Full text : Geschichte der Hohenzollern.

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Strausberg  und  Landsberg  gingen  in  Rauch  und  Flammen  auf.  Frankfurt
gerieth  in  große  Gefahr,  wurde  aber  tapfer  und  mit  Erfolg  von  der  Bürgerschaft
  vertheidigt.  Der  Stadt  Bernau  drohte  ein  äbnliches  Schicksal,  doch  auch
hier  brach  sich  die  Gewalt  der  Feinde  an  der  Standhaftigkeit  der  Bürger.  Sie
hielten  sich  so  lange,  bis  Markgraf  Friedrich  der  Jüngere  mit  einem  Theile  der
märkischen  Mannschaft  herbeieilte  und  die  Hussiten  zu  einem  übereilten  und  verlustvollen
  Rückzug  zwang.  Noch  heut  zu  Tage  findet  man  hussitische  Waffen
als  Zeichen  des  rühmlichen  Kampfes  der  damaligen  Bernauer  in  dem  Rathhause
ihrer  Stadt  (1632).

Schon  im  folgenden  Jahre  nahte  sich  endlich  der  Streit  seinem  Ende,
denn  es  entstand  eine  heftige  Spaltung  zwischen  den  fanatischen  Taboriten  und
den  gemäßigten  Calirtinern,  welche  das  Baseler  Concil  beschickt  und  in  den  vier
sogenannten  Prager  Artikeln  die  Selbstständigkeit  ihrer  Kirche  zu  sichern  gesucht
hatten.  Das  Concil  gewährte  ihnen  ihre  Forderungen  unter  dem  Namen  der
Compactaten.  Hiermit  nicht  zufrieden,  griffen  die  Taboriten  zu  den  Waffen,
wurden  aber  von  ihren  Gegnern  aufs  Haupt  geschlagen  (1431).  Nun  erst
konnte  Siegmund  als  anerkannter  Herrscher  in  seines  Vaters  Königsburg  einziehen,
  und  Kurfürst  Friedrich  schien  richtig  geurtheilt  zu  haben,  daß  die  Husfiten
  nicht  mit  Waffengewalt  besiegt  werden  könnten.

Friedrich  1.  war  trotz  der  Sorgen  wegen  des  Hussitenkrieges  stets  aufmerksam
  darauf  geblieben,  seine  Hausmacht  zu  vergrößern.  Diese  Neigung  trat
hervor,  als  im  Jahre  1122  mit  -  Abtecht  11I.  das  askanische  Geschlecht  ausstarb.
Friedrich  I.  erhob  verschiedene  Anspeiche  auf  das  eröffnete  Reichslehen,  deren
haltbarster  ohns  Zweifel  ·  darin  bestand,  daß  sein  Sohn  Johann  mit  Barbara,
der  Tochter  des  Herzoas  Ruxolph  II.,  Albrecht  III.  Bruder,  vermählt  war,  und
zur  Sicherstelluno  der  ihm  versprochenen  Mitgift  Pfandansprüche  auf  das  Land
Wittenberg  erhalten  hatte  Dahrr  bemächtigte  sich  auch  Friedrich  I.  unverzüglich
dieses  Landes  und  wendéte  sich  natürlich  in  Bezug  auf  die  fernere  Entscheidung
an  den  Kaiser.  Siegmund  entschied  sich  aber  für  Friedrich  den  Streitbaren,  Markgrafen
  von  Meißen,  der  ebenfalls  Ansprüche  geltend  machte,  und  schon  die
Anwartschaft  von  jenem  empfangen.  Letzterem  lag  es  wohl  daran,  einen  so
mächtigen  und  reichen  Fürsten  sich  näher  zu  verpflichten,  während  er  Friedrich  I.
schon  hinlänglich  belohnt  zu  haben  meinte.  Der  Kurfürst  fügte  sich  und  überließ
  das  Wittenberger  Land  dem  neuen  Herzog  für  eine  Abfindungssumme  von
28,000  Gulden.

Ein  späterer  gegen  die  Herzöge  von  Mecklenburg  erhobener  Anspruch  auf
das  Land  Wenden  und  Werle  hatte  bei  Kaiser  Siegmund  bessern  Erfolg  (1436);
allein  die  Gegner,  wie  meistentheils  in  jenen  Zeiten,  gehorchten  dem  oberherrlichen
  Spruche  nicht,  und  so  blieb  die  Angelegenbeit  im  Grunde  doch  unerledigt
Friedrich  I.  hatte  durch  seine  langjährige  politische  Thätigkeit  in  dem  Grade
das  allgemeine  Vertrauen  gewonnen,  daß  nach  Siegmund's  Tode  (1437)  ein