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erscheint täglich nachmittee# 4
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4 Bernsprecher: Berlag unb Redattion — Inseraten-Abtellung Nr. 781.
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Nummer 72 #
Ion U#nzeigen, NRekl
Amtkliches Bublikalions-Organ.
Sonntag, 26. März 1916
Rosenheimer Anzeiger
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lle Petttzelle im er endegeel kostei 4 2. de Petttzelle un Neklametcklt 29 l.
v Erpebition Hachenund
Bellagen durch dle Annoncen ·
stein Bogler 2 „Mosenzern, tu Nürnberg, Berlin utm.
Schluß der unzeigen-Annahme 1 Uhr mittogs.
Nosenheimer Tagblatt
V#testanischt Emannel —. Jahrgaug
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Verdun in Brand geschossen.
Große Lärmszenen im Reichstag. — Eine Spaltung in der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion.
Erfolge vor Verdun. —
— Welterer Anusban der
Abermaliger Zusammenbrach neuer rusfsischer Massenargrisse. — Itallen und die Pariser Konferenz.,
Der Zusammenbruch der mesopotamischen Erpeditlon der Engländer. — Beurlaubung griechischer Tinppen? — Grenel
armemischer Banden.
Die Rlegstage.
Verdun 1n Brand gescheles.
NMIB. Hrees HLauptquartier, den
25. März, vormittags. Amtlich.
Westlicher Kriegsschauplat.
Die Lage hat gestern keine wesentliche Veränderung
erfahren.
Im WMaaßgebiet sanden besonders
lebhafte Artillerier Kämpfe statt, in
deren Verlauf Verdun in Brand
geschoflen wurde.
Oestlicher Kriegsschauplatz
Westlich ovn Jakobstadt gingen die Russen
nach Einsatz frischer sibirischer Truppen und nach
starter Feuervorbereitung erneut zum Angriff
über. Er brach verlustreich für sie zusammen.
Kleinere Vorstöße wurden südwestlich von Jalobladt
und südwestlich von Dünaburg mühelos
abgew iesen.
Ebenso blieben alle, auch nachts wiederholten
Anstrengungen gegen die Front von Widsy völlig
erfolglos.
Weiter südlich in Gegend des Narocz- Sees
beschräntte sich der Feind gestern auf Artillerie-Feuer.
Balkankriegsschauplatz. -
Bei einem erneuten Fliegerangriff wurde ein
seindl. Flugzeug im Kampf zum Absturz zwischen
den beiderseitigen Linien gebracht und dort durch
Artillerieseuer zerstört.
#. Oberste Perresleitung.
Cetzte Telesramme.
Der Lieferungsvertrag
mit Rumänien.
Kopenhagen, 25. März. Den Vertrag
zwischen Rumänien und den Zentralmächten bezeichnet
„Ertrabladet“ als das handelspolitisch
bedeutungsvollste Ereignis seit Beginn des Krie-
ges. Die unklare Balkan-Situation habe sich.
auf einmal vollständig verändert. Daß die rumanische
Regierung die Befolgung des Vertrages
unterstütze, beweise ihren Willen zur Neutralität.
(3.)
Das Spitalschiff „Elektra“.
Parie, 25. März. Die Blätter bringen auszugsweise
ein Schreiben des Marineministers an
den M#ter des Aeußern, in der an der Hand
· Bwichtes des Tauchbootkommandanten die
Let der Torpedierung des österreichisch-ungarischen
Spitalschiffes „Elektra“ zugegeben
wird. Der Minister teilt noch mit, daß nach
dem Bericht die „Elektra“ nicht die vorgeschriebenen
Zeichen führte. Die Untersuchung
sei im Gange. Wemn sich die Richtigkeit der österreichischen
Mitteilung ergäbe, würden die notwendigen
Mersügungen getroffen werden.
Der amtliche Ssterreichische Vericht.
WIB. Wien, 24. März. Amtlich wird gemeldet:
Italienischer Kriegsschauplatz.
Der Feind beschoß die Städte Görz und Rovereto;
sonst keine Ereignisse.
Der Stellvertreter des Thefs des Generalstabs:
. Hbfer. Feldmarschallentnant.
Eln großer engl. Kreuzer verfeull.
WIB Berlin, 24. März. (Amtiich.) Nackrichten
zufolge, die von verschiedenen Stellen
hierher gelangt und neuerdings bestätigt lind,
hat am 29. Februar in der nördlichen Nord-——-——--——-—
□--see
zwischen dem deutschen Hilfskreuzer „Greif“
und drei englischen Kreuzern, sowie einem Zerstörer
ein Gefecht statigefunden. S. M. Schiff
„Greif“ hat im Laufe dieses Gefechles
rinen großzen englischen Kreuzer von
etwa 15,000 Tonnen durch Torpedoschuß
zum ESEinken gebracht
und sich zum Schluß selbst in die Luft gesprengt.
Von der Besatzung des Schiffes lind etu# 150
Mann in englische Gefangenschaft geraten, deren
Namen noch nicht bekannt sind. Sie werden von
den Engländern, die über den ganzen Vorfall
das strengste Stillschweigen beobachten, von jedem
Verkehr mit der Außenwelt abgeschlossen.
Maßnahmen hiegegen sind eingeleitet.
Der Chef des Admiralstabs der Marine.
Die vierte Keiegsauleihe.
WIB. Berlin, 24. März. (Amtlich.) Die
Zeichnungen auf die vierte Kriegsanleihe belaufen
sich nach den bisher vorliegenden Meldungen
auf rund 10 Milliarden 61100 Millionen
Mark. Teilanzeigen, die das Ergebnis noch
etmas erhöhen werden, stehen noch aus; auch
die Feldzeichnungen und die Zeichnungen aus
dem überseeischen Ausland sind darin noch nicht
enthalten. Das deutsche Volk brachte damit für
Kriegszmecke in 20 Monaten gegen 361½ Milliarden
Mark an langfristiger Anleihe auf.
Das ist Siegeswille einer Nation. Wie er
in den Zeichnungen auf die vierte Kriegsanieihe
gesprochen, wird er auch unsere deutsche Zukunft
entscheiden. Auf die erste Kriegsanleihe des
Deutschen Reiches wurden 4 481 000 000, auf
die zweite 9 103 000 000, auf die dritte Mk.
12 360 000 000 gezeichnet.
Verdun.
Zoll für Zoll.
Langsam aber sicher rollt die deutsche Herresmaschine
bei Verdun vorwärts. Hartes Gestein
siellt sich in den Weg, erbitterter Widerstand,
von dem Stück für Stück in geduldiger syilematischer
Arbeit abgeschlagen und abgesprengt
Herden muß bis die härtesten Schichten durch-
brochen sein werden. Schon macht sich die Kontinuität
des Erfolges geltend, die Bezwingung
der seindlichen Stellung schreitet voran mit
einer gewissen Gleichmäßigleit mie der eines Tagespensums
im Tunnel. Die Hohen von Haucourt
sind in deutschem Vesiy, die linke Flanke
der eroberten Angriffsstellung im Avocourt=Walde
gedeckt. Die feindliche Stellung bildet
einen spitzen Winkel mit dem Scheitelpunkt
Béthincourt. Die beiden Schenkel gehen von
Béthincourt über die Höhe 304 nach Esnes-Mongeville
und auf der anderen Seite von
Bethincourt über die Höhe „Toter Mann“ nach
Cumieres bzm. Chattaucourt. Die Höhe 303,
gegen welche unsere Truppen von Weiten her angehen
und die beiden Gipfel des „Toten Mann“,
die Höhen 265 und 295, welche die Unseren vom
Osten her erstürmt baten und fest in der Hand
halten, liegen in der Luftlinie bloß 3 bzw. 4
Kilometer auseinander, Bethincourt in darüber
an 3 Kilometer nach Norden hinaus geichoben.
Daß eine solche Stellung fur den Verteidiger
recht unangenehme Stunden bringen lann. wenn
der Angreifer uder entsprechende Artillerie veringt.
ist auf den eriten Blick ersichtlich und es
iit deshalt vollbegreiflich, wenn der „Petit Parisien“
seinen angeblich 11.= Millionen Lesern
begreiflich zu machen sucht, daß es eines Tages
besser erscheinen konnte, wenn die Slellung von
Bethincourt geräumt wmürde. Naturlich freiwillig,
weil man eingesehen hat, daß die Stellung
„einen strategischen Wert“ hal. Man darf aber
bezmeijeln, ob diese militärische Erkenntnis sich
auch eingeitellt batte, nenn nicht die deutschen
Angriffe die franzosische Taille immer enger
·ufsammengeschnurt hätten. ().7
Sorgen um Verdun.
Haag. 24. März. Londoner Blätter berichten
von der Westfront, daß der deutsche Angriff
auf Verdun sich in den letzten Tagen voll
fländig änderte. Stalt einem Durchbruchsversuch
in der Gegend von Verdun zeigt sich jetzt ein
Schlachtbild, das eine Ausdebnung von über
2
61 Kilometern umfaßt. (I.)
Gebete fur Verdun.
Zürich, 24. März. Der Pariser Kardinal
Amette oronete tirchliczne Feiern für ganz Franlreich
an, in denen um Abwendung einer Niederlage
bei Verdun gebetet werden soll. Die Hauplfeier
findet in der Notre-Dame Kirche in An.
nmesenheit von Mitgliedern der französischen Ncgierung
statt. (I.)
—.—
Merciers neunester Streich-Berlin,
24. März. Kardinal Mercier beschwme#rt#
sich wegen des folgenden Vorfalles in
heftiger Weise beim Generalgouverneur von
Belgien und drohte dabei mit Klage an einem
höheren Ort. In der Privatwohnung eines
Sektetärs des Kardinals, welcher verdächtig war,
an einer Organisation fur Briesschmuggel beteiligt
zu sein, wurde eine Haussuchung vorgenommen.
Der Kardinal erhebt nun Beschwerde
„im Namen der religiösen Freiheit“. Es ist
unerfindlich, wie er bier einen Zusammenhang
zwischen einer Prirathaussuchung und einer Be.-brohung
der religisen Freihen heritellen kann.
Es Mbleibt nur die eine Erklarung. daß der Kardinal,
der ja immer einen Weg in die Presse
des feindlichen Auslandes findet. durch diese
Darstellung künftlich den Eindruck bervorbringen
mochte. daß die deunsche Verwaltung eine
Gefahr für das religiöse Leben in Belgien bedente.
Da er keinen einzigen Fall eines Eingriffes
in die Kultusfreiheit nachweisen kann,
bemuht er sich eben, einen solchen Fall zu konstruieren.
Wie sehr er übrigens an eine Agitation
in der Oeffentlichteit denkt, beweist die
Tatsache, daß die ausländische Presie bereits
den Inhalt der Antwort des Kardinals auf
das Schteiben des Generalgouverneurs wom 15.
März mitteilen kann. Auf eine Anfrage erfährt
das WITB., daß diefe Antwort an der zuständigen
ielle noch nicht eingegangen ist und daß
der Kardinal nur die Nachricht sandte, er könne
diese Antwort erm in einigen Tagen schicken. —
Wie lange noch werden die den#uschen Behörden
dieies unerhorie Treiben des Kardinals ge—
duidig mitaniche
scheidende Wort.
Koln. 32. Mar:. Der „Koln. g.#“ zufolge
schreil: die .„Ide# nazionale in einen
Leitarlitel zur Pariier N#- onferenz der Alliierten:
Die inneren Erotterutgaen. Untimmigleiten und
vorlamentarüichen rreuikenen ireien vor der
Bedeulung dic'er anßzerordentlich wichugen Konieren;
vollnandig in den Hintergrund. wic auch
die indididneite Aufiaflung ron einem nationalen
Kriege K#aliens# vor dem eur)päischen
KNriege gen: Iche i Jent handelt es sich nicht
mehr um einzelne Peti onen oder Parteien. die
nationale Kriegs ziele besprechen, sondern um
das eine gewaltige Kriegsziel gegenüber den
machligen Leere 1 Deutscholds und C Oesterreich
— . *-pl-.
— b 0’
Ungatns. Die Verlu- delen lauschen mit Span
nung auf dads enischheidende Wort. das vot
Paris ausegeher wird, ein Wort, das auf Jahrbunderle
inaus fur ihre Geschicke bestimmend
sein dann. Es handelt sich um eine außerordentlich
ichwierige und heille Aufgade: es gilt, ein
Militarbundnis zu ichließsen und alle Schwierigteilen
dabei zu uberwinden, die jolchen Bündnisien
anhaften.
Ein amerikanischer Protest an Engand
London, 21. Marz. Die .„Daily News“
melden aus Washington: Das Staaiebepartement
richtele ceinen formellen Proten nach Lordon
wegen der Beschlagnahme von Wertpapieren
im Werte von 4 Millionen Pfund Sierling,
die mit der Post aus Holland gesandt
worden waren.
· ·
r
#e Kan## ## #.
Der letzte Luftschiffangriff auf die
Humbermundung.
Berlin, 21. März. Der lente Luftangri'
auf die Humbermündung war viel erfolgreich
als die englische Presse zugibt. In Hull find zu
Magazine vollftändig rerhbraunt, ein Doo
schwer beschädigt worden, ebenio mehrere Schisf-s
Berlin, 23. März. Wie die „Telegraphen
Union" non insformierter Seite erfährt. ist nedculiche
Lufiungriif in der Nact zum 6. M-