Full text : Verhandlungen der Zweyten Kammer der Ständeversammlung des Königreichs Bayern im Jahre 1827/28. (13)

—  401  —

gebracht,  aber  es  geschah  nicht  auf  meinen  Antrieb,  sondern
  auf  Ansuchen  der  betreffenden  Fabrikeigenthuͤmer.

Daß  aber  diese  neun  Fabriken  fuͤr  die  innere  Industrie
nicht  unbedeutend  sind,  das  geht  wohl  deutlich  aus  folgender
  kurzen  Zusammenstellung  hervor.

Diese  Fabriken  verausgaben  jährlich  für  rohe  Materialien,
  als  Holz,  Potasche,  Kies,  Kalk,  Topal
(seuerfester  Thon)  rc.  2c.  eine  Summe  von  wenigstens
100,000  fl.  —  Der  Verdienst,  den  die  Fabrikarbeiter,
Taglöhner,  Frachten  2c.  dabey  machen,  beläuft  sich  ungefähr
  auf  die  nämliche  Summe,  und  der  Erlds  für
die  auf  diesen  Fabriken  producirten  Spiegel,  welche  sämmtlich
  im  Lande  geschliffen  und  polirt  werden,  beläuft  sich
wenigstens  auf  250,00½0  fl.,  eine  Summe,  die  in  staatsdkonomischer
  Hinsicht  um  so  berücksichtigungswürdiger  ist,
als  sie  durch  Ausfuhr  ganz  vom  Ausland  hereingebracht
wird,  und  dabey  wenigstens  400  Familien  beschäftigt
und  ernährt  werden.

Urtheilen  Sie  nun  selbst,  meine  Herren,  ob  ich  Ihre
Aufmerksamkeit  für  einen  geringfügigen  Gegenstand  in
Anspruch  genommen  habe.

Der  Hr.  geheime  Rath  von  Utzschneider  hat  in
seinem  Tarifentwurf  sämmtliche  roh  einzuführenden  Spiegel
  mit  einem  Einfuhrzoll  von  10  fl.  zu  belegen  in  Antrag
  gebracht.

Ich  erlaube  mir  folgende  nähere  Auseinandersetzung.

In  Rücksicht  auf  Qualität  der  Spiegel  muß  zuvbrderst
  distinguirt  werden  zwischen  weißen  und  grünen  Spiegeln.
  Erstere  werden  zur  Zeit  in  Bayern  noch  nicht  verferrigt
  und  sie  sollten  daher  um  so  mehr  ganz  frey  einge-Verhandl.

  XIII.  Band.  20