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„die Jungfrau von Orleans“, „die Braut von Messina“
und das Schauspiel „Wilhelm Tell“ schrieb. Alle diese Werke
wurden mit Begeisterung aufgenommen, denn alle zeugen von seinem.
lebhaften Sinne für das Edle, Gute und Schöne. Er wurde des.
Volkes Lieblingsdichter. Als er im Herbste 1801 nach Leipzi
ging, um der ersten Aufführung seiner „Jungfrau von Orleans"
eizuwohnen, war das Theater trotz des heißen Tages zum Erdrücken.
voll. Kaum rauschte nach dem ersten Akte der Vorhang nieder,
als ein tausendstimmiges: „Es lebe Friedrich Schiller!“ wie aus
einem Munde erscholl. Der Dichter dankte von seinem Platze aus
so bescheiden, daß ihn nur wenige gewahr wurden. Nach der
Beendigung des Stückes strömte daher alles herbei, um ihn
zu sehen. Der weite Platz vor dem Schauspielhause war dicht
gedrüngt von Menschen. Als er aus dem Hause trat, wurde augen.
licklich eine Gasse gebildet. „Das Haupt entblößt!“ erscholl es
von allen Seiten, und so ging der Dichter durch die Schar seiner
Bewunderer hindurch, die mit abgenommenen Hüten ihn begrüßten,
während hinter ihnen Väter ihre Kinder in die Höhe hielten undriefen:
„Seht, dieser ist es!“ Leider starb er schon am 9. Mai 1805,
dem deutschen Volke viel zu früh. Er hat uns gelehrt, in Wahrheit
und Schönheit, in Freiheit und Menschenwürde die edelsten Güter
der Menschheit zu erkennen. (Hugo Weber.)
Wenjamin Franklin.
Benjamin Franklin, einer der größten Männer der Neuzeit,
ja aller Zeiten, ward geboren im Ichre 1706 zu Boston in Nordamerika.
Die Eltern des Knaben waren unbemittelt, und ihre-Verhältnisse
gingen in dem Maße zurück, wie er aufwuchs. Anfangs.
hatten sie gehofft, aus dem zweiten Sohn Benjamin einen Geistlichen
erziehen zu können, mußten ihn nun aber mit zu ihrem Geschäfte
verwenden, das in Seifensieden und Lichterziehen bestand. Der
Geist des lingen Seifensieders ließ keine Gelegenheit, sich zu bilden,
vorübergehen und suchte einstweilen in der kleinen Bücherjammlung
seines Vaters nach Nahrung, die nicht ohne Folge für sein Leben
war. Als Benjamin zwölf Labre alt war, kam sein älterer Bruder
Jakob aus England zurück und erbot sich, ihm die Buchdruckerkunft
beizubringen. Benjamin ward nun Drucker; er arbeitete fleißi
benutzte aber die Freistunden und oft die Nächte dazu, sich fortkbilden
und Kenntnisse nach allen Richtungen hin zu sammeln.
in Kaufmann, der den Jüngling liebgewonnen, öffnete ihm seine
Büchersammlung und erwarb dch dadurch große Verdienste um ihn.