Metadata : Meyers Fach-Lexika; Lexikon der deutschen Geschichte.

Arelat  —  Arndt.

21.  Pun  1814.  Napoleon  griff  mit
20,000  Mann  20.  März  nachmittags  die
dreifache  Übermacht  der  Verbündeten  bei
A.  an,  und  Ney  behauptete  sich  in  dem
Dorf  Grand  Torcy  auf  dem  linken  Flügel
*  Wredes  Korps,  ohne  jedoch  die

erreicher  und  Bayern  zurückdrängen  zu

können;  dagegen  ward  die  erste  Linie  der

französischen  Reiterei  geworfen  und  in
Verwirrung  geracht,  ährend  der  Nacht
erhielten  die  Verbündeten  30,000  Mann,
die  Franzosen  nur  10,000  Mann  Unterstützung.
  Napoleon  glaubte  zunächst  noch,
daß  der  Feind  nur  den  Rückzug  decken
wolle,  und  schickte  21.  März  die  Infanterie
  unter  Ney  und  die  Kavallerie  unter
Sebastiani  wiederum  gegen  die  Verbündeten
  vor,  welche  auf  den  Anhöhen  an  der
Aube  eine  feste  Stellung  bezogen  hatten.
Doch  als  er  ihre  Übermacht  erkannte,  trat
er  den  Rückzug  an,  und  nun  erst  folgten
die  Verbündeten,  erstürmten  A.,  das  Oudinot
  verteidigte,  ließen  aber  die  Gelegen-Ez
  #poleon  Heer  zu  vernichten,  unenutzt.


Arelat  (arelatisches  Reich),  s.
Burgund.

Ariovist,  Heerkönig  der  Sueven,  wurde
71  v.  Chr.  von  den  keltischen  Sequanern
  (an  der  Sabne)  gegen  die  keltischen
Aduer  zu  Hilfe  gerufen,  erschien  mit  einem
Gefolge  von  15,000  Mann  und  unterwarf
  die  Aduer.  Er  ließ  sich  von  den
Sequanern  ein  Drittel  ihres  Gebiets  geben,
  siedelte  seine  Germanen  daselbst  an
und  zog  andre  Scharen  von  jenseit  des
Rheins  herbei.  Nachdem  er  die  Aduer
nochmals  61  bei  Admagetobriga  geschlagen,
  betrachtete  er  sich  als  Herrn  des  östlichen
  Gallien  und  veranlaßte  die  Römer,
deren  Provinz  dadurch  gefährdet  war,  zum
Einschreiten.  Julius  Cäsar,  der  Statthalter
  der  beiden  Gallien,  vernichtete  58
Ariovists  Heer  in  einer  blutigen  Schlacht
bei  Cernay  in  der  Nähe  von  Mülhausen.
A.  entkam  über  den  Rhein;  sein  weiteres
Schicksal  ist  unbekannt.

riner  Konrad,  s.  Bauernkrieg.

Arminins  (mit  Unrecht  auch  Hermann
  genannt),  Fürst  der  Cherusker,
Befreier  der  Germanen  von  der  Herrschaft
der  Römer,  als  der  Sohn  des  Fürsten

Deutsche  Geschichte.

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Sigimer  17  v.  Chr.  geboren,  kämpfte
unter  Tiberius  im  römischen  Heer  gegen
die  aufständischen  Pannonier  und  erhielt
das  römische  Bürgerrecht  sowie  die  römische
Ritterwürde.  Er  entführte  Thusnelda,
die  Tochter  des  Fürsten  Segestes,  und
nahm  sie  zum  Weib.  Dann  sußte  er  den
Plan,  sein  Vaterland  zu  befreien,  und
brachte  einen  Bund  der  Völker  wischen
Rhein  und  Weser  zustand.  Er  folgte  mit
einer  Hilfsschar  dem  römischen  Stattbalter
  uinctilius  Varus,  der  mit  drei
egionen  auszog,  um  einen  aufständischen
Stamm  an  der  Weser  zu  unterwerfen,
überfiel  mit  den  verbündeten  Germanen
das  römische  Heer  im  Teutoburger  Wald
und  vernichtete  es  9.—11.  Sept.  9  n.  Chr.
Später  belagerte  er  Segestes  in  einer
Burg,  doch  dieser  wurde  von  dem  römischen
Feldherrn  Germanicus  15  entsetzt,  und
r  leich  fiel  Thusnelda  in  die  Hände  der
ömer.  A.  rief  nun  die  Cherusker  und
die  benachbarten  Stämmezum  Rachekampf
auf,  wurde  aber  von  Germanicus  (s.  d.)
16  auf  dem  Idistavisofeld  (an  der  mittlern
Veser)  und  am  Steinhuder  Meer  geschlaen.
  Dennoch  zog  Germanicus  auf  Befehl
es  Kaisers  Tiberius  ab,  und  Germanien
war  frei.  17  geriet  A.  in  Zwist  mit  Marbod,
  dem  König  der  Markomannen,  und
besiegte  ihn;  doch  wurde  er  21  von  seinen
Verwandten  getötet,  weil  er  angeblich  nach
der  Königswürde  strebte.  1875  wurde  das
kolossale  Denkmal  des  A.  auf  der  Grotenburg
  (südlich  von  Detmold)  enthüllt.
rundt,  Ernst  Moriz,  deutscher  Patriot,
  geb.  26.  Dez.  1769  auf  der  Insel
Rügen,  studierte  in  Greifswald,  dann  in
Jena  Theologie,  Geschichte  und  Geographie,
  besuchte  dann  auf  Reisen  den  größten
Teil  Europas  und  wurde  1805  außerordentlicher
  Professor  der  Geschichte  in
Greifswald.  Durch  sein  Werk  »Geist  der
Zeit=  (1.  Teil  1806,  2.  Teil  1809,  3.  Teil
1813  erschienen)  hat  er  den  nationalen
Sinn  in  weiten  Kreifen  Deutschlands  geweckt
  und  die  spätere  Erhebung  gewissermaßen
  vorbereitet.  Nach  der  Schlacht  bei
Jena  floh  er  nach  Schweden  und  begab  sich
1812  auf  eine  Einladung  des  Freiherrn
vom  Stein  nach  Petersburg.  Diesen
Staatsmann  begleitete  er  auch  1813  nach
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