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war; jene war vor 52, diese vor 24 Jahren zuletzt geimpft. Ferner erkrankten noch ein
52jähriger Milchhändler, welcher den ersterkrankten Arbeiter während des Ausbruchs der
Krankheit besucht hatte, und eine 45jährige Haushaltungsschwester in der Diakonissenanstalt,
welche die zweiterkrankte Diakonisse im Anfange ihrer unter den Erscheinungen einer Rippenfellentzündung
beginnenden Krankheit gepflegt hatte. Die beiden zuletzt Erkrankten waren
seit 32 bezw. 33 Jahren nicht mehr geimpft worden. 4 Fälle ereigneten sich unter den
Reisenden des Dampfers „Wittenberg“, der von Brasilien kommend am 27. April in Bremen
eintraf. Von den Betroffenen zeigten 2 wiedergeimpfte Personen bei leichter Erkrankung
diskrete Pusteln, während 2 geimpfte und der ungeimpfte Schiffer an konfluierenden Pocken
schwer erkrankten.
Zu 4: Durch Lumpen= und Warensendungen aus dem Auslande waren
insgesamt 5 Pockenfälle veranlaßt. In Bommelswitte (Kr. Memel) zog sich eine 43jährige,
auf einem Lumpeuspeicher beschäftigte Frau die Pocken zu und übertrug sie auf eine 46jährige
Arbeiterin, welche mit ihr in demselben Hause wohnte. In der Stadt Quedlinburg erhielt
ein Putzgeschäft Federn und Filzhüte aus dem Auslande zugesandt; bald darauf erkrankte
die 41jährige Geschäftsinhaberin und starb nach 4tägiger Krankheit, ohne daß es
zur Pustelbildung gekommen war; 10 Tage später traten auch bei ihrer 45jährigen Schwester
die Pocken auf. Beide Schwestern waren seit ihrer Kindheit nicht geimpft worden. In
Weisweiler (Kr. Düren) zog sich eine wiedergeimpfte 28jährige Arbeiterin in einer Lumpensortieranstalt
diskrete Pocken zu, welche nach leichter Erkrankung in Genesung übergingen.
Nicht nachweisbar war die Ansteckungsquelle bei einem 9gjährigen Knaben auf dem
Gute Gurren (Kr. Angerburg), der am 2. Januar an diskreten Pocken erkrankte und alsbald
2 jüngere Brüder im Alter von 2 und 5 Jahren ansteckte, im Dorfe Bubainen
(Kr. Insterburg) bei einem 5jährigen Knaben, der im April erkrankte und dann die Pocken
auf seinen ungeimpften 7 Monate alten Bruder sowie auf ein 3jähriges Mädchen in der
Nachbarschaft übertrug, in Neunitz (Amtshauptmannschaft Grimma, Königr. Sachsen) bei
einem 6jährigen Knaben, der im September von diskreten Pocken leicht betroffen wurde.
In den öffentlichen Krankenhäusern scheint bei der Aufnahme und Absonderung der
Pockenkranken nicht immer mit der nötigen Sorgfalt verfahren worden zu sein. Teilweise
war auch der ärztliche sowie das Pflegepersonal nicht mit dem erforderlichen Impfschutz versehen,
um jederzeit die Behandlung und Pflege von Pockenkranken ohne Ansteckungsgefahr
übernehmen zu können. Von den 189 Pockenerkrankungen stammte allein in 37 Fällen
der Ansteckungsstoff unmittelbar oder mittelbar aus den öffentlichen Krankenhäusern.
[Siehe Tabelle auf Seite 1011.
Nach der vorstehenden Tabelle erkrankten im 1. Lebensjahre 14 ungeimpfte Kinder,
von denen 5 (darunter 1 zu spät geimpftes) starben, 5 schwer und 4 leicht betroffen waren.
Im 2. Lebensjahre standen 2 ungeimpfte und 3 geimpfte Kinder; die beiden ungeimpften
starben, von den geimpften erkrankten 2 (1) schwer und 1 leicht. Im 3.—5. Lebensjahre
standen 9 geimpfte Kinder und 1 ungeimpftes; davon starben 2 geimpfte, 2 andere lagen
schwer, alle übrigen leicht danieder. Der Altersklasse vom 6.— 10. Lebensjahre gehörten
4 ungeimpfte und 10 geimpfte Kinder an; hiervon starb 1 geimpfter 8jähriger Knabe,
1 ungeimpftes und 2 geimpfte Kinder waren schwer, die übrigen leicht erkrankt. Im 11.
—15. Lebensjahre erkrankten 3 geimpfte Kinder, von denen 1 italienischer Knabe im
Alter von 11 Jahren starb; während 2 etwa gleichalterige Mädchen nur leicht betroffen waren.
Im Alter vom 16.—20. Jahre waren 2 ungeimpfte, 1 geimpfte und 1 wiedergeimpfte