov. Der zum ersten Male
dahier eingetroffene Sportszug brachte 600 und
die übrigen fahrplanmäßigen Züge brachten
100 Personen, so daß zur Ausübung des Win
sports am Sonntag zirka 1000 Personen im
Schlierseer Gebiet weilten.
Warum wurden die Krankenlassenbeiträge
erhöht7
Rosenheim, 24. Nov.
In letzter Zeit find wegen der Erhöhung der
Krankenkassenbeiträge häufig Fragen über den
Grund dieser Maßnahme ausgetaucht. Um dieien
zu begegnen, sei Nachfolgendes festgestellt:
Durch kaiserliche Verordnung vom 4. August
914 sind im ganzen Deutschen Reiche die Bei
träge auf 41 vom Hundert feslgesetzt. worden.
Diese Erhöhung der Beiträge trat in Kraft
ohne Zutun der Kassen. Nur bei jenen Kas.
sen konnte es bei den früheren niedrigeren Säen
belassen werden, bei denen die Leistungsähigkeit
auch ohne die Erhöhung gesichert war.
Die Gewihheit, auch mit den niedrigeren früheren
Beiträgen durchzukommen, dürfte jedoch nur
lei diesen wenigen Kassen vorhanden gewesen
zein, die schon aus früheren Jahren einen beträchtlichen
Reservefonds zur Seite hatten, um
aus diesem ein etwaiges Defizit, das während
dher Dauer des Krieges entsleht, decken zu können.
Die zweite Frage ist diese: Warum wurde
diese oben erwähnte kaiserliche Verordnung erlassen?
Warum hatben die Krankenkassen während
der Dauer des Krieges eine schlechtere
Eristenz
In den ersten 10 NMobilmachungstagen wurden
ungesähr 25 Prozent aller männlichen Verlicherten
abgemeldet. Das bedeutet eine ganz
rachniche Mindereinnahme. Diesem mag entnegengehalten
werden: Wenn eine Kasse weniger
Mitglieder und infolgedessen weniger Einnahmen
hat, hat sie auch weniger Ausgaben.
Dieser (GGrundsatz ist jedoch hier ganz zu verwersen.
Betrachten wir die Personen, die inbolge
des Kri2ges abgemeldet murden und dir,
die der Kasse verdlieben. Erstere, fast durchwegs
zum Kriegsdienst eingerogene Versicherte,
Waren gesunde Leute, die die Kasse wenig in
Anspruch nahmen und infolge ihres guten: Ver-
„Ich ha
durchlaucht! Und deshalb bin ich außerordent.
Sienstes die holen und hochsten Beiträge zahluch
gespannt zu erfabren, was an meiner bescheidenen
Habe in so hohem Masse das Interesie
des Prinzen Dolgorutow zu erregen verma
„Mein Interesse! Sie sprechen in Rätseln,
junger Mann! Und ich muß Sie schon ersuchen,
sich etwas verständlicher aus zudrücken.“
In diesem Augenblick war er ganz und
gar der vornehme Aristokrat, der durch die stolze
Würde seiner Haltung und seiner Mienen den
unverschämten Bürge rlichen in dic geziemenden
Schranken zurückweist. Aber nach dem, was
ich gesehen hatte, konnte er damit, wie meister—
haft auch immer er seine Rolle spielen mochte,
naturgemaß keine Wirkung mehr auf mich
hervorbringen.
„Meine Reden sind sicherlich nicht rätsel.
hafter, als die Handlungen Eurer Hoheit,“ er.
widerte ich mit allem Nachdruck, der mir der
Situation angemessen schien. „Ich war leichtsiunig
Lemug. Sie hier allein zu lassen, weil
ch Ihren Namen und Ihren yesellschaftlichen
r ndn als ausreichende Bürgschaften ansah,
Ihnen trauen zu dürfen. Aber Eure Hoheit
waren glücklicherweise nicht unbeobachtet.
mein Diener rief mich noch zur rechten Zeit
urück.
„In der Tat? — Ein Muster von einem
iener, das muß ich sagen. Und nebenher
eln kompletter Idiot!“
„Darüber darf ich wohl meine eigene
Meinung haben. Zumal ich micht unterlassen
will hinzuzusügen, daß ich von draußen durch
das Fenster ins Zimmer geoiar habe, bevor
ich eintrat.“
„Wenn es Ihnen Vergnügen macht, hinter
Türen und Fenstern zu spionieren oder Ihren
Diener auf dergleichen zu dressieren, was
kümmert euv mich !. Das sind Sachen der ECrten.
Die nach den ersten Mobilmachungstagen
der Kasse verbliebenen Mitglieder waren also
zum großen Teil weibliche Personen, Lehrlinge,
Lehrmädchen und ältere Versicherte, die naturgemäß
niedrige Beiträge r2ahlen und erfahrungsgemäß
durch Ar#t und Apothele an die
Kaise die meisten Anforderungen stellen. Die
nun mit der Zeit als Ersatz für die Kriegseinberusenen
Angemeloeten sind natürlich zum
gröhten Teil nur ältere kränkliche Personen und
können infolgedessen keinesfalls die jüngeren gesunden
Versicherten, die im Kriegsdienst sind,
ersetzen, da sie durch den niedrigeren Verdienst
geringere Beiträge zahlen und mehr krank sind
als erstere.
Schließlich kommt noch in Betracht, daß viele
Kriegsteilnehmer ihre Rechte an die Kasse durch
rechtzeitige Anmeldung zur Fortsetzung der Mitglierschaft
gewahrt baden und die Kassenleistungen
infolge Verwundung, Krankheit usw.
schon häufiger in Anspruch nehmen mußten und
noch nehmen werden müssen, als wie dieses der
Fall sein würde, m#nn sie in Arbeit stünden.
Durch die Erhöhung der Beiträge wurde also
crreicht, daß die Leillungssähigkeit der Kasse
auch während der Dauer des Krieges erhallen
wird. Es sleht sicher zu erwarten, daß sofort
nach „Beendigung des ur wieder die früheren
Verhältnisse, d. k. die niedrigeren Beiträg:e,
in Kraft treten.
Die Goldbestände im Bezirk
Rosenheim.
Rosenheim, 24. Nov.
Die Aufforderung zum Vertausche des Goldes
gegen Papiergeld ist im Amtsbezirk Rosenheim
von unerwartet gutem Erfolg begleitet.
Jeden Tag lausen bei der hiesigen Reichsbank
30 O0 bie 40 000 Mk. ein. Schon beziffert sich
der Einlauf auf fast 2 Millionen Mark. Diese
erfreuliche Eischeinung ist ein glänzendes Zeugnis
für den patriolischen Sinn unserer Bebölkerung
und das große allseitige Vertrauen auf
die unerschütterliche Wirtschaftskraft unseres
von allen Seiten angegriffenen Vaterlandes.
Tauschten Toch ältere Austragsbauern ihr
ganzes verfügbares, in Gold beslehendes Vermögen
um. Es waren dies ihre Sparpfennige,
welche sie bisher keiner Bank oder Kasse anvertrauen
zu dürfen glaubten.
Ganz hervorragende Tätigleit in Belehrung
und Aufmunterung der Bevölkerung entwit
kelten di: Herren Geistlichen im gangen Bezirke.
wie auch viele Herren Bürgermeister und Lehrer
in eifriger und erfolgreicher Weise sich beteiligten.
Die Einsammlung erfolgte vielfach von
Haus zu Haus und gar oft kamen wider alles
Erwarten reidiche Goldvorräte zum Vorschein.
In einigen Tagen wurden 70000 Mk. schon
allein zum Rentamt, welches Papiergeld zur
fügung gestellt hatte, abgeliefert, der weitaus
größte Teil wurde bei den Postansialten
umgetauscht.
(Hrößte Anerlennung verdienen solche Männer.
welche ohne jegliches Entgeli sich in den
Dienit des Materlandes gesiellit haben. Um
nur einige Beispiele anz4uführen, haben die Herren
Pfarrer in Flintsbach, Rohrdorf. Pang,
Vogtarenth, Prutting, Hirusberg 10½00 Mi.
und der Herr Burgermeister in Oberaudorf
130 2, Ml. an einem Tage beim Rentamt abgeliefert
und noch weilere Lieferungen in Ausricht
gestellt.
Mogen diese patriotischen Männer noch viele
Nachahmer finden. Insbesondere wäre zuwün-
schen, dah auch in der Stadt Rosenheim eine
solche Sammlung vorgenommen würde. Nach
den bisherigen Wahrnehmungen, die bei der
Sammlung gemacht wurden, ist noch biel Gold
in Privatbesiß, welches aus Unkenntnis und Beauemlichkeit
zurückgehalten wird. Leicht konnte
noch im Beiirk eine halbe Milliön zusammengebracht
werden.
Orlssammelftelle für Liebesgoben.
(Magistratsimmer Nr. 16.)
Nachdem die Haupxtaufgabe unserer Weihnachtssammlung
von Liebesgaben fur die Krieer
im Felde erfüllt ist, soll in Kürze darüber
richtet werden. Recht lebhaft geslaltete sich
* Arbeit der zehn Helferinnen, die täglich mit
olnnahme und Verpadung der Liebesgaben beschäftigt
waren.
Bis jetzt find 45 große und lleine Kisten mit
Siebesgaben an die. Hauptsammelstelle Münen
atgegangen. Von den hiesigen Sammeli
ellen wurde an Geldmitieln der Betrag von
171 Mk. abgeliefert. der Leiterin der Ortsimmelstelle
kie SZumme von 845.75 Mk. perjnlich
übergeben, darunter eine Sammlung in
urstãtt mit 145 Mark u. vom Veteranen= und
Kriegerverein Großholihausen 30 Mkl. Der geuimte
Geldbetrag wurde hier am Playe in
Waren umgeseßzt.
Die höhere Mädchen= und Mädchenvolksschule
aben sich gan: besonders bemultt, an der Weih
chtpende für unsere lapferen Soldaten mit.
.larbeitlen. Teils von heigener, teils von Rote-Kreuz-Wolle
striäten die Schulerinnen der Volksichule
150 Paar Soten, 260 Paar Pulswärmer.
Die höhere Mädchenschule übergab uns 23 schön
gearbeilete, warme Hemden, 50 Lungenschützer,
(2 Hauben, 22 Paar Pulswärmer, 128 Paar
Socken. Von der protestantischen Schule erielten
wir: 13 Paar Solen, 9 Paar Pulswärmer.
Außerdem arbeiteten die verschiedenen Frauenrereine
beirer Konfessionen fieiqzig Liebesgaben
Ller Art. zu gedenken ist auch all jener Striklerinnen,
welche so rasch die von uns ausgegeben:
Note-Kreu.-Woltie verarbeiteten. Eine Auswahl
ler Gaben wanderte in die bekannten Ge
ichenkpalete, von denen 200 ohne Wösche à 0
Mark, und 50 mit Hemd und Unterho'e im Wert
ron 10 bis 12 Mk. angefertig: wurden. Uncrefähr
40 570 fertige abgegebene Palcte eran:en
die Sendungen. We iter gi igen ab Kijten
kit Woliwasche, Unterhosen.
iele Kisten mit Vaäwerk, Lekenemitteln und
VGetränken und als Lieblingsweihnacktsgeschenk
ine Kift: mil Zigarren, Zigaretten, eine Kist:
auchtab#k, zum Tei. ein Geschenk der Präpaandenschüler
Rosenheims. Auch rührende kleine
Nindergaben waren en verreichnen. Der Chriitliche
Mütterverein hat 200 büb'che Säterln
rit Dörrobst gespendek.
Die neuen Kiüflen waren alle von der Firma
Jamberger zur Verfugunz genellt. Der Haus
eier der Herrn Magistratsrats Wolf ha 1.
asmttide Kisten ugenagelt, siher auch einc tück
iige Arbeitsleislung.
Die Cemeinde Rußdorf hat sich zu rechler
heit noch mit drei Kisten Liebesgaben ein
neilellt. di: und DHerr Regierungstat Baur
ꝛ. berwieĩen hat.
Unsere Sammeliteile konnte auf diese Wrile
eine Wihnack t#liebesgale im Mr.te von un
nefähr 401 Mk. in? Felo schicken. Oefsentlicher
älehung und des guten Geichmacks.
schlt es mir noch an jeder ptausiblen Erklarung
für Ihre sonderbaren Rede
ie Notwendigkeit, Erkiarungen ab#ngeben,
scheini mir viel eher auf Ihrer Seite, als
der meinigen zu liegen. Ich bot die Gastfreundschaft
meines Hauses einem Edelmanne,
nicht einem Menschen. der die Gelegenheit
wahrnahm, meine Prioatpapiere zu durchstöbern.“
„Sie schlagen da einen sehr hohen Ton
an, Herr Lazar!“
„Es ist der Ton. zu dem meine Kenntnis
„ Dinge mich berechligk. 38 Sie an
- Schreibtisch — und ich sah Sie im
Besitz von Papieren, die sorgiöhiig verschlossen
gewesen waren. als ich Sie verließ.“
e sollten einen öieer konsultieren.
mein Bot Seitdem Sie fortgingen. habe
ich decsen Sessel noch nicht verlassen
ügen gut. mein Prinz. aber leider
nicht' 8 genug.“
Er geriet noch immer nicht aus der Fassung.
und er betrachtete mich mit einer gewissen neu-Lierigen
Verwunderung, so wie, man ein merk.
würdiges. Vhier zu vetrachten pilegt.
S sagte er nach zihes kleinen Weile,
„daß * ven den Sitten und Gewohnhbeiten
dieses wundervollen Balkanlandes noch nicht
volltommen vertraut bin. In Rußland oder
in Frankreich pflegt man a in solchem Fall
seine Sekundanten zu schicken. Wie aber, mein
werter Herr Lnzar, oerfährt man bei Ihnen
mit einem Michschen. von dem man ein Lügner
genannt worden ist?“
„ Sagen Sie Mir lieber, Prin) Dolgorukow,
wie man in Rußland oder in Frankreich mit
einem Menschen verfährt, de:n eine vertrauens-Dank
allen Spendern von Gaden, allen Ge-Vorlaufig
voll gewähre Gastireundichairn dazu brufe
lich zu bei lehmen wie ein nun. Wurilin solle
ich sögern. es auszusprechen? lie ein ge
meiner Dieb“
auf Der Gefragte machte eine gerinnichatzige
Bewegung mit den Schultern und nahm sich
eine Zigarette aus dem Kasichen, dar ich d#hin
für ihn bereitgestellt hatie.
ie sind noch sehr jung, Herr Lazar! —
Und Sie rechnen ohne Zweritel jelieniest darauf.
eine glan zende Karriere zu machen. Ich kann
nicht beurteilen, wie in dieser Hiniunt Ihre
Chancen stehen. Aber ich denke, daß Sie es
begreiflich finden werden, wenn auch andere
Leute Karriere machen wollen. Und ich sche
nicht ein, warum Sie nicht vorziehen wollten,
sich von jemandem, der auf für Sie unerreichbaren
Höben wandelt, gewissermahen ins
Schlepptau nehmen zu lassen. Das würde
Ihren Weg unter allen Umständen bedeutend
beguemer machen. Wollen Sie, daß ich ganz
frei: nütig zit Ihnen rede?“
» ebe keinen Anspruch auf das Vertrauen
Errer Hobeit. Denn ich wüßte nicht,
was mich an dem. was Sie mir mitteilen
könnten, irgendwie interessieren soilte.“
.Seien Sie nicht so voreillg in Joren
Schlüssen. GEs moöchte doch sei, daß wir
uns gegenseit: g recht nützlich werden könnten.
Und wenn Sie mich besser kennten, wurden
Sic wissen, daß es noch niemanden gereut hat,
dem Prinzen Dolgorutow zu Diensten gewesen
zu sein.“
.Das ist möglich. Aber es kümmert mich
nicht. Ich habe ganz und gar nicht den Wunsch.
Ihnen zu Diensten zu sein, und es erübrigt
sich deshalb mohl, weiter danon zu reden.“
„Wie ungeduldig Sie lind — und wie