Metadata : Regierungsblatt für das Königreich Württemberg vom Jahr 1844. (21)

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g.  6.  «
Die  Gerichts-Beamten  erscheinen  bei  Eides-Abnahmen  in  der  Regel,  der  etwa  beigezogene
Geistliche  stets,  in  der  Amtstracht.
Auch  ist  darauf  zu  achten,  daß  die  Gerichts-Beisitzer  und  Zeugen  in  anständiger  Kleidung
erscheinen.

K.  7.

Die  Vereidung  eines  Zeugen  vor  seiner  Vernehmung  über  die  Sache  selbst  ist  unstatthaft.
ohl  aber  soll  derselbe,  wenn  seine  Beeidigung  nicht  überhaupt  unzuläßig  ist  (vergl.  Straf-Prozeß-
  Ordnung  Art.  213,  Abs.  1  und  2),  vor  aller  Fragestellung  darauf  hingewiesen  werden,
daß  er  seine  Aussage,  wenn  dieses  dem  Gericht  erforderlich  scheine,  eidlich  zu  bekräftigen  baben

verde  (Straf-Prozeß-Ordnung  Art.  202).

G.  8.
Wenn  die  Vernehmung  eines  Zeugen  beendigt  ist,  wozu  gehört,  daß  derselbe  auch  darüber
befragt  worden  sey,  ob  ihm  außer  dem  Angegebenen  nicht  etwa  noch  anderweitige,  auf  den
A#ibenstano  der  Untersuchung  bezügliche  Umstände  bekannt  seyen;  so  hat  der  Untersuchungs-Richter
  zunächst  zu  erwägen,  ob  die  Zeugen-Aussage  voraussichtlich  auf  das  End-Urtheil  von
W  sey.  Bejahenden  Falles,  und  wenn  zugleich  gegen  die  Eidesfähigkeit  des  Zeugen  kein
edenken  vorwaltet  (vergl.  Straf-Prozeß-Ordnung  Art.  213),  ist  weiter  zu  ermessen,  ob  vie
Edes-Abnahme  sogleich  oder  erst  später  zu  geschehen  habe  (Straf-Prozeß.  Ordnung  Art.  211).
,  H.9.
Cin  Aufschub  derselben  findet  insbesondere  Statt:
a)  wenn  der  Untersuchungs-Richter  für  angemessen  erachtet,  den  Zeugen  zur  Beeidigung
durch  einen  Geistlichen  besonders  vorbereiten  zu  lassen;
b)  wenn  zu  vermuthen  ist,  es  werde  der  Zeuge  durch  die  Aussagen  anderer  Jeugen  oder
auch  des  Angeschuldigten  bestimmt  werden,  seine  Aussage  in  dem  einen  oder  andern
Punkte  zu  verändern;
6)  wenn  gegründete  Hoffnung  der  Herstellung  sonstigen  Beweises,  z.  B.  durch  Geständniß,
  vorhanden  ist.
S.  10.
Zur  Vorbereitung  des  Zeugen  auf  den  Eid  ist,  so  weit  es  ohne  größere  Kosten  und
wierigkeiten  geschehen  kann,  vorzugsweise  dessen  ordentlicher  Beichtiger,  sonst  aber  ein  am