Num̃m̃er 11
Der K## # Let.
Der „Baralong“-Fall.
Berlin, 13. Jan. Im Hauptausschuß des
geichstages wurde heute der „Baralong“Fall
vertraulich eingehend erörtert. Der Regierungsrertreter
gab die gestern erteilte Antwort der
deutschen Regierung auf die englische Note belamt.
Von allen Seiten, auch vom Redner
der sozialdemokratischen Fraltion, wurde bei
dieser Gelegenheit den Führern und Mannsckaften
der U-Boote das größte Lob gespendel.
Ihre Pflichttreue und Leillungen lönnten
nicht hoch geung geschätzt und anertannt werden.
Der Vorm urf unmenschlicher Handlungen ihrerseils
wurde in schärifter Weise als unbegrünoet
mrückgewiesen.
P#s BSailavunternehmen.
Vor dem Augriff auf Saloniki?
Lugano, 13. Jan. „ Giornale, d'Ita#lia“
meldet aus Athen: Am Dienstag hat den. ganzen
Tag in der Gegend von Doiran, 100 sich
die englischen Truppen in vorzüglichen Verschanzungen
befinden, unaufhörlich Bembardement
stattgefunden. Der Angriff entiridelt sich
scheinbar in großem Stlile.
Wie die „Agence Havas“ meldet, begann die
Veschießung der englischen Stellungen in der Gegend
von Doiran. (0X.)
Athken, 13. Jan. Das Regierungsblatt
„Neon Ailil“ meldet im Gegensatz zu den Berichten
der Ententepresse, daß in den französischen
Verschanzungen vor Salonili Mangel an
schrerer Artillerie herrsche, die er aus MarherLeigeschafft
werden müßte.
Die Fliegerangriffe auf Saloniki.
Amsterdam, 13. Jan. Aus London wird
gemeldet, daß nach Privatmeldungen aus Saloniki
bei dem Fliegerangrilf auf das Lager
der Verbündeten am 7. Januar große Munihionstransporte
explodierten. wodurch zahlreiche
Wagen, Pferde und Material vernichtet wurden.
Durch eine Vombe geriet ein Zelt in Brand,
dem alle dort befindlichen Vorräte zum Opfer
sielen. Ueber 100 Mann wurden getotet, darurter
zuei Offiziere und ein Arzt. Unter den
zir ischen Truppen brach eine Panik aus, da
vor Fliegerübersällen große Furcht unter den
Indern herrscht. Die Verluste auf französi=1
Seite scheinen auch nicht geringer gewesen
zu sein, da bei diesen Abteilungen stundenlang
Rrände wuteten. (3.)
Die Hegqe in Griechenland.
Athen, 13. Jan.
Hetzarbeit hat noch nie eine dcrarüige Jene
lat erreicht wie gerade jelt. Alles, was gegen
König Konstantin und die Mittelmächte sein
lomte, wird benntt. Die hiesigen Ententeorgane
scheuen sogar nicht vor den plumpften
Falschungen zurück, um in der Salonili. Frage
Vermirrung hervorzurusen. (#.)
Die verhgfteten Ronsuln von
Moytilenc.
Geuf.. 13. Jan. Die Blätter melden aus
Pario: Die Entente lehnte die Freilassung der
in Mytilene verhafteten Konsuln ab, trotzdem
i##e griechische Staatsangehörige find. (Z.) „
Eine italienische Warnung
an England.
Bern, 13. Jan. Ein Leilartikel des Neapeler
„Mattino“ beschäftigt sich mit der englischen
Krisis und bezeichnet diese ald eine bedauernswerte
Erscheinung. Von alien Jialien verbunderen
Vollern sei das englische Voit dasjenige,
das Italien am fernsten stehe. Bei den Italie—
nern errege es Erstaunen und Unruhe, daß gerade
jener Staat, der andere zu dem Kreuzig
gegen die Mittemächte aussorderle und der au-Lenklicklich
den größten Gefahren ausgeseht sei,
sich seiner bedrohten Lage nicht bewuhzt werde
und sich nicht aufrassen könne. England dürfe
nicht länger mit dem Feuer spielen. Leider
nmerde es noch immer von dem Geiste seiner
schled testen Politiler heĩeelt. Churchill, der Held
des Falles von Animerpen und des Fiasto
an den Dardanellen, der neuropathische Relameredner,
sei war gegangen, aber seine Melloden
herrschten im Ministerium meiter. Angesichts
der Opposition der Gewerlschaften und
des Miherfolges Lord Derbye hätte Ad#quith
echen sollen. Allein er bleibe wie eine Auster
an der Ministerbant hängen und suche sich durch
Compromisse in der Militärpflicht zu retten.
Ozwischen aber habe der Feind oie Brüke
n- Berlin und Konstantinopel gebaut. Von
ellen Seiten drohe der Entente, besonders England
im Ballan und im Orient, Gesahr. In
London aber dislutiere man und mache dipio
dalische Schachpartien. Das von Italien geraumte
England sei ein anderes gewesen. Die
ntente dürsfe zwar die Hoffnung auf den Sien
dicht aufgeben, doch sei eines heute schon sicher:
as Prestige und die Vorhkerrschaft Englande
seien auf immer vorbei.
Der Kamyf um die Dardemesen.
Die Vertreibung der Engländer von
Gallipoli.
Konstantinopel, 13. Jan. Das Hauptquartier
teilt mit: Die Schlacht vom 8. Januar
und in der Nachl vom 8. zum 9. Januar,
die mit der Niederlage des Feindes bei Sedd
ul Bahr endete, spielle sich folgendermaßen ab:
Die verminderte Lätigkeit den- seindlichen
Landartillerie, an deren Stelle die Schiffsartillerie
getrelen nar, die Anuesenheit zahlreicher
Transportich:ef lei der Landungsstelle,
sowie der Umitand, daß der Feind neuerlich
Hospitalschisse Zur Wegschaffung von Tiuppen
mährend des Tages mißkrauchte, lies auf eine
bhevorstehende Flucht des von unserem bestigen
Artillerieseuer deumuligten Feindes schließem.
Es wurden alle Maßregeln getroffen, um dieie
Flucht diesmal fur den Feino verlustreicher zu
gestalten. Diese Maßregeln wurden auch mit
vollem Ersolg durchgeführt.
Seit dem 4. Januar begannen die Vorbereitungen
zum Angriff. Die für den Angriff
gewählten Alsch nitle murden von unserer Arlillerie
und von Bomvudenwerfern beftig. beschossen.
Am 8. Jannar verstärklen wir unser Feuer und
ließen eine Mine springen. Wir schickten schließlich
an der ganzen Front slarke Aukllärungsabteilungen
ror. Im Hinblick auf dieses Vorfriel
zu unserem Angriff versammelte der Feind
in der Gegend seines linken Flügels zahlreiche
Kriegeschiffe, Die unlsere Abteilungen und vorgesch
oben#en Stellungen heftig beschossen. Unjere
Akteilungen lamen Kellenweise an die feindü#chen
Schun engrälen heran, wurden dort vom
Feinde mit Infanterieseuer und Handgranaten
empfangen, biellen aber diese Stellungen bis
mittags. In der Nacht vom 3. zum 9. warsen
wir neuerdings unsere Erkundungsabteilungen
gegen die seindlichen Schüyengräben vor.
Um 3 Uhr morgens war der Beginn der
feindlichen Rückungsbewmegung im zgentrum
füllbar geworden. Wir ließen deshalb unsere
Kanze Front vorgehen. Ein Teil der zurückgehenden
feindlichen Truppen sloh unter dem
Schun der heftig feuernden feindlichen Schiffe
zu den Landungsstellen. Ein anderer Teil ließ
Srahlreiche selb#sttätige Minen springen und vernuchte
so, unseren Vormarsch Schritt für Schritt
aufzuhalten. In diesem Augenblick erössneten
uniere weittragenden Geschütge ein beftiges
Feuer gegen die Landungsitege, während unsere
Landbattlerien die Nachluten des Feindes
itark beschossen und ihm zahlreiche Verluste beilrachten.
Unsere Gebirgsgeschütze gingen mit
Infanterie vor und beunruhigten den Feind aus
der Nähe. Unsere Truppen trohten tapfer
dem Feuer der feindlichen Schiffe mit selbft.
tätigen Minen. Mit freudigem Mute, die Hölle
voll Gesahren ringsum nicht achtend, machten
sic die seindlichen Soldaten nieder, die dem
wmirlsamen Feuer unserer Artillerie nicht mehr
entfliehen lonmen und verzweifelten Widerstand
leifieten.
Bei Tagesanbruch sanden sich unsere Truppen
auf dem Schlachtfelde unter zahlreichen
seindlichen Leichen. Wir siellten schon lürzlicz
feit, daß unsere Artillerie sehr wirksame Tresser
erzielte und daß der Feind, den wir auf
der ganzen Front mit allen zur Verfügung stehenden
Mitteln bedrängten, bei den Angriffen
unserer flarlen Abteilungen nicht mellr imstande
war, selbst unter dem Schuze seiner vielen
Schifsogeschüne den Widerstand in diesem Atschni#t
fortzusetzen. So endete der letzie Alt
der Kämpse, die seit acht Monaten auf der
Halbinsel Gallipoli sich abspielten, mit der
Niederlage und dem Rüchzuge des Feindes. Die
Jählung der großen Beute ist noch nicht beendet.
Sie beficht in Kanonen, Wassen, Munition.
Pferden, Mauleseln, Wagen und einer
großen Anzahl anderer Gegenflände.
Die türkische Beutc.
Konstantinopel. 13. Jan. Der Korrespondent
der Agentur Milli an der Dardanellen:
front, der einen Teil des von den Engländern
geräumten Abschnittes Sedd ul Bahr besichtigt
hat, beschreibt die dort gefundene Beute:
Ueberall sinden sich Landtorpedos, nicht erprlodierte
Bomben, Munitionswagen, Zelte, Amrulanzen
mit 2000 Belten und Tausende von
Leinendecken, Sättel und Pferdegeschirre, zerleglare,
mit herrlichen Daunenbetten ausgeslatlete
Baracken für Offiziere, 10 als Ambulanzen
eingerichiete Kriegsautomobile, endlich
ganze Berge von Kisten mit Konserven, mit
Marmelade, Bisquits und Schreizerkäse, geung,
um den Bedarf mehrerer großer Spezereiwarenhandlungen
für ein Jahr zu decken. Das
(Sclände erweckt viel mehr den Eindruck eines
Handelshafens als den eines Schlachtfeldes. In
der Stadt Sedd ul Bahr befinden sich große
Magazinc voll Reis.
Folleische Kunoschau.
Liebknecht.
Berlin, 13. Jan. Die sozialdemokratische
Fraktion des Reichstags hat mit 60 gegen 25
Stimmen eine Erklärung angenommen, nach
welcher der Abgeordnete Dr. Liebknecht wegen
fortgesetzter groblicher Verslöße gegen seine
Pflichten als Frattionemitglied die aus der
Frallionszugehörigleit sich ergebenden Rechte
verwirkt habe. Damit ist Lieblnecht aus der
Fraltion auegeschlossen. (3.)
Der Aufruhr in China.
Honuglong. 12. Jan. (Neuter.) Die Regierung
von Kanton lerichtet über eine Niederlage
der Rebellen, die volllländig geschlagen
wurden, schnere Verluste erlitten und verfolgt
merden.
Kiegslagung des Relchslages.
Berlin, 13. Jan.
Der Reichstag hat die Ernährungsdebatte
auch heute noch nicht zu Ende geführt. Scharfe
Angriffe des sozialdemokratischen Abg. Simon
riesen eine Erwmiderung des Unterflaatssekretärs
Michaelis hervor, der zugeben mußte, daß
die Reichsgetreidestelle den Kornbrennereien
45 CUm Tonnen Getreide überlassen habe. Mehr
Glück halne der Unterstaatssekretär mit der Zurückweisung
der Vorwürfe wegen der Verfütterung
von Getreide, was doch bei der Schweine
ducht wieder der Volksernährung zugute komme.
Der Derirumealtgeorrnete Marr äußerte Bedenlen
gegen die Einsübrung einer aligemeinen
Fleisch, und Rutterkarte. Der Abgeordnete
Fischlach von der Fortschrittlichen VNolkspartei
nahm die Berliner Stadtverwaltung megen der
ülergrosen Ausgabe von Zusatbrotkarten in
Schun und nagelte noch einmal sen, daß der
Reichstag seinerzeit einmütig die Abschlachtung
der Schneine gefordert habe. Der schleppende
(Gang der Deiatle machte es nölig, daß der
Reichtag morgen seine Sigung schon 11 Uhr
normittags beginnt. Von einem Abschluß der
Beratungen in dieser Woche in keine Rede mehr.
da namentlich die Aussprache über zenfur und
Belagerungszustand noch einige zeit in Anspruch
nehmen wird. Vor Mitte nächiter Woche
dürfte das Haus kaum in die Ferien kommen.
Eröffuung des Preuß. Landiages.
Berlin, 13. Jan.
Heute mitlag wurde im Weißen Saal des
Kgl. Schlosses der Landtag eröffnet, nachdem
Gottesdienite im Dom und in der Hedwigskirche
vorangegangen waren. Vertreier beider Häu—
ser fanden sich sehr zahlreich ein. Unter anderen.
Llemerktte man Generalgonverneur rr. Beieler
und Generalgonvderneur u. Vissing, Furit Bulon,
Hausminister Graf Eulenkurg. In der
Diviomatenlege sah man u. a. den turkischen
Votschafter. Der Ministerpräsident und alle
hier anwesenden Minister erschienen in feier
Zuge, worauf der Mininterpräsident, Reichslanzler
v. Bethmann Hollmeg, im Auftrag de-Kaisers
die Thronrede verlas.
In der Thronred: in gesag!:
Während Sie sich hier zur Arbeit versammeln,
gebt draußen auf den ueiten Schlachtfeldern
das blutige Ringen sort. Wie uniere
Feinde und den Krieg ausgezmungen haben, so
tragen sie die Schuld und Verantwortung. daß
sich die Völker Europas weiter zerfleischen.
Vor eine eiserne Prode siellt die Vorselung
unfer Volk. Großes wird gefordert. Großes
aler auch geleistel. Die Pläne unserer Feinde,
uns durch Abschnürung von der überseeischen
Welt mürke zu machen, sind gescheitert. Aus
eigener Kratt sichert die Landu irtschaft die Er
nährung der Bevöllerung, aus eigener Krait
schafft Industrie und Handu#erk, ueessen wir
in unserer Verteidigung bedürfen, halten die
arleitenden Hände der Millionen, die daheinr
geblieben, unser wirtschaftliches Leben aufrecht.
Trotz Krieg und Kriegsnot. Und zler dem
allen stehen die Taten unseres Volles in Was
fen, unaussprechlich in Größe und Qeldentuni.
In hartem Kampf hat Deutschland, unlerstützt
von treuen Verbündeten, einer Welt ron Fein
den jtand gehalten und seine. Fahnen weit in
Feindesland hineingetragen. Der alle preußische
Soldatengeist, auf den wir sul)zt sind und slolz
lleiben, hat in edlem Wetteifer mit den deutschen
Bruderstämmen seine unvergängliche Lebenskraft
erwiesen und neuen unsterblichen Ruhen
dem Heldentum der Väter und Ahnen hinzugefügt.
Mit unserem König und Kaiser sehen
wir voll Gottrertrauen und Siegeszuversich!
auch der Zukunft entgegen. Ein einziger und
heiliger Gedanle erfüllt uns. bis in die letzten
Tiefen der Volkskrast alles herzugeben für das
Leben und die Sicherheit der Nation.
Als Gruh an den Landtag bat Se. Mojestät
der Kaiser und König nur Worte heißen Danles
an die Kämpfer draußen und daheim.
Ihre bevorstehenden Arbeiten, meine Herren.
werden vor allem den Notwendigkeiten des
Krieges gehören.
Samstäg, 15. Januar 1516
Die Thromede kündigt sodann eine Erbb#
hung der zuschlage zur Einlommen- und Ergangunhestener
an, serner die Verwendung wei,
terer Mittel für Ostpreußen sowie den Ausbau
des Eisenbahnnetzes und fährt dann fortl: Der
Geist gegenseitigen Verstehens und Vertrauen
wird auch im Frieden fortwirken in der gemeinsamen
Arbeit des ganzen Volles am
Staate, und lelendigen Ausdruck finden in unserer
Verraltung, unserer Gesetzgebung und im
der Gestaltung der Grundlagen für die Vertretung
des Volkes in den gesetzgebenden Korperschaften.
In Stürmen ist der preuhische Staat
groß geworden, im Sturme steht er auch heute
unerschütterlich da. Was Feindschaft als Zwang
ausgil 1, ilt Freiheit, auf Ordnung gebaut. Gott
schutze Preußen auch in Zukunft und bewahre
es als starken Träger des Reichs! Daraus bauen
wir und führen unseren guten Kampf zum
guten Ende.
Die Thronrede sand überaus starken Beifall
an allen den Stellen, die vom Durchhalten
und von unserer Siegeshoffnung, insbesondere
auch von dem Dank an die Kämpfer draußen
und daheim handeln, schwächeren Beifall, wo
von der Neuregelung der Volksrertretung die
Rede ist. Im übrigen bietet die Thronrede
keinerlei Ueterraschung, machte aber durch ihren
ungen öhnlich warmen, herzlichen Ton einen
vorzüglichen Eindruck.
richledeu##Nachrichlen.
Hamburg. 14. Jan. Die Sturmflut in
Kamkurg erreichte am Donneretagabend ein:
außergen ohnliche Höle. Alle Keller an der
Waiserklante und in den niedrig gelegenen Stadt
teiien maren ulerilulet. Groß# Mengen Waren
murden durch das Wasser vernichtet. Der Sir##
stenbahn- und Wagenverkehr muhte eeingestell.
werden, weil die Straßen überschwemmt waren.
Wicn, 13. Jan. Gestern abend stieß bei
orlanartigem Sturm auf der Station Fischau
auf der Schueelergbahn ein Personenzug mit
einer auf dem Gleise Kellenden Lokomotive zu
sfammen. —1 Perfonen, darunter 5 vom Zug
verional: wurden verlenz, eine davon schwer.
Nach einer Meldung aus Mährisch= strau en:
leiste auf der Strecke zwischen C derterg und
Freistadt ein MWeggon des Lokalzuges und
stüriie über die Böschung binab. 40 Personen
wurden verletzt, daron 8 schwmer.
Neunork. 13. Jan. (Reuter.) Aus Nachrichten
aus El Paso gebt hervor, daß der ein
ige Amerikaner, der dem Ueberfall der merikanischen
Räuber zu entrinnen vermochte, ein
gewisser Holmes int, der die telegraphischen Berichte
beilätigt. Eine aus ungefähr 207) Mann
lestelende Rauberbande befahl den Amerikanern.
aus dem Zuge zu sieigen und sich längs
des Babndammes aufzunellen und sich zu ent.
kleiden. Lolmes, der ahnte, was folgen würde.
ergrief mit anderen Gefangenen schleunigst die
Fiuck 1. Seine Begleiter wurden niedergeschofsen,
er selb : wurde verwundet. Nach weiteren Mel.
dungen aus Cleluahua sind dort 19 Leichname
der crmordeten Amerikaner angekommen.
Bawerische Nachrichten.
BSofolding, 13. Jan. In der Nähe der
For#kune des Lofoldinger Forstes ist beim
Darensammeln der 15 jährige Sohn des Joh.
B. Mair von einem Baum erschlagen worden.
Kur ö*) hbevor der Baum zu fallen begann, riefen
die Fornarleiter ihm zu. Aber Mair lief in
der Richiung des fallenden Baumes und wurde
vom Gipfel am Hinterkopf so schwer getroffen,
daß er sofort tot war.
Prien, 13. Jannar. Eine falsche Krankenschmeiter
trieb sich in hiesiger Gegend umher
und verübte verschiedene Betrügereien. Der Polizei
ist es gelungen, sie in sicheren Gewahr.
sam zu bringen, wo sie sich als eine 18jährige
raffinierte Betrügerin aus der Dingolsinger Gegend
entpuppt dat, die anscheinend dieses Unreelle
Geschäft schon längere Zeit auch in an.
deren Gegenden betrieben hat.
Traunstein, 13. Jan. Zum 1. Vorstand
des Gemeindelollegiums Traunstein wurde Buch,
drudereilefiper Leopoldseder wiedergewählt, als
2. Vorftand und Schriftführer Kaufmann
Brandueiner: neiter wurden in den Vorstand
lerusen: Buchhandler Endier, Wachswarensabrikant
Kasdauer und Zinngießermeister
Schneider.
Traunstein, 13. Jan. In der Villa des
Oberzollinspektors Klein in Marwang wurde
ein nächtlicher Einbruch verübt, bei welchem dem
Einbrecher Kleider und Wäsche zur Beute fie.
leu. Außerdem lief der Gauner Funfsig Pfund
Waschseife mitgehen, welche er der Einfachheit
halber gleich in Marwang verkaufte und dann
Reißaus nahm.
mühldorf, 13. Jan. Bei den Bureauwahlen
des Kollegiums der Gemeindebevollmächtigten
am 11. Januar wurde wiedergewählt: Rechtsanwalt
Müller als 1. Vorsigewder: Weißgerber
meister Koppenwallner als 2. Vorsitzender: Gla.
sermeister Fraitzl als 1. Schriftführer: Bäl-
kermeister Sax als 2. Schriftführer.