102 VIII. Feld- und Forftpolizei.
oder ohne genügende Sicherung außerhalb eingefriedigter Grundstückee
§ 12. Uberlassung der Aufsicht des Viehs durch den Hirten an
eine hierzu untüchtige Person; Vieh ohne Aussicht lassen
(bestraft wird der Hirte);
§ 14. Unbefugtes Weidenlassen von Vieh auf fremdem Grundstück;
§5 15. Strafverschärfung, wenn Weidefrevel begangen wird auf
mit Warnungstafel oder mit Einfriedigung versehenen Grundstücken,
auf mit Hütung durch den Besitzer noch verschonten Dämmen
und Deichen, auf bestellten Ackern, Wiesen, Weinbergen, Forstkulturen
usw.
11. Beim Betreffen von Vieh auf Grundstücken, auf welchen es nicht geweidet
werden darf, kann welche Maßnahme getroffen werden?
§5 77. Das Vieh kann auf der Stelle oder in unmittelbarer
Verfolgung vom Feld= oder Forsthüter, sowie vom Beschädigten
oder von Aufsehern des Grundstücks, oder von solchen Personen, die
zur Familie oder zu den Dienstleuten des Beschädigten gehören,
gepfändet werden, aber nur innerhalb der Grenzen der Feldflur,
auf welcher Beschädigung oder Störung erfolgt ist (Pfändung
durch Beamten, nur wenn Gefahr im Verzug);
§ 78. Die gepfändeten Tiere haften für den entstandenen Schaden
oder für die Ersatzgelder und Kosten. Dieselben müssen sofort
freigegeben werden, sobald Schaden gedeckt ist;
5 80. Der Pfändende hat Pfändung binnen 24 Stunden dem
Gemeinde-, Gutsvorsteher oder der Ortspolizeibehörde anzuzeigen;
§ 81. Wird Anzeige unterlassen, so kann der Gepfändete Pfandstücke
zurückverlangen; der Pfändende hat in diesem Falle keinen
Anspruch auf Kostenersatz;
8 17. Vereitelung oder Vereitelungsversuch einer rechtmäßigen
Pfändung, Leistung von Widerstand oder Bedrohung mit Gewalt
gegenüber dem in rechtmäßiger Ausübung seines Rechts befindlichen
Pfändenden, vorsätzliche Vornahme einer unrechtmäßigen
Pfändung. — Haft oder Geldstrafe.
12. Wer ist für Zuwiderhandlungen gegen dieses Gesetz zuständig?
§ 53. Die Schöffengerichte. Die Befugnis der Ortspolizeibehörden
zur vorläufigen Straffestsetzung wird hierdurch nicht berührt.
(Es sind somit Anzeigen betr. Zuwiderhandlungen gegen
das Gesetz von Feld= und Forsthütern, Gendarmen und Polizeibeamten
an die zuständige Ortspolizeibehörde zu machen.)