Metadaten : Die Ersatzlebensmittel in der Kriegswirtschaft.

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nötigte,  falls  sie  weiter  herstellen  wollten.  Dieser  Grund  dürfte  auch
noch  in  dem  zweiten,  zum  Teil  sogar  noch  im  dritten  betrachteten
Zeitraum  wirksam  sein.  Die  einzelnen  Ersatzmittelgruppen  weichen
mitunter  ganz  wesentlich  von  dieser  allgemeinen  Regel  ab.  So  weisen
z.  B.  die  konzentrierten  Kunstlimonaden,  die  Backpulver  und  die
Pudding=  und  Speisepulver  eine  gerade  entgegengesetzte  Tendenz  auf.
Bei  den  konzentrierten  Kunstlimonaden  mag  der
Friedenszustand  von  Einfluß  sein,  der  die  Hersteller  veranlaßt,  eine
Reihe  von  früher  im  Frieden  hergestellten,  aber  bisher  nicht  zur
Anmeldung  gebrachten  Erzeugnissen  jetzt  wieder  herzustellen.  Zum
Teil  sind  es  auch  neue  Erzeugnisse.  Alsdann  kann  für  die  Erscheinung
noch  in  gewissem  Umfange  ein  Grund  mitsprechen,  der  für  die  Erzeugung
  der  Essenzindustrie  allgemein  zutrifft.  Eine  Reihe  von  Firmen
haben  es  nämlich  lange  Zeit,  entgegen  der  Verordnung,  ganz  oder
zum  Teil  unterlassen,  ihre  in  dieser  Zeit  tatsächlich  hergestellten  Erzeugnisse
  zur  Anmeldung  zu  bringen.  Schließlich  dürfte  auch  der
Neubildung  des  Begriffes  einer  konzentrierten  Kunstlimonade  eine
nicht  zu  wesentliche  Verschiebung  der  Prozentsätze  zur  Last  fallen.  Bei
den  Suppen  und  bei  den  Pudding=  und  Speisepulvern
  stellen  sich  die  Prozentsätze  für  1918  auf  95  bzw.
67,8  5.  Erst  nach  Abzug  der  Genehmigungen  der  Kriegsnährmittel
G.  m.  b.  H.  tritt  hier  der  vergleichbare  Prozentsatz,  und  zwar  mit
3,1  3  bzw.  13,8  %,  in  Erscheinung.  Bei  beiden  Ersatzlebensmitteln
mag  zugleich  mit  dem  früher  noch  stärkeren  Mangel  an  geeigneten
freien  Rohstoffen  die  gestellten  Anforderungen  an  derartige  Erzeugnisse
  mitgewirkt  haben.  Das  Ansteigen  der  Genehmigungen  von
Ersatzwurst  erklärt  sich  aus  dem  allmählichen  Aufkommen  derartiger
  Erzeugnisse.  Die  Bewegung  bei  Fleischextrakt,
Fleischbrühwürfel  und  Fleischbrühersatzwürfel
ist  zunächst  eine  stark  fallende.  Alsdann  bleibt  sie  gleich.  Sie  kann
auf  eine  gewisse  Sättigung  des  Marktes  zurückgeführt  werden.  So
ziemlich  nach  der  Regel  gestalten  sich  die  Prozentsätze  bei  den
Extrakten  für  Limonaden,  den  Würzen,  Backpulvern
  und  dem  deutschen  Tee.  Die  trinkfertigen
Lim  oonaden  zeigen  im  dritten  Zeitraum  eine  neue  Steigerung.
Die  Gründe  hierfür  dürften  ähnliche  sein  wie  bei  den  konzentrierten
Kunstlimonaden.  Die  Limonaden-Essenzen  hatten  ihren
Höhepunkt  im  letzten  Vierteljahr  1918.  Neben  den  für  die  Gesamtgruppe
  geltenden  Gründen  dürfte  hier  die  Umwandlung  von  vorläufigen
  Genehmigungen  in  endgültige  besonders  in  Erscheinung
treten.  Im  einzelnen  gibt  nachstehende  Aufstellung  über  die  Verteilung
  der  Genehmigungen  bei  einigen  Hauptgruppen  von  Ersatzlebensmitteln
  auf  die  einzelnen  Zeiträume  Aufschluß.  «