Bweiter Abschnitt.
Unter den Fürsten des Reiches nach dem westfälischen Frieden
ragte Friedrich Wilhelm von Brandenburg hervor, eines schwachen
Vaters größerer Sohn. Es ist merkwürdig, daß selbst in dem
unentschlossenen Georg Wilhelm sich der Trieb nach Erwerbung
regte, der ein so hervorstechendes Zeichen seiner Nachkommen geworden
ist. Nachdem er 1627 den Wallenstein mit offenen Armen
aufgenommen, den Herzog Maximilian von Bayern als Kurfürsten
anerkannt, ließ er dem Kaiser noch weitere Anerbieten thun. Er
wollte künftig auf Reichs= und Deputationstagen ganz so stimmen,
wie der Kaiser es ihm vorschreibe, unter der Bedingung, daß er
dafür die Anwartschaft auf die Gebiete seiner Nachbaren erhalte.
Die Zahl dieser Nachbaren war nicht gering: es waren so ziemlich
sämmtliche Fürsten in Norddeutschland. Der Kaiser würdigte
das Anerbieten nach Verdienst. Er gebot es ohne Antwort zu den
Akten zu legen.“)
Statt Neues zu erwerben, wußte Georg Wilhelm nicht zu behalten,
was er hatte, oder zu erlangen, was ihm rechtmäßig zu-1)
Hurter: Ferdinand II. Bd. IK. 537.