Metadata : Spittler’s sämmtliche Werke. Elfter Band. (11)

157

noch  vor  Kurzem  auch  die  letzte  Nebenlinie  dieses  uralten
Fürstenhauses  mit  der  Hauptlinie  vereinigt  hatte,  ein  Segen,
wie  der  von  acht  Söhnen  war,  mußte  nothwendig  den  Freunden
  des  Hauses  bange  machen.

Der  Markgraf  überließ  deßhalb  fünf  seiner  Söhne  der
Kirche,  *)  und  unter  die  drei  noch  übrigen,  die  ihrer  Geburts-Ordnung
  nach  Bernhard,  Philipp  und  Ernst  hießen,
vertheilte  er  nach  väterlicher  Willkür  „  die  damals  noch  groß
schien,  theils  die  neuerworbenen  Gäter  seines  Landes,  theils
selbst  auch  das  Urstammgut  der  Markgrafschaft  Baden.  Alle
drei  sollten  erben,  aber  der  zweite  Prinz,  Philipp,  schien,
den  Absichten  des  Vaters  zufolge,  künftig  Familienhaupt  werden
  zu  sollen.  Er  wurde  schon  1503  mit  der  kurpfälzischen
Prinzessin  Elisabeth,  der  Wittwe  Landgraf  Wilhelms  von
Hessen,  vermählt,  und  schon  damals  versprach  der  Vater,  daß
er  einst  die  Markgrasschaft  Baden  und  den  badischen  Antheil
an  den  Grafschaften  Sponheim  und  Eberstein  sammt  der  Herrschaft
  Altensteig  zum  Erbtheil  erhalten  sollte.)

*-*)

  Der  älteste,  Jakob,  wurde  1505  Erzbischof  von  Trier.  Er
starb  27.  April  1511.  Der  zweite  und  dritte  von  den
Geistlichgewordenen,  Karl  und  Christoph,  starben  noch  vor  ihm
als  Domherren  von  Straßburg,  was  auch  der  vierte,  Ru—
dolf,  war,  der  aber  erst  1533  starb.  Der  fünfte,  Wolfgang,
  muß  entweder  auch  ein  Geistlicher  geworden  sepn,  oder
war  er  1510  schon  todt.  Eines  oder  das  Andere  fupponirt
die  species  facti  in  den  Konsilien  von  Ulrich  Zasius  L.  II.
Cons.  XX.,  die  hier  als  die  lauterste  historische  Quelle  angesehen
  werden  muß,  ungeachtet  die  Nachrichten  bei  Herrn  Sachs
nicht  damit  übereinstimmen.

*8)  Daß  es  damals  mehr  nur  ein  dem  Kurfürsten  von  der  Pfalz
gethanes  Versprechen,  denn,  wie  Herr  Sachs  (III.  Thl.  S.  66
vergl.  mit  191)  erzählk,  ein  schon  vollendetes  Vermächtniß  gewesen,
  erhellt  ganz  deutlich  aus  der  angeführten  species  facti