Full text : Regierungsblatt für das Königreich Württemberg vom Jahr 1865. (42)

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Chronica.  59

cammergericht®  '),  der  ander  Daniel  amptman  zu  Bogsperg?),  dem
der  Churfurst  pfaltzgraff  Ludwig  dis  ampts  sein  lebenlang  verschriben,
darumb  das  er  im  baurnkrieg  der  erst  gewesen,  der  die  baurn  uff
Königshoffer  haydt  angriffen,  und  den  ersten  baurn  erstochen.  Er  ist
ein  dapfferer®  reuttersman  geweszen  unnd  bey  vilen  redlichen  tahtten
geweszen?°).

Bachenstein‘)  ist  zwayerley,  erstlich°  haben  ein  gelben
strich  ubereckh  wie  itzo  die  Senfften,  und  auff  dem  helm  ein  ploen
ainhorn,  doch  on  fuesz,  welches  underschidlich  Senfiten  und  Bachenstein®;
  die  andern,  Bachen  von  Dettingen  genannt,  deren  doch
auch  etlich  zu  Hall  gewont  haben.  Vonn  ircem  wappen  such  bey
den  Schlössern  am  Kochen.

Kurtz?)  drey  weysser  schneballen®  in  ainem  schwartzen  feldt,

a)  zu  Speyer  T.  b)  waidlicher  T.  c)  ottlich  7".  d)  welches  S.  u.  B.  undorscheidet  7".
eo!  schnebel  T.  (ua  pur.  won  schnebul  zu  denken).

!)  Fr  wurde  Prolst  1525,  Dekan  in  Coml.  1535,  starb  nach  heftligem
Siechtum  1536.  (Widm.  Chr.  F\  67.)

?)  5.  Boxberg,  zwisch:n  Osterhurken  und  Mergentheim.  Vrgl.  auch  unten
Alhschn.  „Lehenfels“.

°®)  Dieser  Daniel  Treutwein  der  Nohn  war  es  wohl,  der  in  dem  Hand:l
Herzog  Ulrichs  mit  d.n  Huttenschen  1516  für  den  Ilerzoy  entschieden  Partei
ergriff,  indem  er  die  Schuld  vornehmlich  auf  Dietrich  Späth  wälzte.  Heyd  Ierz.
Ulrich  I.,  409,  477,  und  der  das  Heyd  II,  63  benützte  Gedicht  verfusste.  welches
nach  Ulrichs  erster  Vertreibung  seine  Nache  verteidigte.  Während  des  Mömpelgarder
  Exils  gehörte  er  zu  den  nächsten  Vertranten  des  Herzogs  und  diente
ihm  als  Sekretär  Ileyd  II,  113  f.  1527  wurde  er  durch  den  Nehwäbischen
Bund  zur  Purgation  citiert  wegen  Beihilfe  und  Unterschleif,  die  er  mit  vielen
andern  dem  Thomas  Alısberg  gewihrt  hatte,  WEr.  9,  365.  Herolt  scheint  diese
Bundesgenossenschaft  dem  „dapferen  Reutersmeann“  nicht  so  schwer  angerechnet
zu  haben.

%)  Die  Burg  Bachenstein,  von  der  noch  wenige  Ruinen  erhalten  sind,  lay
(WFr.  6,  115)  westlich  von  Döttingen,  OA.  Künzelsau.  Nach  L.  Fromm
„Die  Ritter  von  Buchenstein  im  Kocherthal“,  Wr.  1617,  I£  ff.  hatte  das
Geschlecht  zwei  Zweige,  deren  einer  seinen  Wohnsitz  auf  der  Burg  hatte,
während  der  andere,  die  Münzmerster  genannt,  in  Hall  ansässig  war.  Die
zahlreich  (über  50)  erhaltenen  Regesten,  die  in  WIr.  I  IX  zerstreut  sind  und
durch  KHR.  ergünzt  werden,  reichen  von  Walther  Bacho  von  Thetingen  1225
is  1490.  Das  Geschlecht  war  legütert  im  Kocherthal,  sodann  in  Dörzbach,
Leu'ershausen,  Weissenkirchberg,  Ummenhofen,  Über  die  Freig-bigkeit  der
Bacheustein  gegen  die  Kirchen  von  Hall  und  das  Stift  zu  Öhringen,  ihre
Schicksale  und  den  wohl  mit  der  Zerstörung  ihrer  Stammlurgy  in  Zusammenhang
  stehenden  Npoltvers,  s.  Fromm  I.  c.  —  Der  letzte  Bachenstein  %  1497.

)  Über  die  Kurtz  und  Pettersheim  (s.  8.  60)  sind  keins  nennenswerten
Regesten  aufzufinden.