Full text : Meyers Fach-Lexika; Lexikon der deutschen Geschichte.

Rosamunde

mann  in  den  Generalstab  versetzt  und  Mitglied
  der  Ober-Militäreraminationskommission.
  1848  ward  er  als  militärischer
Begleiter  zum  Prinzen  Friedrich  arl
kommandiert  und  machte  dann  mit  ihm
Reisen  durch  Italien  und  Frankreich.  1848
zum  Chef  des  Generalstabs  des  8.  Armeekorps
  ernannt,  wohnte  er  dem  badischen
*  ug  von  1849  bei.  Er  avancierte  bis
sam  Divisionskommandeur  und
wurde  1859  vom  Prinz-Regenten,  dessen
Aufmerksamkeit  er  durch  eine  Denkschrift
über  die  Schäden  der  Wehrverfassung  erregt
hatte,  in  die  Kommission  zur  Beratung
über  die  Heeresreorganisation  berufen.
Noch  in  demselben  Jahr  wurde  er  Kriegsminister
  und  übernahm  1861  auch  die  Leitung
  der  Marineangelegenheiten.  Mit
Entschiedenheit  trat  er  im  Abgeordnetenhaus
  für  die  Reorganisation  ein  und  wurde
von  der  liberalen  Partei  lebhaft  angefeindet.
  Des  Vertrauens  seines  Kriegsherrn
sicher,  führte  indessen  R.  die  Armeereor=Kanisation
  durch  und  erwarb  sich  dadurch
ein  unschätzbares  Verdienst  um  die  Kriegstüchtigkeit
  des  preußischen  Heers.  Seine
Reformen  laden  sich  in  den  jüngsen  Kriegen
  vorzüglich  bewährt.  Schon  1866  hatte
R.  den  waozen  Adlerorden  empfangen,
1870  wurde  er  in  den  erblichen  Erchen,
stand  erhoben  und  erhielt  eine  Dotation.
Das  Marineministerium  legte  er  Ende
1871  nieder,  wurde  1873  zum  Feldmarschall
  ernannt  und  übernahm  das  Präfidium
  des  Staatsministeriums.  Am  9
Nov.  1873  nahm  er  jedoch  seine  Entlassung
  und  zog  sich  ins  Privatleben  zurück.
Er  barb  23.  Febr.  1879  zu  Berlin.  Vgl.
v.  Goßler,  Graf  Albrecht  v.  R.  (1879).
Kosamunde,  Tochter  des  Gepidenkönigs
  Kunimund  und  Gemahlin  Alboins,
Königs  der  Langobarden.  Von  diesem  bei
einem  Gelage  in  Verona  gezwungen,  aus
dem  Schädel  ihres  von  Alboin  erschlagenen
Vaters  zu  trinken,  ließ  sie  ihren  Gemahl
573  durch  einen  Buhlen  ermorden  und
entfloh  mit  diesem  nach  Ravenna.  Als
sich  hier  der  griechische  Statthalter  Longinus
  um  ihre  Gunst  bewarb,  brachte  sie
ihrem  Geliebten  Gift  bei,  ward  aber  von
dem  Sterbenden  gezwungen,  den  Rest  des
Bechers  zu  leeren  (573).

—  Roßbach.  367

Kosenkrenzer,  geheime  Gesellschaft,
welche  infolge  der  Anregung  von  Johann
Valentin  Andreä  (gest.  1654  zu  Stuttgart)
  entstand  und  angeblich  eine  allgemeine
  Verbesserung  der  Kirchenlehre  und
Furüästsheung  auf  ihren  biblischen  In-It

  und  im  allgemeinen  die  Sorge  für
das  öffentliche  Beste  zu  ihrer  Aufgabe
machte.  Der  Name  stammt  auseiner  anonymen
  Füug  chrift  Andreäs,  in  der  ählt
wird,  daß  ein  deutscher  Edelmann,  Christian
  Rosenkreuz,  um  1378  von  indischen
Weisen  die  Geheimnisse  des  philosophischen
Steins  und  Lebenselirirserlernt  habe,  worüber
  1604  schriftliche  Aufzeichnungen  in
seinem  Grab  gefunden  seien.  Um  1756
tauchte  ein  neuer  Verein  der  R.  in  Süddeutschland
  auf,  ursprünglich  als  Glied
des  Freimaurerordens.  Obgleich  er  nicht
lange  bestand,  so  erwarb  er  doch  in  jener
zur  Schwärmerei  besonders  geneigten  Zeit
einen  gewissen  Einfluß,  dessen  Verderblichkeit
  sich  namentlich  in  Preußen  unter
der  Regierung  Friedrich  Wilhelms  II.  gezeigt
  hat.  Vgl.  E.  Sierke,  Schwärmer  und
Schwindler  des  18.  Jahrhunderts  (1874).

Koßbach,  Dorf  im  preuß.  Regierungsbezirk
  Merseburg,  im  NW.  von  Weißenfels,
  berühmt  durch  den  Sieg  König
Friedric  d.  Gr.  5.  Nov.  1757  über  die

ranzosen  unter  dem  Prinzen  Soubise  und
die  Reichsarmee  unter  dem  Prinzen  von
Kildour  hausen.  Die  vereinigte  Armee
and,  43,000  Mann  stark,  auf  den  Höhen
von  Mücheln  und  ließ  Friedrich,  der  mit
22,000  Mann  aus  chlesien  herankam,  die
Saale  unterhalb  Weißenfels  überschreiten.
Friedrich  R  ein  Lager  zwischen  R.  und
dra.  Die  Verbündeten,  auf  ihre  Übermacht
  bauend,  beschlossen  eine  Schlacht,
und  zwar  sollte  das  preußische  Heer  in  der
linken  Flanke  umgangen  und  von  dem
östlich  von  R.  gelegenen  Reichertswerben
aus  angegriffen  werden.  Um  11  Uhr  begann
  die  Umgehung,  voran  die  Reiterei,
weiter  rückwärts  die  Infanterie.  Friedrich
durchschaute  erst  miteags  den  Plan  des
Feindes,  ließ  dem  im  W.  von  R.  stehen
gebliebenen  Grafen  Saint-Germain  gegenüber
  nur  eine  Abteilung  Reiterei  zurück
und  schob,  vom  Feind  unbemerkt,  unter
dem  Schutz  der  im  Nordosten  von  R.  sich