127
Preußen dem Deutschen Orden allzeit bewiesen hatte. Doch die Darstellung
des Bischofs lautete so bestimmt, die Erzählung der Thatsachen
war so einfach, die Zuversicht, womit er eine Untersuchung
verlangte, so unverdächtig, daß Gregor, ob auch mit schmerzlichem
Widerstreben, sich der Ueberzeugung hingeben mußte, Christian rede
die Wahrheit. Allerdings machte zu gleicher Zeit die unumwundne
Parteinahme des Ordens für Friedrich, den Dränger der Römischen
Kirche, welche sich gerade jetzt, da dieser dem Banne verfallen war.,)
recht augenscheinlich herausstellte. "#) es dem Papste glaublich, daß derselbe
wohl auch anderswo der Kirche feindselig gegenüberstehen könne;
und an dem Legaten Wilhelm von Modena hatte Gregor schon früher
eine Ungerechtigkeit rügen müssen, die derselbe dem Deutschen Orden
zu lieb 1238 in dem Streite mit Dänemark begangen.)
— —— ——
265) Am 24. März 1239. Rich. de S. Germ.
266) Vgl. die merkwürdige Bulle Gregors vom 11. Juni 1239 an den Deutschen
Orden, woraus eine Stelle bei Voigt, Gesch. Pr’s., III. 591: „Mit allem
Rechte wundern wir uns und mit Unwillen muß es uns erfüllen, daß ihr, nachdem
wir aus besonderer Liebe euch und durch euch cuerm Orden so viele und so große
Freiheiten und Begünstigungen ertheilt haben, — unsere Liebe so ganz vergesset und
gegen unfre Gunst so undankbar seid, daß ihr das Gute mit Bösem vergeltet, daß
ihr dem Feinde der Kirche, der den katholischen Glauben bestreitet und die Freiheit
der Kirche mit Füßen tritt, mit Rath und Anhänglichkeit beistehet, statt daß ihr uns
und der Braut Christi, der Kirche, in Allem kindliche Ehrfurcht beweisen solltet, daß
ihr die Gemüther der ibr Ergebenen vom Gehorsam und der Ergebenheit gegen die
Kirche nach allen eueren Krästen abzuziehen und für den Gehorsam gegen jenen
Satan zu gewinnen suchet. — Wir ermahnen und gebieten und befehlen euerem
ganzen Or#en aufs Nachdrücklichste und bei der Pflicht eueres Gehorsams, daß ibr
— forthin — den Entschließungen des Apostolischen Stuhles — nachkommt —.
Wofern dies nicht geschieht, so wisset, daß wir euch und euelem
Orden alle Privilegien und Begünstigungen, die wir euch
verliehen, für immer entziehen werden.“
267) Der Legat hatte, in Srreitigkeiten des Ordens mit dem König von
Dänemark, eine päpstliche Bulle unterdrückt, bis der König von Dänemark,
der sie veranlaßt und lange vergebens erwartet hatte, dem Papste die Anzeige
machte, worauf denn Gregor dem Legaten ein solch unredliches Benehmen streng
verwies: „Sed tu directas tibi a nobis super huiusmodi ezecutione litte-