Mussmer 148
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muitlktwech, 7. Juli 1017
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Brannenburg, 29. Juni. Eine seltene Abhormität
kam hier am 28. Juni zur Welt. Eine
Henne des Herrn Wäschereibesitzers Josef
Steuner in Grießenbach bei Brannenburg, der
Speraalzucht der Gold-Wyandottes betreibt,
brülete ein Külen aus, das vier Beine hat.
Obwohl es gut entwickelt war, konnte das lleine
sen nur einen Tag leben. Herr Steuner
brachte es zum Präparator Oeller in Rosenheim,
bei dem diese Abnormität becsichtigt
bder erworben werden kann.
Fischbach am Inn, 29. Juni. Nachvem dem
bekannten Hoswirt Herrn X. Pindl am 26.
August 1912 der rechte Fuß abgenommen worden
war, mußte vor kurzem auch das linke
Bein amputiert werden. Herru Pindl und des-Jen
Frau, die als rührige Wirtsleute einen
bekannten Ruf haben, wendet sich allgemeine
Teilnahme zu
Aenrrh# 29. Juni. Unser stilles Dorcf
wwar heute das Ziel einer großen Menschenmenge,
die, in der Frühe angelockt durch fei
#erliches Glockengeläute und u# Völkerschusse
herveigeeilt war, um Patroziniumsfest
mitzufeiern. Auch da raste Flintsbacher
Volkstheater hatte überaus zahlreichen Besuch.
Unter lebhaftem Beifall wurde das NRitterschaupiel,
Der Mohr oder das Wiederfinden am
Trauerfels“ gegeben. das von der Gesellschaft
worzüglich einstudiert war. Große Freude befreitete.
es, daß auch die Herrschaften vom
Schlosse in Neubeuern erschienen waren und
mit größtem Interesse der Aufführung folgten.
HEie sprachen sich sehr anerlennend über die
Warbietungen der Spieler aus. Das Theater
war gänzlich ũberfüllt. Der stattliche Besuch #ist
bester Lohn für die Mühen und Arbeiten der
Dorsteller. Mögen die weiteren Aufführungen
ksich gleicher Beliebtheit. ersreuen!. Spieltage
Mind der 5. und 12. Juli, der 2., d., 16., 23.
lund 30. August.
Oberauborf, 29. Juni. Die Restauration
Der hiesigen Pfarrkirche wurde dieser Tage
hum glücklichen Abschluß gebracht durch die Aufstellung
einer neuen Orgel. Chordirektor Berberich-München
unterzog das Werk, das von Sitann
u. Co. in ünchen erbaut wurde, einer
fachmännischen Prüfung, die ein sehr günftiges
Mesultat ergab. Die Orgel besitzt 21 llingende
timmen, Register= und Jalousien Schweller,
lelektr. Gebläscantrieb und ist mit allen moder-#nen
Spielhilfen ausgestattet, wie sie das Rasfinement
der pneumatischen Druckknöpfe ermöglicht.
Die Orgel bot in den verschiedenen Voruunh
im Triospiel eine musikalische Wirns
von seltener Schönheit und Mannigfaltigse
S Aibling, 29. Juni. Im 67. Lebensgahre
starb heute nacht an den Folgen eines
Schlaganfalles Herr Bäckermeister Martin
Schwarzfischer, langjähriges Mitglied des Gemmeindekollegiums.
Ein bleibendes Verdienst, diees
biederen Bürgersmannes ist die Anlage der
prãchtigen Birlenallee von Bad Aibling nach
Harthausen, die auf ihn und den verstorbenen
Herin Meggendorfer zurüczuführen ist.
Drien, 29. Juni. Die Fürstin Luise zu
Dsenburg, geb. Erzberzogin von Oesterreich-To#2
ana, traf zu mehrtägigem Besuche bei Frau
Thereĩe v. Wedells in Prien ein. Auch der Etz—
"ver login Adelsgunde von Modena auf MWildenvarth,
welche Schwägerin des Fürstin ist. sowie
der freiherrl. Familie von Cramer Kielt
wurden Besuche abgestattet.
Prien, 29. Juni. Dieser Tage hat Herr
J os. Löw im Chiemsee einen Karpfen mit dem
Lespektablen Gewicht von 21 Pfund gefangen.
Der Fisch wurde im Chiemsee-Sanatorium zubereilel
und schmeckte vorzüglich.
Colalnachrichlen.
2 Rosenheim, 20. Juni.
(GHoldene Hochzeit. Am Samstag den
7. Juni seierten in Dillingen die Privatiersbeleute
Josef und Anna Simson, geb. Kain,
a Fest ihrer goldenen Hochzeit im Kreise
PFrer 6 Kinder und 18 Enkellinder. Das Jnbelzaar
sind die Eltern. des Herrn Hosphotograthen
Simson in Rosenheim. Das weithin beannte
photographische Atelier Gebr. Simson
8 Dillingen, dessen Gründer der Jubilar ist,
onnte gleichzeitig auf ein halbes Jahrhunderi
eines Bestehens zurütblicken. Der Jubilar beleidete
24 Jahre das Amt eines Gemeindeerollmächtigten
und Magistratsrates in Dilsute
und ist dort allgemein beliebt. Das Juelpaar
steht jetzt im Alter von je 74 Jahren.
Nögen ihm noch viele Jahre beschieden sein!
Vom Straßen= und Flußbauamt.
Flußaussichtsgchilfe des Straßen= und Fluß-#auamtes
Rosenheim, Matthias Hierl, wurde
um Flußaufseher beim Straßen= und Flußbaumt
München in etatsmähiger Eigenschaft er-
annt.
Votden am Geburtsfest der Köigin.
Am Donnerstag den 2. Juli werden
ie Postschalter dahier offen gehalten: vormit-16s
von 7 bis 8 Uhr und von 10 bis 12 Uhr,
achmittags von 12 bis 8 Uhr. Die Ortszusteling
erfolgt um 6.30 Uhr vormitlags; nachsitlags
wird die Zusiellung wie an Werktlagen
.usgefũhrt. Im Lauobezirk ruht der Zustellierst
bezw. wiro wie an Sonntagen volliogen.
Alle Postboten
und Hostanstalten nehmen noch immer Bestellungen
auf den
„Rosenheimer Anzeiger“
entgegen. Die bereits erschienenen Nummern
werden kostenlos nachgeliefert.
L## den tüclich erschemenden #
Anzeiger“ mi seinem ach#ettigen
Anftrierten „Mofenheimer SConntagsblan“
lan für die Monale
Juli, August, Seplember—
hler- -in der Expedition oder dei den verschlebenen
Mbholeitellen, auswärts bel b
Kal. Rostamtern und Pofüboten, sowie bei
den belo#ten Agenturen um den Preis von
Mi. 1 80 abonniert werben.
Wahl der Versicherungsvertreter.
Bei der Wahl der Versicherungsvertreter als
Beisitzer des Versicherungsamtes sür Rosenheim-Land
waren im ganzen 22 Wahlberechligte
anwesend. Diese vertraten zusammen 5411
Stimmen. Davon sielen auf die Vorschlagsliste
&A, das ist die Liste der christlichnationien
Vereine, 5265 Stimmen, auf die Liste B,
das ist die Liste der sosialbemolralisoen
Gewersschaften, 242 Stimmen. Zu wählen waren
6 Beisitzer, die sämtlich den Nbristlichnationalen
zusielen.
Gesährdete Roggen= und Weizenernte?
Eine schlimme Krankheit an den
Roggenfeldern zeigt sich, wie schon lurz borich
tet, allentbalben im südbsllichen Vayern, im
Salzburger Land sowie im Vnnviertel: der
Celb#ros oder Gelbbrand, der die Roggenähren
mit einec gelblichen aubmasse anfüllt und
das Korn völlig zermürbt. Auffallend ist, daß
die mit Kunstdünger behandelten Aecker von der
Krankheit, der gegenüber die Landwirkschaft
machtlos ist, frei bleiben, während die mit
Stallmist gedüngten Fluren durchwegs angegrifsen
sind. Auch vom Weizen sind bereits ble
Blätler mit Gelbrost bedect, so daß eine schlechte
Ernte in Aussicht steht. Zurüdgeführt wird die
seltene Erscheinung auf die nasse Witterung des
Vorjahres.
Der Feuerwehrbezirksverband Nosenheim-Land
hiell seine 39. 2 Firksversammlung
am Sonntag in Endorf ab. Sie erfreute.
sich eines sehr zahlreichen Besuches und
nahm einen harmonischen Verlauf. Auch die im
Anschlusse daran vorgenommene Feuerweh' besichtigung
befriedigte sehr. Ueber die Tagung
lassen wir in nächster Nummer einen aueführlichen
Bericht folgen.
Jubiläum des Wendelsteinlirchiein.
Am 1. Juli sind 25 Jahre verflossen
seit der Grundsteinlegung zum Wens elsteinkirchlein.
Troß schlechlen Weilers fanden sich zu
diesem seltenen Alt auf hober Bergeospihe zahl.
reiche Gaste ein, besonders aus Rosenheim und
Münchens Umgebung. Stolz thront auch jetzt
noch Deutschlands höchstes Kirchlein auf dem
rielbesuchten Wendelstein und wird noch manch#
Jahrsehnt sein graucs Antlitz auf das friedlich
u: nensiegende Tal herabschauen lassen. Das
Kirchtein verdankt seine Entschung der Opserwilligkeit
der Bergfreunde, die freudig ihr
Scherflein beilrugen, um auf dem Wendekslein
einen Tempel Gottes zu erbauen. Im Otklolet
1888 begann man mit den Sprengungen
an der Schwaigerwand, im Mai des nächsten
Nüdter. legte man die Fundamente und am
Juli jeierte man die Grundsteinlegung. Am
7 Auguit noch wurde der Dachstuhl aufgerichlet
und am 7. September war das Türmchen
ferlig. Wenige Tage später wurde das Turmkreunan
Ort und Stelle gebracht. Während
des Minters und Frühjahrs hat die Kapelle
eine gediegene innere Ausschmüdung erhalten.
Gesliftet wurden in hochher#ziger Weise vo# verschiedenen
Firmen aus München u. au. die Mensa,
die Madonnenstatue, die Glasgemälde, die
Glocken, das Harmonium, Stühle, Bänke und
Kästen, Leo XlIII. schenlte einen kunstvollen
Kelch, während die Leuchter, Kreuze, Tücher
und Paramenten usw. ebenfalls aus Schaulungen
herrühren. Das Mesnerhäuschen, die
Klause, ließ Kommerzienrat Leib-München auf
seine Kosten herstellen. Am 20. August 18290
sand durch Erzbischof von Thoma die Konse-=trierung
des Kirchleins zu Ehren der Palrona
Bavariae unter ungeheurer Beteiligung
der Landbevölkerung, des Klerus der Umgegend
und von Festgästen aus ganz Bayern
stalt. Der Kirchenfürst zelebrierte auch das
Festamt, und uberaus weihevoll und seierlich
ceihang das Tedeum hinaus in die Vergeinsamkeit.
Im Laufe der 25 Jahre hat so mancher
Bergfreund die andachtsvolle Stille des friedlichen
# Lergtempels gesucht. Er wird auch fernerhin
Zeugnis geben von dem frommen Sinn
der schlichten Bergbewohner und bayerischer
Irrer
* Verbrechen non Serajewo br
gechsas seit Sonntagabend das gesamie öffeni-
liche Gespräcm Nachmittag nsisag-raf dle Nachricht
von der Ermordung des österreichischen
Ihronfolgerpaares hier ein, überall liefsten Abscheu
über die feige Tat bervorrufend. An unseten
Telegrammtaseln konnten wir die schmerzliche
Nachricht alsbald bekannt geben. Nachts
ließen wir weitere Einzelheiten über das ruchlose
Verbrechen solgen und am Monlag gaben
wir in Ertrablättern weitere Kunde von der
blutigen Tat. Die Schaufenster des „Nosenheimer
Anzeiger“ und seine Telegrammtafeln
waren den ganzen Tag über von Menschenmassen
dicht umlagert, welche die Einzelheiten des
Menchelmordes mit größtem Interesse verfolgten.
Woll noch nie hatten die Anschlagtafeln
so Jroßen Massenbesuch wie gerade diesmal, namentlich
zwischen 10 und 12 Uhr mittags und i in
den Abendstunden. Als die Ertrablätter am
Vormittag auogegeben murden, riß man sich
sörmlich darum. Auch das Inntal usw. konnten
wir am Montag früh schon mit Ertrablättern
versorgen. Die Kunde von der schauerlichen
Tat verbreilete sich so rasch in die weilesten
Kreise. Auch am Montag abeno ließen
mir noch weitere Einzelheiten aus Serajewo
belannt geben. Noch in der Nacht waren die
Anschlagtafeln dicht umlagert.
Die Liedertafel Rosenheim versam,
melte ihre Mitglieder und deren Angehörig:
am Sonntag in großer Zabl zu einem Ausslug
nach Bad Aibling, der mil einem Besuch
bei der dorligen Liedertasel verbunden
murde. Am Bahnkbof in Aibling wurden dse
Rosenbeimer Gäste von der Liedertafel Aibling
freundlichst begrüßt und unter den schnei
digen Klängen der Harthauser Kapelle in fesllichem
Zuge mit fliegenden Fahnen zum Kurhaus
geleitet: woselbst sich gar bald regstes, frohes
Leben in den prichtigen Anlagen entwikelte.
Erfreulicherweise war auch die Kurmusil
versmoben worden, so daß das Kon:erl von 5
bis 6 Uhr Engenehme, sehr willkomme ine Abwechslung
bot. Die Feier am Abend spielte sich
im seillich geschmücthten Saale des Kurhauf:
ab. Dazu hatte sich zahlreicher Besuch aus MAibling
eingefunden, an der Sihe Herr Neg.-Ral
Bezirleamtmann Popp. Tir#se Erregung erfaßt:
die Aersammlung, als Herr Reg. Ral Popp
Mitteilung machte vom Anschlag auf das ösierr.
Thronfolgerpaar, dem man dann in tiefer Ergriffenheit
ein stilles Gedenlen widmete. Herr
Neg.-Rat Popp entbot dann den Nosenkeimer
Cästen herilichen Willlommgruß. Er verknüpfte
damit den Wunsch, daß innige echte Freundschaft
zwischen beiden Vereinen bestehen und daraus
auch gute Folgen für das allgemeine Verhältnis
der beiden Nachbarorte entstehen mögen.
Die Zeit, in der man gesagt habe, der Stärlere
ist am mächtigsten allein, sei vorbei; heute
beiße es, zusammenarbeiten. Möge vieser Besuch
n einer goldenen Brücke dauernder Freund
schaft zwischen Rosenheim und Aibling werden.
Diesen frohen Gruß ermiderte Hr. Seminar
lebrer Rillas mii Worten herzlichen Danles.
Er lonnte darauf binweisen, daß zwischen beiden
Vereinen schon lange Jahr: gule Freundschaft
belland, durch unbelannte Gründe sei aber
eine vewisse Entsremdung eingetreten. Unter
Herru Hofrat Dr. Dirr wären die beiderfeiligen
Beziehungen wieder recht innig geworden. Mö32
rer heutige Tag den Ansang bilden iu dau
erndem, freundnachbarlichem Verlehr. An den
Stätten desn Gesange: lenne man nicht Lader
und Streit, nicht Mißgunst und Neid. Der Ein
ltrach“ gelte sein Schlußwort. „Eintracht und
Harmonie begleilen die Vereine für und für“.
Leblafter Beifall folgte den beiden Ampradoen.
Und dann trat der Gesang in seine Rechte.
Den reichen Kran der Lieder eröffnele der Män:
nerchor der Liederlafel Bad Aibling unter Leitung
ihres Dirigenten Herrn Mamertus Pers
mayer mit Podbertslys „Zur Begrüßung“ in
vollem, kräftigem Fole. Die Liederlafel Ro
senheim, oirigiert von ilrem Chormeister Heren
Lehrer Amort, brachte vann die beiden reitfenden
Lieder: „Beim Holderstgauch von Kirh
ner und „Der Spielmann ist da“ von Henne
Herr Friedrich Schottenhammel (Aibling# er
sreute uns mit der proßen Soloparlie aus
Webers Freischüs „Durch die Wälder, durch
die Auen“. In diesem prächligen Ar# ortrage
wurde die strenge Schulung der Stimme, die
reine, gut accentnierte Sprache, wie das worl.
llingende Organ gleich sehr bewundert. Herr
M. Perzlmayer begleitete ihn. dabei am Kla.
rier sehi wirlsam. Drei gemischte Chöre von
Mendelsohn: „Entflieh mit mir“, „Es fiel ein
Reif“ und „Auf ihrem Grabe“ gelangten von
der Rosenheimer Liedertafel zu tadellosem Vortrage;
hierbei brillierte besonders der schöre
Sopran der jungen Damen. Die Aiblinger Liedertafel
stellte sich darauf mit zwei Doppe lauartetten
ein: „Der Soldat“ von Silcher und
„Waldabendschein“ von Oser, und erntete damil
reichsten Beifall. Des weiteren brachte sie „Soldatenlied
aus dem 7jährigen Krieg“ von Preu,
Männerchor mit 3 Pauen in schöner Ausführung.
„Das Deutiche Lied“, von dem Gesaml-4
der Liedertafeln Nosenheim und Aibling
gesungen, beschloß den Liederkranz in breit und
wmuchtig hinslutendem Forlissimo. Dann war der
Jugend noch ihr Teil gegönnt, dem Tanze zu
huldigen. In animiertester Stimmung erfolgte
der Abmarsch mm Zuge, wo sich die beiden
Liedertafeln verabschiedeten mit dem Versprechen
erneuter Zusammenlunft in dauerndem,
freundschaftlichem Verkehr.
ängerausflug. Aus Inzell wicd uns
von gethühtrr Seite geschrieben: Der Herzensdrang,
wieder einmal die Stätte seines
langjährigen Wirkens aufzusuchen und mit Inbells
Bewohnern einige vergnügte Stunden zu
verleken, hatte Herrn Knabenschullehrer Sölch
ron Rosenheim veranlaßt, mit dem Männecgelangrerein
Nosenheim, an dessen Spitze er als
Dirigent steht, die diesjährige Sängerfahrl nach
Inzell zu machen. Von Ruhpolding kamen die
Sänger — eiwa 50 Mann stark — in unser
schönes Gebirgsdorf, wo bei Mutter Spanring
(ost) das Miltagemahl eingenommen wurde.
Fn Nachmittagsausslug nach der Schmölz(Brauerei)
war nur der Auflalt für das abendliche
Konzert. Unter den Klängen der einheimischen
Mmiikkapelle zogen die Sänger auf der „Poll“
ein und bald war das letzte Plätchen im groben
Saale besetzt. Abwechselnd trugen die
Sänger und die hiesige Musikkapelle ihre Lieder
und Weisen vor, Quartette wurden gesunden
und die Firelitas lam voll zu ihrem Rechte.
Der prätise Vortrag der Lieder in hübscher
Auswabl macht dem rübrigen Männergesangverein
und seinem Dirigenten alle Ehre. Anzuerlennen
ist, daß der Ueberschuß des abendiichen
Eintrittsgeldes von den Sängern dem
Verschönerungsverein Inzell in loyalster Weise
zur Verfügung gestellt wurde. Am Montag
früh gingen die Sänger zu Fuß über Mauih.
haufel nach Reichenhall. An dieser Skelle den
Sanzeebrüdern von Nosenheim ein herzliches
Vergelto Gott und ein ebenso herniches „Auf
Wiedersehen!“ „Grüß Gott mit hellem, heben
Kians Heil deiitß schem Wort und Sang!“
Die neue Innbrülde steht unmittelbar
vor ihrer Vellendung. Bereits zum 1. Juli
wolile man sie dem allgemeinen i Verleh. über-Leten,
doch wurde noch eine leine Verzögerung
rolwen#ig. Wie wir ersahren, soll sie jetzt
am 10. Juli dem Verkebr übergeben werden.
* biesem Termine wicd dann auch die Nolbrüce
abgebrochen. weiche nach Essen a. R.
rerlauft ist und vort wieder zur Aufflellung gelauen
wird.
Ceschäftsumbau. Herr Jol. Schmid,
Vesiher der Weißbierbraue: ei in der Heiliggeiitstrate,
hal die von ihm läuflich erworbene Wristlierbraucrei
einer gründlich en Nenovalion unlergen.
Der Aueschant von Weizenbier aus
der Prauerei Schneider u. Sohn in München
* i*“ dain beitragen, den Ausenthalt im neuen
Lolal nur angenehm zu gestalten.
Lolal
Freiwillig in den. Tod gegangen
f. Herr Josef Kersc, baumer, ehemaliger Seisensabrirante
in Rosenheim. Aus Meran lient
namich folgende telegraphische Meldung vor:
„Kier erschoß sich der eben angekommene 52jäh
rige Besi er des Schlosses Tausers im Pusterlal,
in welchem demnächst der König von Sach
n Aufen tbalt nimmi. Die Ueberführung der
Leiche erfolgt üach Rosenn#eim, wo der Verstor
tene eine Seifenjabrit befasßt. Der Anguliche
lill an bochgradiger Nervofi. äl.“ Diese Nachricet
lkam für Rosenheim gänziich überraschend.
Velanntlich hatte sich Herr Kerschbaumer im
rorigen Jahre mit Frau L. Hülebrand wieder
rermähl!, mit der Besitzerin des Shhloßhotten
und der Pension „Schrottwinlel“ S##us im
Laufererlal bei der Stalion Bene im Pusterlal.
Mit illem is eine Persönlichleit dahin
Prichieden, weiche in weilesten Kreisen bekann!
war. Seit längerer Zeit schon war er schwer
a#lhmaleidend. Seinen Angehörigen we#det sich
allgemeine Teilnahme zu.
Im Gesängnie erhängt. Von Sa.-burg
aus wurden zwei Zigeuner wegen Velru=Hercien
an einem Vauern in der Salzburger
Gegend rerfolgl. Es gelang der hiesigen Poliei,
beide hier festmmehmen. Während der
eine wieder entlassen- wurde, ist der andere im
Aneneril gefängni: untergebrach! worden,
us er mehrere Tage schon weilte. Am Sonntag
abendo zerriß er sein Handtuch und lnüpfle
darans einen Strick, mit dem er sich erhängte.
Es scheint, bdaß der Mann noch Schlimmeres auf
d'm Kerblol hatte. Das Geld, das er dem
Saliburger Bauern abnahm, ist ihm angekblich
wieder von dritter Seile geslohlen worden.
Ausweisung. Durch Magistratebeschluh
com 209. Mai 1914 wurde mit Wirkung vom
20. Februar 1915 der wige Schreiner Thowas
Limmer, geboren am Juni 1802 zu
Märdlseld, B.-A. Neuburg a D., beheimatet in
Pir aundorf, B.= A. Nosenheim, auf die Dauer
ron zwei Jahren aus der Stadt Rosenheim
und den benachbarten Gemeinden Aising, Grohlarolinenfeld,
Happing, Kolbermoor, Pang.
Niedering, Stefanslirchen und Westerndorf ausgewiesen.
Bĩcherschan.
Das Juliheft von Velhagen und Klaslings
Monatsheften (Herausgeber Hanns
ren Zobeltitz und Paul Oskar Hötker) macht
die Leser in einem reich und farbig illustrierten
Auflob von Ir. Otto Weiß mit einem der
eigentämlichsten Maler unserer Zeit bekannt,
dem jüngst verstorbenen Düsseldorfer Otto
Boyer. Mit farbigen Illustrationen ist auch der
dem neuen Hapagdampfer „Vaterland“ gewidmele
Aussatz „Ein Ozeanriese im Bau“ von
Einst Trebesius geschmickt. -on praktischen
Cesichlspunten aus ist der reich illustrierle
ꝛ