324 Erschwerte Entbindung.
Pfirsich-, Traubensaft bei Hitze und Durstgefühl ohne Wasserzusatz zu
genießen. Kartoffeln esse man nur selten und in kleinen Mengen, weil sie
zu viel Kali enthalten.
Die empfohlenen Nahrungsmittel sind nicht etwa frei von Erden, welche
die Knochen hart machen, sie enthalten nur weniger davon; die geringere
Menge genügt, um die Mutter gesund zu erhalten. Ebenso wichtig ist es,
nicht zu viel Eiweiß, Mehl, Wasser und Fett in der Nahrung beizubehalten,
weil diese zu aufgeschwemmten Kindern führen. Die Mutter trinke und
salze daher nicht, sie halte sich vorwiegend an saftreiche Früchte und vermeide
mehlreiche Nahrung. Ganz feines Weizenmehl ist salzarm und kann als
Zutat in kleinen Mengen genossen werden. Bei Aderanschwellungen, Fettsucht,
Blut= und Kotstauungen der Mutter ist eine noch viel strengere Kost nötig,
welche die meisten gekochten Speisen ausschließt. Diese muß der Arzt verordnen.
Durch den Kaiserschnitt wird ein neuer Geburtsweg, durch die
Bauchdecken durch, geschaffen, und man verzichtet auf die natürliche Geburt
durch den Beckenkanal. Diese Methode, die Mutter von der Frucht zu befreien,
heißt „Kaiserschnitt“, weil dieser Name von Cäsar und ursprünglich
von dem lateinischen caedere (schneiden) abgeleitet wurde. Bekanntlich war
der römische Diktator Julius Cäsar auch aus dem Leibe seiner Mutter geschnitten
worden. Bei dem früheren Stande der Technik war sie für das
Leben der Mutter entschieden eine gefährliche Operation, heute ist sie es bei
einer im übrigen gesunden Mutter nicht mehr. Wenn Gebärnnfähigkeit
von den Arzten nachgewiesen ist, können wir jedem Ehepaar, das vielleicht
schon sehnlichst seit Jahren auf ein Kind wartet, nur raten, den Kaiserschnitt
vornehmen zu lassen, vorausgesetzt natürlich, daß die Frau außer dem Beckenfehler
sonst keinen Körperfehler hat. Eine Wiederholung des Keiserschnittes
aber, die ja auch schon mit Glück ausgeführt worden ist, raten wir dennoch
nicht an. Es muß dann vielmehr in zuverlässiger Weise Schwangerschaftsverhütung
angestrebt werden. (Siehe Seite 255.)
d) Der kindliche Körper. Auch dieser kann zu einem bedeutenden
Geburtshindernis werden. Nicht nur gibt es sogenannte „Riesenkinder",
die fünf bis sieben Kilogramm wiegen und bei älteren Frauen beobachtet
wurden, die schon vielen Kindern das Leben geschenkt hatten, sondern es
gibt auch Mißbildungen, welche die glückliche Geburt des Kindes gar nicht
wünschenswert machen. Unter diesen ist der Wasserkopf die häufigste.
Konnte er von außen festgestellt werden, so darf im Interesse der Mutter
eine langwierige und schmerzhafte Geburt gar nicht abgewartet werden.
Man „punktiert“ dann den Kopf, das heißt man bohrt ihn an, damit die
Flüssigkeit sich entleeren kann und der Umfang des Schädels kleiner wird.
Dann erst läßt man die Wehen weiter wirken und wendet die Zange an,
wenn der Kopf gefaßt werden kann und der Kräftezustand der Frau eine
Abkürzung der Geburt wünschenswert erscheinen läßt. Früchte mit Wasser-