484
Deutschen sich geschickt hätten? Der Herr Abt muß sich
nicht erinnert haben, was im siebenten Jahrhundert die vaterländische
Sprache der Schotten oder Irländer gewesen;
auch nicht erinnert haben, wie lange sich unter den Franken,
als Herren von Gallien und mitten in Gallien, ihre Sprache
erhalten habe. Seite 345 heißt es in der Geschichte von
Bonifacius, daß also die vom alten Rom nie überwältigten
Deutschen, vornehmlich die Bölker, welche
zwischen dem Rhein und der Weser wohnten,
nun dem neuen Rom unterworfen worden. Wohnten denn
die Hessen und Thüringer, deren Apostel Bonifacius eigentlich
war, zwischen dem Rhein und der Weser? Die Völker zwischen
dem Rhein und der Weser hatten nach Bonifacius, ungefähr
noch ein Menschenalter lang, Ruhe, bis Karl der Große kam.
Denn was Bonifacius bei den Friesen tbat, war doch nur
Versuch. Seite 357: Karl der Große vermehrte seine Staaten
mit den Besitzungen der Hunnen bis an den Raabfluß.
Doch wir hören auf, auszuzeichnen, weil es unfreundlich
scheinen müßte, das Register noch weiter fortzusetzen, und fügen
nur noch einige Bemerkungen über das Ganze bei; der
Herr Abt mag sie selbst unparteiisch würdigen. Auf Beurkundungen
durch Beispiele können wir uns hier nicht mehr
einlassen, wir geben sie also als Resultate und Eindrücke, die
die Lesung des Buchs bei uns zurückgelassen. 1) Es ist im
ganzen Werk, nach der gegenwärtigen Form desselben, nicht
genug Auswahl des mehr oder minder Wichtigen, nicht genug
planmäßige Ausföhrlichkeit oder Sparsamkeit des Details
beobachtet. Besonders sind die Nachrichten von Kirchenschriftstellern
oft so glossemenartig eingeschoben, daß Recensent
wünschte, der Herr Verfasser mochte die Minderbedeutenden,
für die sich ost so schwer ein gebührender Matz finden läßt, wo
ihres Namens gedacht werden mag, nur irgendwo in einer