Full text : Ergänzungsband zum Regierungsblatt für das Königreich Württemberg vom Jahr 1838. (15a)

37

B.  Berfügungen  über  Gegenstände  der  bürgerlichen
Rechtspflege.  *-1)

  Auszug  aus  einem  Erlasse  des  K.  Justiz-Ministerium  an  den
Civil-Senat  des  K.  Gerichtshofs  in  —,  vom  5.  December  1819
(zugleich  an  das  Ober-Tribunal  und  die  übrigen  Gerichtshöfe  ausgeschrieben),

betreffend:  die  Bestellung  von  Remissionsgerichten  bei  Streitsachen  gegen  Oberamtsrichter  und  Oberamtmänner.


Den  Cioil-Senate  wird  auf  seinen  Anfrage-Bericht,  in  Betreff  des  Gerichtsstandes
der  Oberamtörichter  und  Oberamtmänner,  hiemit  Folgendes  zu  erkennen  gegeben:

In.  Gemäßheit  des  F.  51  des  vierten  Organisations-Edikts  vom  51.  December
1818  hat  es  hinsichtlich  des  befreiten  Gerichtsstandes  der  einzelnen  Classen  von  Staatsdienern,
  sofern  dießfalls  in  dem  Edikte  selbst  keine  Modifikation  enthalten  ist,  bei  den
biöherigen  gesehlichen  Bestimmungen  bis  auf  Weiteres  sein  Verbleiben.

»  Da  nun  nach  dem  General-Rescripte  vom  17.  Januar  1807  (Staats=  und  Reg.Bl.
S.  157)  die  weltlichen  Oberbeamten  einen  befreiten  Gerichtsstand  nicht  anzusprechen
haben,  jedoch,  wenn  gegen  sie  eine  Klage  erhoben  wird,  die  Erbrterung  dieser  Streitsache
  durch  die  höhere  Gerichtostelle  an  ein  Remissionsgericht  verwiesen  werden  soll;
so  hat  auch  jeht  in  allen  Fällen,  wo  ein  weltlicher  Oberbeamter,  seh  er  Oberamtsrichter
  oder  Oberamtmann,  als  Beklagter  in  Anspruch  genommen  wird,  der  betreffende
Kreisgerichtshof  die  Remission  des  Rechtsstreits  an  ein  anderes  Oberamtsgericht  nach
Vorschrift  der  bestehenden  Gesetze  anzuordnen;  wobei  bemerkt  wird,  daß,  so  viel  insbesondere
  die  Oberamtsrichter  anlangt,  der  in  dem  erwähnten  General-Rescripte  vom
17.  Januar  1807  ausgedrückte  Grund  der  Remission  hier  direbt  in  Anwendung  kommt,
in  Ansehung  der  Oberamtmänner  hingegen  überwiegende,  aus  ihrer  amtlichen  Stellung
  von  selbst  abzuleitende  Gründe  die  fernere  gleiche  Behandlung  und  Belassung
bei  demjenigen,  was  bisher  beobachtet  worden,  nothwendig  erfordern  2c.  2c.