Volltext : Meyers Fach-Lexika; Lexikon der deutschen Geschichte.

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Kigter,  Eugen,  deutscher  Politiker,
geb.  30.  Juli  1838  zu  Düsseldorf,  studierte
in  Bonn,  Heidelberg  und  Berlin  die  Rechte,
trat  186  in  ben  preußischen  Verwaltungsdienst
  und  verließ  1864,  weil  seine  Wahl
um  Bürgermeister  in  Neuwied  nicht  bewurde,
  als  Regierungsassessor  den
Staatsdienst.  Ersiedelte  nach  Berlin  über,
wo  er  sich  ganz  dem  Parlamentarismus
und  der  politischen  Schriftstellerei  widmete.
Seit  1867  Mitglied  des  norddeutschen,  seit
1871  des  deutschen  Reichstags,  seit  1869
des  preußischen  Abgeordnetenhauses,  lange
Jahre  für  den  Wahlkreis  Hagen,  neuerdings
  für  Berlin  und  Posen,  entfaltete  er
als  einer  der  Führer  der  Fortschrittspartei
eine  großartige  Thätigkeit.  Als  gewandter
Redner  und  genauer  Kenner  des  Finanzwesens
  spielt  er  in  Kommissionssitzungen
wie  in  der  Plenardebatte  eine  hervorrasende
  Rolle;  doch  hat  er  durch  seine
rücksichtslosen  Angriffe  und  nicht  am
wenigsten  durch  deren  verletzende  Form
den  Gegensatz  seiner  Partei  zur  Regierung
verschärft  und  auch  die  Kluft  zwischen  jener
und  der  nationalliberalen  Partei  erweitert.
NRickert,  Heinrich,  Abgeordneter,  geb.
1833  zu  Danzig,  entfaltete  als  Redakteur
und  Besitzer  der  -Danziger  Zeitung=  eine
große  journalistische  Thätigkeit  und  wurde
von  seiner  Vaterstadt  1870  in  das  Abgeordnetenhaus,
  1874  auch  in  den  Reichsta
ewählt.  Hier  schloß  er  sich  der  nationaliberalen
  Partei  an  und  erwarb  besonders
wegen  seiner  Kenntnis  des  Finanzwesens
bedeutenden  Einfluß.  N  inführung
der  neuen  Provinzialverfassung  wurde  er

1876  zum  Landesdirektor  der  Provinz  Kö

Kreußen  erwählt,  legte  wodoch  nach  der
eilung  der  Provinz  1878  sein  Amt  nieder.
  In  den  Zollgesetzdebatten  1878  vertrat
  er  mit  Entschiedenheit  den  freihändlerischen
  Standpunkt  und  schied  1880  mit
vielen  Gleichgesinnten  aus  der  nationalliberalen
  Partei  (s.  d.)  aus.

RKipuarier  ('  Uferbewohner,  ripuarische
  Franken),  gemeinschaftlicher
Name  der  östlichen  (rheinischen)  Franken,
s.  8  nken  (Volk).

eaberich,  letzter  König  des  westgot.
Reichs  in  Spanien,  ermordete  710  den
König  Witiza  und  bestiegselbst  den  Thron,

Richter  —  Roon.

wurde  aber  von  den  durch  Graf  Julian
und  die  Söhne  Witizas  gecheigerufenen
Arabern  711  bei  Jeres  de  la  Frontera
besiegt  und  ertrank  auf  der  Flucht  im  Fluß
Guadalete  (s.  Goten).

Ko  gendes),  Franz,  Kreihen  von,
bad.  Staatsmann,  geb.  23.  März  1825
u  Mannheim,  studierte  in  Heidelberg  und

erlin  die  Rechte  und  bereitete  sich  1
1855  in  Paris  für  die  diplomatische  Laufbahn
  vor.  1861  übernahm  er  das  badische
Ministerium  des  Auswärkigen  und  verfolgte
  in  dieser  Stellung  eine  freisinnige
und  nationale  Politik.  Er  schied  jedoch
1865  aus  dem  Ministerium  aus,  weil
seine  Ansichten  über  die  schleswig-holsteinische
  Politik  Preußens,  die  er  nicht  billigte,
im  ein  weiteres  Zusammengehen  mit
dieser  Macht  unmöglich  machten.  Im  April
1866  versuchte  er  dann  vergebens,  die
zwis  sterreich  und  Preußen  eingetretene
  Spannung  durch  persönliche  Vermittelung
  in  Berlin  zu  heben.  Er  siedelte
dann  nach  Bonn  über  und  übernahm
1871  die  Neubegründung  der  Universität
Straßburg.

Kolandssäulen,  kolossale  Bildsäulen
auf  den  Marktplätzen  vieler  Städte  Norddeutschlands
  (z.  B.  noch  in  Brandenburg,
Bremen,  Halle,  Nordhausen  2c.),  welche
einen  Mann  mit  bloßem  Schwert  in  der
Bend  nach  neuerer  Annahme  Kaiser

tto  II.)  darstellen.  Sie  sind  ein  Sinnbild
  des  der  Stadt  ustehenden  Blutbanns
und  also  häufig  Wahrzeichen  der  Reichsmischer

  Känig,  s.  Deutscher

nig.
Koon,  Albrecht  Theodor  Emil,
Graf  von,  preuß.  Feldmarschall  und
Kriegsminister,  geb.  30.  April  1803  zu
Pleushagen  bei  Kolberg,  empfing  seine
Vorbildung  im  Kadettenhaus  und  trat
1821  als  Offizier  in  das  14.  Infanterierosiment,
  1827  ward  er  Erzieher  und
später  Lehrer  am  Kadettenhaus  zu  Berlin
und  schrieb  auf  Veranlassung,  seines  Lehrers,
  des  Geographen  Karl  Ritter,  seine
iAnfangsgründe  der  Erdkunde=  (1834)
und  „Grundzüge  der  Erd-,  Bölker=  und
Staatenkunde  (1837—40,3.Aufl.  1847—
1855,  3  Bde.).  1836  wurde  er  als  Haupt-