Rechtsprechung. Bayr. Oberstes Landesgericht in München. 437
Abs. 2 auch für die nach Tagen bestimmte Frist Geltung habe, so daß
also, wenn das Ende der Frist auf einen Sonntag oder allgemeinen
Feiertag fällt, die Frist erst mit Ablauf des nächstfolgenden Werktages
endige. Nun bemerkt aber Stenglein zu § 115 „Sonn= und Feiertage
begründen keine Verlängerung der Frist“; damit entzieht
dieser Kommentator die Frist des § 115 den allgemeinen Grundsätzen
über die Fristenberechnung, zwar ohne Angabe eines Grundes, jedoch
offenbar nur deshalb, weil es sich auch hier nicht um eine rein prozessuale
Frist, sondern um Entziehung der persönlichen Freiheit handelt.
Da der Fall des § 126 mit dem des § 115 in der hier in Betracht
kommenden Beziehung ganz analog ist, muß auch für § 126 gelten,
was für § 115 anerkannt ist.
Ein deutlicher Beweis dafür, daß die Fristen des § 126 nicht nach
* 43 zu berechnen sind, ergiebt sich auch aus dem Gesetze selbst. Es
spricht § 126 von Fristen, welche eine Woche, oder zwei Wochen, oder
vier Wochen dauern; die Maximaldauer der Haft bezw. Frist ist vier
Wochen; länger darf diese Freiheitsentziehung unter keinen
Umnständen dauern. Würde man unnn für diese Wochenfristen die
Grundsätze des § 43 gelten lassen, so käme man oft über die Maximaldauer
von vier Wochen hinaus und würde gegen das Gesetz und den
klaren Willen des Gesetzgebers handeln. Diese vierwöchentliche Frist ist
in § 126 in vier gleiche Bruchtheile von je sieben Tagen zerlegt, von
denen jeder eben nur siebenmal 24 Stunden dauern darf und kann,
wenn das Ganze nur auf 28 Tage kommen darf. Die vierwöchentliche
Frist ist eine durch Zusammensetzung von Wochenfristen
entstehende; die anfängliche Frist von einer Woche kann nur
auf besonderen Antrag verlängert werden und kann auch bei Verbrechen
und Vergehen nicht sofort auf drei Wochen erstreckt werden. An dem
Rückschlusse vom Ganzen auf die Theile und an der absoluten Unerstrecklichkeit
der vierwöchentlichen Maximalhaftdauer des § 126 geht
sohin die von den Kommentatoren gehaltene Theorie in die Brüche und
ist demnach die Berechnung dieser Fristen a momento ad momentum
nicht blos deren Natur, sondern insbesondere auch dem Gesetze entsprechend.
III. Rechtsprechung.
NVayr. Oßberstes LTandesgericht in München.
Civilrecht; Handelsrecht.
Statutenkollision. Für die cedirte Theilsorderung sollie ein
Pfandrecht an einem in Oesterreich gelegenen Grundstücke bestellt werden.
Hierfür waren ungeachtet des Umstandes, daß der Cessionsvertrag in