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heißen, deßwegen hatte er doch in der Gesellschaft selbst nichts
vorzugsweise zu befehlen. Viele andere angesehene Glieder
der Gemeinde, denen Alter, Reichthum oder äußere Würde
ein vorzuͤgliches Ansehen verschaffte, hatten manchmal eben
so viel zu sagen, als er; man gab ihm auch weiter keine Besoldung,
sondern wenn er etwa nicht von seinem Vermoͤgen
zu leben hatte, so durfte er von dem Gelde nehmen, das die
Gemeinde zu Unterstützung der Armen zusammenlegte. Es
war damals selbst für den Gelehrten keine Schande, ein Handwerk
zu treiben oder durch Handel seine Nahrung zu suchen,
das that also auch der Bischof noch als Bischef, wie er es
vorher gethan hatte.
Freilich blieb das alles gar nicht lange so, und vorzüglich
nicht bei größeren ausgebreiteteren Gemeinden.
Der Bischof mußte hier seine Hand in Allem
haben. Alle, besonders kleinere Streitigkeiten, die entsianden,
wurden vor ihn gebracht; sein Rath emschied bei wichtigen
Verlegenheiten; ihn fragte man zuerst bei Allem um seine
Meinung, und weil die neue Gesellschaft weder von jüdischen
noch von heidnischen Richtern genaue Gerechtigkeit hoffen
konnte, so schlichtete man so viel möglich Alles selbst unter
einander. Dieser Bischof war auch bald Herr von der Gemeinkasse,
und so wenig beträchtlich diese auch von Anfang
war, so gab es doch Gelegenheit, daß die Armen der Gemeinde
ehrfurchtsvoller auf ihn hinsahen, und Arme waren
immer der größere Theil. Selbst die Ordnung, die bei einer
so neu entstandenen Gemeinde sehr sorgfältig erhalten werden
mußte, machte es nothwendig, daß vorzüglich Einer zu sprechen
haben sollte, machte es um so nothwendiger, da die Mitglieder
bei den ganz entgegengesetzten Denkungsarten, die sie
zusammenbrachten, nicht immer in Einigkeit lebten. Frühe