Metadaten : Rosenheimer Anzeiger. 62. Jahrngang (62)

Aummer  118

nition.  Angrisfe  des  Feindes  am  16.  Mai  an
vier  Punkten  en  unsere  Stellungen  auf  dem
Berg  Ziaret  Tepe,  40  Kilometer  östlich  der  Ortschaft
  Baiburt,  fewwie  gegen  die  Stellungen  ber
Adagh,  10  Kllometer  südlich  des  genannten
Verges,  sind  sämtlich  mit  ungeheuren  Verlusten
des  Feindes  abgeschlagen  worden.  Am  kinken
Flügel  im  Küstenabschnitt  beschäftigte  sich  der
Feind  mit  Befestigungsarbeiten.  Am  16.  Mai
nachmittags  seuerte  ein  seindliches  Wachtschiff
in  der  Umgebung  von  Tschesme  an  der  Küste
ron  Smyrna  einige  Geschofse  wirkungslos  ab;
er  zog  sich  zurück.  Auf  einem  feindlichen  Monilor,
  der  an  der  Küste  der  Insel  Keuften  tran.
dele,  rief  das  Feuer  unserer  Artillerie  einen
Brand  herror.  Es  ist  nur  noch  das  Wrack  vorhanden.
  Auf  den  übrigen  Fronten  keine  Ver
änderungen.

aliens  Nunger—Englands  Geschät

Die  inneren  Zustände  in  Italien  haben  sich
so  zugespitzt,  *  mit  einer  gewaltigen  Explosion
des  Vollsunwillens  jeden  Tag  gerechnet  werden
lann.  Große  Truppenmassen,  die  für  die  Front
beilimmt  waren,  wurden  in  den  großen  Garnisonestädten
  in  den  Kaijernen  zurückbehalten  oder
oder  nach  Beflimmung  des  Garnisonslomman
dos  in  die  volkreichen  Vorstädte  verteilt.  Jedoch
Ke  die  Regierung  wenig  Luft  zu  verspüren,
diese  Trurpen  gegen  das  Voll  zu  rerwenden,
nachdem  ein  Linieninsanterie-  Regiment,  desisen
Chef  der  Herzog  von  Braganza  ist,  gelegentlich
der  Niederdrückung  einer  Rer  olle  in  Alei#andria
lotal  versagte,  den  Gehorsam  verweigerte  und
nur  durch  schleunige  zurndsuhrung  in  die  Kaserne
  daran  gehindert  wuroe,  mit  den  ausgeaen
  Volksmassen  gemeinsame  Sache  zu  ma.

 

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dn  manchen  Städten  Italiens  i#t  die  Erbit.
terung  gegen  England  jo  groß  geworden,  daß
die  dort  ansässigen  Englander  es  rorzogen,  bei
Nacht  und  Nebel  zu  rerschwinden.  Das  hat  seine
guten  Gründe.  Denn  jeder  Italiener  fühlt,  daß
sein  Heimatland  schamlos  ausgewuchert  wird.
Zu  Beginn  des  italienischen  Feldzuges  über.
schwemmten  englische  Kommissare  das  Land,
um  sämtliche  Vorräte  für  England  aus#ulaufen.
Troß  des  itglienischen  Ausfuhrrerbotes  war
Land  sehr  schnell  aller  Lebensmittel  enlose
denn  die  ausgekauften  Ledenomitlel  wanderten
in  die  großen  Vorralsh##lie#n  der  englischen  Kompagnien,
  die  diese  in  Genua,  Brindisi,  Neapel,
Rom.  Mailand  und  Narenna  errichtet  hatten.
Den  Bauern  wurde  die  Ernte  auf  mehrere  Jahre
abgekauft,  fast  jeder  Halm  auf  Italiens  Boden
gehört  den  Engländern.  Nun  werden  zwar  die
Engländer  durch  das  Ausfuhrverbot  daran  gehindert,
  die  Lebensmitlel  aus  dem  Lande  zu
führen,  aber  an  die  Auofuhr  denken  die  engluichen
  Handelsleute  auch  gar  nicht,  denn  die
Auosfuhr  würde  durch  die  teure  Fracht  ein  sehr
ichlechtes  Geschäft  werden.  Die  Engländer  hallen
  vieln).ör  ihre  Waren  seit,  bis  die  Lebensmittelpreise
  eine  geradczu  unmogliche  Höôhe  er.
reicht  haben.  So  muß  der  Italiener  jetzt  in  seinem
  eigenen  Lande  seinen  Freunden  und  Ausbeutern
  ungeheure  Wucherpreise  bezahlen.

Vor  einigen  Wochen  ist  ein  grober  Warenlagerraum
  mit  Lebenomilteln  im  Hafen  von  Ge.
nua  von  der  erbitterten  Vollmenge  in  As
gelegt  worden.  Der  Schaden,  der  der  Birmingham
  Naodigation  Comp.  erwuchs,  beziffert  sich
auf  mehrere  Millionen  Lire.  Die  Vorräte  waren
bei  der  British  Mercantil  rersichert.  Die  Versicherung
  machte  durch  Vermittlung  des  eng.-lischen
  Botschafters  die  Stadt  Genua  für  oen
Schaden  rerantwortlich.  Die  Stadt  Genua
lehnte  aber  die  Haftpflicht  ab  und  verweigerte
die  Bezahlung  der  Schadensumme  mit  der  Be.
aründung,  daß  für  Kriegeschäden  und  die
Ausstandebewegung  sei  ja  mit  dem  Kriege  in
unmittelbarem  Zusammenhange  zu  bringen  —
der  Staat  aufzukommen  habe.  So  wird  der
Staat  wohl  vollen  Schadenersatz,  der  ghegenwärlige
  Marltpreis  ist  maßgebend,  leisten  müssen,
dafür  wird  die  attraft  des  englischen  Botschaflers
  wohl  sorge

Ganz  bsondere  schlimm  haben  sich  die  Verhältnisse
  in  Süditalien  und  Sizilien  gestaltet,
wo  zu  den  Schwierigkeiten  in  der  Nahrungsversorgung
  auch  noch  der  vollständige  Mangel
an  Arbeitsgelegenheit  kommt.  Die  ganze  Andustrie
  Süditaliene  und  Siziliens  ist  tot,  alle
Betriebe  sind  geschlossen,  teils  wegen  Mangels
un  Rohstoffen,  teils  weil  die  Kohlenzufuhr  ganz
unzureichend  ist  und  jeder  Ersatz  an  anderen
Vrennstoffen  sehlt.  In  Reggio  hat  die  ausgebrachte
  Bevöllerung  lürzlich  ein  Militärdepot
gestürmt  und  rollständig  ausgeräumt,  das  wachehaltende
  Militär,  alles  alle  Leute  aus  den
lüdlichen  Provinzen,  leistete  leinen  Widerstand.
Graf  Hamola,  der  Vertreter  von  Neggio,  e
llärte  in  der  Kammer,  daß  die  allerschlimmsten
Besürchtungen  durch  die  Wirklichleit  werden
übertrofsen  werden,  wenn  sich  die  Regierung
nicht  um  ehend  entschließt,  für  die  Nahrungsmittel-Bersorgung
  Süditaliens  umsassende  und
energische  Reformen  einzuführen.

Belltische  Aunbschau.

Wichtige  Entscheidungen.
Auherordentlich  wichtige  und  entscheibende
Beschlüsfse  sind  in  Verli  nach  eingehender  Beratung
  in  diesen  Tagen  gefaßt  worden.  Der
bayerische  Minsterprhiden  Eraf  Hertling  ist

 

 

 

Emenelmer  Abzelge

Zu  b.  u  Nämpfen  in  Südtirol.

Unser  Bild  veranschaulicht  Stätten  des
Kampfgebietes.  Oben:  Der  von  den  Oesterreichern
  stark  befestigte  Hochgebirgspaß  bei
Nago.  Links  der  Gipfel  des  Monte  Brione
der  noch  die  Umgebung  des  ganzen  Gardasees

  beherrscht.  Unten:  Die  „Drei-Zinnenhulte“
in  den  Sertener  Dolomiten,  ron  wo  aus  ein
wichtiger  Paß  zur  italienischen  Grenze  führt.
Die  „Drei.  Zinnenhütte“  soll  ron  den  Jtalienern
zusammengeschoffen  worden  sein.

 

 

 

ron  seiner  Reise  nach  Beriin  wieder  zurucgelehrt.
  Die  Beratungen  bezogen  sich,  wie  alle
Welt  weiß,  auf  zwei  wichtige  innerpolitische  Probleme:
  Einmal  war  es  nolwendig,  eine  end
gültige  Stellungnahme  zu  den  Steueriragen  zu
erzielen  und  dann  aber,  was  wohl  das  nichtigste
in  diesen  erniten  Stunden  ist,  die  Lebensmiitelversorgung
  des  Reiches  endgültig  und  jo  welentsprechend
  zu  regeln,  daß  der  bieher  ichwersällige
  Apparat  rereinsacht  und  damit  die  Gewähr
  Zegeben  wird,  daß  die  Hoffunngen  un
serer  Feinde  zu  Schanden  werden.  Die  Einzelbeiten
  hierüber  sind  noch  nicht  belannt,  doch  sieht
sest,  daß  ein  Auzgleich  gefunden  wurde,  daß
die  Reichs-  Lebensmittelz  entralstelle  gesichert  itt
und  daß  an  deren  Spine  eine  auf  der  Höhe
der  Schaffenskraft  stehende  außerordentlich  tuch.
lige  Personlichleit  berusen  werden  soll.  Abge
sehen  von  der  vaterländischen  Pflicht,  sich  gegen
seitig  auszuhelfen,  ist  nach  den  „M.  N.  N.“
durch  die  neue  Vereinbarung  Vorsorge  dafur
getroffen,  daß  in  der  neuen  Reichs-  Lebensmittelzentralstelle
  der  gebuhrende  Einfluß  Suddeutsch
lande,  vor  allem  auch  Bayerns,  auf  die  Entscheidungen
  gesichert  is.  Die  Neubesetzung  des
Reichsamts  des  Innern  ist  gleichfalls  einen  wich.
lige  Frage,  die  mit  der  Neuordnung  der  Dinge
im  Reiche  in  Verbindung  steht.  Auch  hier  scheint
die  Entscheidung  schon  gefallen  zu  sein,  sie  im
aber  noch  nicht  reroôfsentlicht.  Nunmehr  wird
der  Bundeorat  die  Vereinbarungen  zu  sanktionieren
  haben.  Die  Neuordnung  der  Dinge  dürfte
alodann  unmittelbar  in  Rraft  treten.  Mogen
die  neuen  Entscheidungen  dem  Reich  und  seiner
Bevölkerung  Segen  bringen!

Die  neuen  Reichssteuern.

Die  Reichstagsparieien  haben  den  verbündeten
  Regierungen  die  Mühe  abgenommen  und
das  jeltsame  Kompromiß,  das  bei  der  Konferenz
  der  Finanzminister  erdacht  wurde  und  über
das  eigentlich  alle  Parteien  übereinstimmend
leine  sehr  schmeichelhaften  Ansichten  haben,  in
Form  einer  Reihe  von  Anträgen  verhandlungsreif
  gemacht.  Im  wesentlichen  werden  die  Sien
ern  so  aussehen,  wie  sie  in  den  letzten  Tagen
mehrfach  slizziert  worden  sind.  Im  einzelnen
wollen  wir  noch  folgendes  bemerlen:  Die  Ta
baksteuer  wird  in  der  Hauptsache  nach  den  Sätzen
  der  Regierungerorlage  angenommen  werden;
  doch  wird  eine  Bestimmung  hinzugefügl,
wonach  die  Einführung  des  Wertzol!  Zuschlage
erst.  nach  Wiederherstellung  normaler  Verhöäl!t
nisse  auf  dem  Tabakmarlt  durch  den  Bundesrat
in  Kraft  gesetzt  werden  sall  Die  Zigarettensteuer
  wird  angenommen.  Der  Frachkurlundensiempel
  wird  ebenfalls  bewilligt,  mitl  einer  Aue.
nahme  zugunsten  der  auf  eigenen  Anschluft
bahnen  der  Industrie  beforderten  Frachten.  Die
Umsagsteuer  wird,  wie  schon  belannt,  nur  bei
wirklichen  Zahlungen,  nicht  bei  lredilierten  Beträgen
  erhoben  werden;  für  gewisse  Geschäfls
zweige,  die  im  Verhältnis  zu  ihrem  Umsatz  mit
geringem  Gewinn  arbeiten,  wird  eine  Milderung
eintreten,  indem  an  Stelle  von  1  auf  das  Tausend
  nur  0.3  auf  das  Tausend  erhoben  wird.
Bei  der  Kriegsgewinmsteuer,  ist  der  Endsatz  beibehallen,
  die  Progression  im  einzelnen  etwas
verschärft  worden.  Die  neue  verschleierte  Vermögenssleuer
  wird  auf  Grund  des  schon  belannten
  Kompromissee  angenommen  werden.
Bei  den  Postgebäen  deren  Erhöhung  auf  et.
was  veränderter  Grundlage  in  Aussicht  ge  ·
nommen  worden  ist,  hofst  man  noch  eine  Klau.
sel  durchzusetzen,  die  den  Charakter  der  Kriegssteuer
  insofern  wahrt,  als  die  rerbündelen  Re- 



gierungen  durch  das  Gesetz  rerpflichtet  werden
sollen,  die  Frage  der  Fortoauer  der  Erhöhung
in  gemessener  Zeit  wieder  dem  Reichstag  zu
unleröreiten.  Auch  die  Polen  dürsten  dem  Kom
remiß  Mstimmen,  nicht  aber  die  Sozialdemotraten.
  Der  gemeinsame  Antrag  zur  Kriegsgewinnteuer
  und  der  gemeinsame  Antrag  zur
Unitlungenener  sind  bereits  im  Reichstage  ein
gebrach:  worden.  Weitere  Anträge  zu  den  an
deren  Steuerrorlagen  liegen  den  Ausschufen
noch  nicht  vor.

Beischiedene  Nachrichten.

Hamburg,  19.  Mai.  Heute  morgen  wurde
der  prali.  Arzt  Dr.  Gumberecht  in  der  Wobnuna
ron  einem  Patienten  aus  Rache  durch  2  Schüsse
gelölet.  Bei  seiner  Verhaftung  wehrte  sich  der
Täter  und  rerwundete  dabei  durch  mebrere
Schüsse  den  Polizeibeamten  nicht  unerheblich.
Crst  die  Feuerwehr  lonnte  ihn  uberwältigen.

Bern,  19.  Mai.  Die  Mailänder  Blätter
melden  aus  Rimini:  Der  Schaden  des  ror
gestrigen  Erdbebens  ist  selm  erbheblich,  eiwa  10#0
Baulichkeiten  seien  beschädigt,  10  find  zusammen
gestürzl,  riele,  darunter  öffentliche  Gedäude,
sind  dem  Zusammenbruch  nahe.  Einige  mußten
auf  polizeilichen  Befehl  geräumt  werden.

Münchener  Neuigkeilen.

München.  19.  Mai.  Am  Rindermarkt  kam
es  am  Donnerstagabend  zu  unangenehmen  Auftritten
  gegen  eine  besonders  auffällig  getleidete
Fußgängerin.  In  ihrem  Anzug  glich  sie  einer
Wasserjungser  mit  papageigrellen  Farben.  Das
Kleid  aus  durchsich  tigen  Stoffen  war  hochgelb
und  hellgrün.  Dazu  kamen  hohe  Stockelschuhe.
ein  bombaslischer  Hu#r  und  ein  nicht  minder  auf
fälliger  Schleier.  Kurze  Zeir  nack  dem  Erscheinen
dieser  „Wasserjungjer"  auf  der  Strafe  emstand
ein  groser  Menschenauflauf.  Ein  Schunmann
führte  die  Pun  Närrin  zur  Polizeidirettion;  die
angesammelte  Menschenmenge  begleitele  die  Vorführung
  unter  spotlischen  Zurusen  uber  den
Marienplatz  durch  die  Weinstrase.  In  der  Polizeidirektion
  ließ  sich  der  Polizeiprar  ident  die
Damc,  eine  Tänzerin  aus  Oeilerreich,  vorführen.
  Sie  gab  an.  daß  sie  auf  dem  Wege  zum
Theater  war,  das  auffallende  Kleid  Labe  sie
früher  schon  getragen.  Der  Prasident  bielt  ihr
ror,  daß  sie  sich  das  Nlomnn  selbst  zuzu.
schreiben  habe.  In  einer  Zeit.  da  so  riele
Frauen  im  Tranerschleier  gehen.  sei  es  gewissen.
les,  in  einem  solchen  Aufzug  auf  der  Straße  zu
erscheinen.  Nach  der  Verwarnung  konnte  die
Dame,  die  auch  aussällig  gefärbles  Haar,  gemalte
  grofe  Augenbrauen  und  ein  Schönheits
pflaßer  über  dem  Auge  halte,  das  Polizei
gebäude  wieder  rerlassen.

Die  bulgarischen  Gäste  in  München.
München.  19.  Mai.

Nach  den  Besuchen  in  Budapest  und  Wien.
Dresden,  Berlin,  Kiel,  Hamburg  und  Frantfurt
sind  die  Mitglieder  der  bulgarischen  Sobranie
heute  nachmitiag  in  München  eingetroffen.  um
hier  einige  Tage  zu  verweilen.  Hier  werden
unsere  bulgarischen  Freunde  zwar  nicht  den
Hauch  der  großen  Industrie  und  des  Handels
rerspüren,  dafür  aber  werden  sie  der  Kunft  und
Wissenschaft  begegnen,  prächtige  Proben  des
Kunsthandwerkes  wahrnehmen  und  Einrichtungen
  mannigsacher  Art  besichtien  können,  denen
die  Mustergültigkeit  nicht  abgesprochen  werden

 

 

Sonntag,  27.  Mai  1910

lann.  daß  Mitglieder  des  bulgarischen  P#
lamenls  auher  Lesterreich  Ungarn  auch  Deutscland

  einen  Besuch  abstatten,  ist  ein  Beweis  da.
für,  daß  sie  neben  der  ehrlichen  Waffenbrüderschaft,
  die  jie  uns  und  unseren  Verbündeten  ge
leistet  haben,  auch  den  ehrlichen  Willen  haben.
in  Friedenszeiten  unfere  Freunde  zu  bleiben  und
engsten  Verkehr  mit  ung  zu  pflegen.  Wir  und
unsere  Verbundeten  haben  es  Bulgarien  erleich
tert,  auf  dem  Schlachifelde  fein  nalionales  Ziel
auf  dem  Balkan  zu  erreichen,  wir  sind  auch  freu
digt  bereit,  hirfort  an  der  Seite  Bulgariens

bleiben  und  die  Interesien  und  Ziele  zu  sörder.
die  bei  unsferen  Volkern  in  dem  gpgrotßen  Wellrin
gen  gemeiniam  geweckt  worden  find.

(Cegen  „  Uhr  nachmitlag:  lief  der  Oug,  der
die  bulgariichen  Ubgeordene  eten  der  Sobranje  aus
ihrer  Runojahrt  durch  Ocilerreich  und  Deutiä
land  nach  Munchen  brackie,  unter  den  Klänger
der  bulgarischen  Nationalhomne  in  den  Haup:
bahnhof  ein.  Ehrenjungfrauen  in  Weiß  m:
Schärpen  in  bulgarisäcn  Farben  überreichte:
den  Mitgliedern  der  Abordnung  beim  An
steigen  Blumenränste.  Lon  berstichen  Zurufen:
des  den  Bahnt  reig  jäum  enden  Publilume  b##
grut,  wurden  die  Gäue  glodann  in  den  Fur
stenfsalon  gesuhrt.  Hier  Ualten  icch  zumn  Em
funge  eingesunden:  Staanl#at  z.  Loß!  und  (e
heimrat  r.  Müller  vom  Minierium  des  Aen
hern,  serner  ein  aus  dem  Direlio#rin##Cder  Kanmer
  der  Abgecordneien  und  den  Vor#ttanden  der
Fraltionen  gebilterer  Empfangeaueschug,  cl
Vertreter  der  Stadirermahmua  Burgermein
Dr.  Merli  und  der  Vorlard  des  Genieinde
lollegiums.  Witti.  iouie  der  rüche  (Pen
rallenful  und  der  Vorand  der  s
schen  Gesellschaft  Muschen.

Alsbald  ergtiff  Stagle#ral  r#  Lo!  das  Wo:!
zu  einer  Begrußungsanfprache,  die  mit  einer-Willkomm
  in  Munchen  unid  ii  ei  len:  Hoch  arr
Vulgarien  schlefß.  Die  Muri:  immelle  dar  ins  d.-bulgarisäee
  Alionhour.  Der  Vi#epratdem  d
Sobranje,  Momischilosf.  dankte  fur  den  Emr
n  und  licn  seine  Rede  in  ein  Doch

eutsckland  und  Bayern  ausllingen.  Danunnen
  die  Angcordnelen  durch  die  reich  besiag
ten  und  Uueraus  belebien  S  Straßen  nach  de-CEden
  Hotel,  überail  ron  dem  Pubei  ilum  mit  5
geillerien  Zurusen  begrußt.

Abends  fand  auf  Eimadung  des  bulgariske
CGenerallonfuls  Sleub  im  Karienzimmer  de-Hofbräuhanses,
  das  mil  Birkenreisern  ac  schmut:
war,  ein  bayerischer  Bieradend  ftall.  Der  Ge
neraltonful  widmee  den  bulgariichen  Adgeord
neien  herzlichen  Witllomm  und  widmete  ihne:
und  der  bulgariichen  Nation  ein  1(#138.
Abgeordnere  (eorgeff  ermiderie  i:  deuuischer
Sprache  und  sprad  die  Haiin  ung  aus,  daß  nac
Verwiirtichung  der  grè  e  Konig.

Ludwig  durch  die  SZaifinarmad  T
die  Bruderschaft  und  rie
sich  n##.—

 
 

 

 

 

  
  
 

beiden  Ländern  »
werden.  Sein  Hoch  gait  der  ri  barerischen  5
und  dern  Konig.  (broie  Freude  erweckien  die

neuen  Siege  in  Oberitalien.

Im  Cärinerplaxtheater  jand  zugunten  brn
bulgarischen  Rolen  Kreuzes  arore  Fentornze:
lung  statt.  Am  Samolagabend  bereitet  Mi
nisterprafident  Graf  Hertling  den  bulgarischei:r
Cälen  setlichen  Empfang.  an  dem  auck  Kenz
Ludwig  teilnimmt.

Baecssche  Nachrichten.

Candshut,  19.  Mai.  Gegen  dads  Fieiich
aurt  bfuhrrerbot  hai  sich  eine  lictige  Men  rine:
sterswitwe  rergangen.  Am  Samotag  lam  eint
Reisender  aus  München  in  einem  Dotel  m
Mutkterloffern  an,  die  rom  Doteldiener  *“
in  die  Blie-  neische  Mengerei  verdracht  murden.
lon  wo  sie  sodann  zum  Bahnlli  abgelm  ĩoll
len.  Man  schopfte  VUerdag:,  und  die  Palizet
jah  sich  die  Munerkoffer  genauer  an.  leilte
sich  heraus,  daß  jie  iit  geseichtem  Fleisch  ge
julll  waren,  das  nach  Munchen  zum  Verlauf
lestimm  schien.  Die  Kosser  mit:  nahem  11t
Zemnern  Fleiich  wurden  lonfiszieri  und  da.#-leschlagnallime
  Fleisch  dem  Ko#mmunalrerband
überwiesen.

Uuruberg,  107.  Mai.
hiesigen  Gefüngnis  der  wenen
gehen  an  Kindern  rerhafiele  59
Mullärabzeichen  Fabrilam  Scherm,
n  erwachsenen  Tochtern  imt.

Lürnberg,  10.  Mai.  Eine  11  lofige  Tin
brecherbande,  die  zumeisn  aus  16  Mlfüährine!:
Burschen  Lestand,  wurde  ermitlell  und  sengenom
men.  Sie  plunderten  Buden,  verurien  Einbrucde
in  Wohnungen  und  Komtoren:  ron  einem  Ka
runselwagen  slahlen  die  Verbrecher  einen
Schweißapxparat,  um  ihn  zu  Einbruchen  zu  ver
wenden.  Aum  andere  Sladle  wurden  heim.  ne
sucht;  ein  Mitglied  der  Bande,  ron  denen,
hier  und  die  anderen  3  in  Frankfurt  sengenom
men  wurden,  rerüblen  in  Berlin  einen  Straßen
raub.

Landau,  (Pfal#,,  10.  Mai.
atend  erschoß  der  etwa  500  Jahre  alte  Rentamt?
diener  Han#  Bracher,  um  sich  der  drohenden
Verhaflung  zu  eninehen,  da  er  sich  wiederholt
an  seinem  noch  nich!  15  Jabre  allen  Dienstmäd
chen  vergangen  hatte.  Seine  Frau  versuchte  lich
nun  zu  rergiften  und  liegt  schwer  krank  im

 

 

 

Erhüng:  hal  sich  im
Sittlichteilsbver
Jahre  allte
der  Vaer

Am  Freilag

 

Vinzentiusstift.