Metadaten : Ein Volk in Waffen.

verliert,  so  ist  es  ihre  rechtmäßige  Strafe,  für  die  Berluste  aufzukommen.


Vielleicht  wird  jemand  sagen,  es  sei  nicht  recht,  die  Soldaten
Wein  trinken  zu  lassen.  Im  Osten  haben  ja  die  Russen  den
Versuch  gemacht,  während  des  Kriegs  ein  Generalverbot  einzuführen,
  und  sie  sind  mit  dem  Ergebnis  zufrieden.  Ohne  Zweifel
ist  diese  Kraftäußerung  an  und  für  sich  bewundernswert.  Aber
ich  glaube  doch,  daß  ein  Schluck  Rot=  oder  Weißwein  hier  und
da  den  Soldaten  nur  guttut.  Absolute  Enthaltsamkeit  zu  predigen,
  ist  keine  Kunst  für  den,  der  nicht  die  Nächte  in  kalten,
feuchten  Schützengräben  zu  frieren  braucht,  in  denen  man  nicht
das  kleinste  Feuer  anzünden  darf.

In  Rouvroy  stiegen  wir  aus  und  gingen  das  sacht  ansteigende
Gelände  zu  Fuß  weiter  über  Felder,  Gräben  und  durch  Wöälder.
Hier  war  das  Land  voller  Granatlöcher,  und  man  konnte  nicht
wissen,  wo  der  nächste  Feuerregen  niedergehen  würde.  Zahlreiche
Geschosse  lagen  rings  verstreut,  und  ich  nahm  einen  sogenannten
„Ausbläser“  mit,  der  beim  Krepieren  nicht  geplatzt  war.

Weiter  oben  hatten  wir  Gelegenheit,  zu  sehen,  wie  die  Ersatztruppen
  sich  auf  der  Linie  eingerichtet  hatten,  auf  der  sie  warten,
bis  sie  ihre  Kameraden  in  den  Schützengräben  ablösen.  Sie  lagen
teils  am  Waldrand,  teils  im  Wald  selbst,  wo  sie  sich  halb  untertrdische,
  mit  Asten,  Zweigen  und  Laub  gedeckte  Höhlen  gegraben
hatten,  die  nicht  nur  als  Wohnstätten  dienten,  sondern  auch  zur
Deckung  vor  den  Fliegern.  Diese  Lager  sind  immer  nach  Norden
verlegt,  damit  sie  vom  Wald  gedeckt  sind  und  von  den  französfischen
  Stellungen  aus  nicht  gesehen  werden.  Da  sie  so  gut  maskiert
  sind,  darf  man  in  den  Höhlen  kleine  Feuer  anzünden.

An  einer  Stelle  des  Waldrandes  hatte  ein  Sanitätswagen  im
Schutz  einiger  dunklen  Fichten  haltgemacht.  Er  war  beladen  mit
Verbandzeug,  Heilmitteln,  Bahren  und  andern  Sachen,  die  zur
ersten  Behandlung  der  Verwundeten  nötig  find.  Das  Gespann
verfügte  über  ein  Reservepferd,  das  gut  zu  brauchen  war,  falls
eins  der  gewöhnlichen  Wagenpferde  erschossen  werden  mußte.  Ein

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