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II. Saͤtze aus der Physiologie des
Menschen und dem Naturrechte.
A. Beschreibung des Menschen in seinem einfachsten,
rohesten Naturzustan de.
g. 5.
Mittel zur Auffassung dieseb Zustandes zu gelangen.
Ein wahres Bild des frühesten Zustandes des Menschen
am ersten Schôpfungsmorgen sehen wir uns nirgends aufgesiellt;
und so, wie wir uns denselben nach allen historischen
und philosophischen Datis ungefähr denken mögen, eristirte
er auch nie, und noch weniger finden wir ihn in irgend
einer Reisebeschreibung; denn überall ist der Mensch
entweder kultivirt oder verwildert. Ueberall trägt er in geistiger
und leiblicher Form den Strich einer gewissen Lokalität;
die Geschichte seiner und seiner Vorältern Lebensart
ist gleichsam auf ihm geschrieben. Die Wirkungen der Letzteren
(der Geschichte seiner Vorältern) trägt jeder Stamm
ebenso mit sich herum, als die Eindrücke der ihn umgebenden
Gegenstände, der auf ihn wirkenden Außendinge; man
sieht es ihm an, daß was er hat, nicht mehr das ursprüngliche
Kapital ist, was er erhielt, sondern was schon Wucher
eingebracht hak. Auch sah vielleicht der Mensch in seinem
ersten, einfachsten, rohesten Naturzustande am Nil ganz anders
aus, als am Ohio oder am Ganges. Alles also, was
uns übrig bleibt, ist: durch Näherung die möglichste Wahrheit
herauszubringen, oder vielmehr die Täuschung so zu
verringern, daß der kleinste Trug uns für Wahrheit gelten
könne. Die Mittel dazu sind Abstraktion und Lektöre.
Jene besteht darin, daß wir so viel möglich bei uns selbst
von allem abstrahiren, was Kultur, Erzichung mit sich ge-