Metadata : Rosenheimer Anzeiger. 62. Jahrngang (62)

Aummer  121.

——  24.  Mai  1916

 

Generals  Bazelaire,  der  in  diesem  Kampsabschnitt
  den  Oberbefehl  hat.  immer  verhängnisvoller
  werden.  Wenn  die  Lage  für  die  Franzosen
an  dieser  Stelle  überhaupt  noch  haltdar  ist,  so
ist  dies  vermutlich  letzten  Endes  neben  der  starken
Befestigung  des  Dorses  Esnes  auf  die  die  Linie
Avocourt—Esnes—Bois  Bourrus  deckende  Höhe
310  zurüchzuführen.  die  in  diesem  Kampfgelände
nach  dem  Verlust  der  Höhe  304  als  Hauptartil.
leriestützpunkt  zu  gelten  hat.  Inzwischen  haben
aber  die  Framoosen  eine  neue  Schlappe  am  „Toten
  Mann“  erlitten.  Der  neue  Erfolg,  den  unkes
  Truppen  nach  dem  Generalstabsbericht  vom
.  Mai  linls  der  Maas  am  „Toten  Mam“
Fun  haben,  ergänzt  unsere  jüngsten  Erfolge
auf  dem  gleichen  Abschnitt  der  Verdunfront  in
günstigster  Weise.  Der  neue  Erfolg.  wurde  genau
  drei  Monate,  nachdem  unser  Angriff  bei
Aerdun  eingesetzt  hatte,  errungen.  In  diesen
drei  Monaten  haben  die  Franzosen  Nioderlagen.
auf  Niederlagen  gehäuft.  Immer  hofften  sie
durch  Herauführung  neuer  und  großer  Reserven
allmählich  hier  das  Uebergewicht  gewinnen  zu
lönnen.  Aber  ihre  Kräfte  haben  sich  in  vergeblichen
  Gegenangriffen  und  ergebnislosen
Verteidigungstämpsen  rerblutet,  während  un-5
  bedeutend  schwächeren  Truppen,  ohne  die
ngste  Ermattung  zu  zeigen,  drei  Monate
s  Bezinn  der  gewaltigen  Kämpfe  ihren  of.
senfiren  Geist  mit  dem  größten  Erfolge  betätigen
  können.  Darin  liegt  die  zweite,  nich
zu  unterschätzende  Bedeutung  unserer  neuesten
Erfolge.  Die  Niederlage  ist  gerade  hier  für  die
Franzosen  noch  darum  besonders  schmerzlich,
weil  es  sich  um  diesenige  Stellung  der  gesamten
  Front  vor  Verdun  handelt,  deren  Verlust
die  Franzosen  stets  hartnäckig  geleugnet  haben.
Es  bedurfte  bekanntlich  erst  eines  genau  bezeichneten
  Hinweises  unseres  Generalstabes,  um  die
französischen  Behauptungen,  daß  sie  sich  noch
im  Besitz  des  „Toten  Mannes“  befänden,  zum
Veritummen  zu  bringen.  Die  Höhe  30  liegt
wenig  südwestlich  rom  „Toten  Mam“.  Unsere
Front  hatte  darum  bier  eine  geringe  Ausbuchtung.
  Durch  den  neuesten  Erfolg  auf  dem  Südund
  Südwesthange  dieses  Huͤgels  ist  die  Ausrichtung
  unserer  Front  auch  in  diesem  Abschnitte
in  erfreulichem  Umfange  vorgeschritten.

Die  siegreichen  Kämpfe  in  Oberitalien.


Die  Erfolge  in  Südtirol.

Die  Welt  steht  heute  ganz  unter  dem  Eindruck
der  gewalligen  Ereignisse  an  der  tirolischen  Grenze.
  Das,  was  unsere  tapferen  Verbündeten  in
der  vrergangenen  Woche,  besonders  noch  in  den
letzten  Tagen  unter  der  Führung  des  Erzherzog-Thronfolgers,
  rollbracht  haben,  darf  heute  schon
ganz  unabhängig  ron  etwa  noch  in  Aussicht
stehenden  weiteren  Erfolgen,  als  ein  glänzender
Sieg  bezeichnet  werden,  zu  dem  wir  die  tapfere
österreichisch  ungarische  Armee  aufs  herzlichste  beglückwünschen.
  Die  Bedeuntug  dieses  Sieges
steht,  abgesehen  von  der  nicht  zu  überschägenden
Schwächung  der  italienischen  Armee,  in  der  Tatsache,
  daß  durch  den  gewaltigen  Ansturm  der
österreichisch  ungarischen  Truppen  die  italienischen
Eindringlinge  im  ersten  Anlauf  in  breiter  Linie
uber  die  Grente  hinausgeworfen  wurden,  robei
es  den  tapferen  Sturmiruppen  gelang,  durch  Besetzung
  der  italienischen  Höhenfronten  selbst  eine
beherrschende  Stellung  einzunehmen,  was  vei

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Und  der  war.
der  Mann,  einen  deriigen  WNu.i  ungenügt  zu
lauen.  Ur  zeigte  uch  liebenswurdiger  aber  auch
Zuversichtlicher  denn  je.  Und  wie  um  die  selbstverständlichste
  Gunst  von  der  Wel:  bat  er  Herta
um  die  Gewährung  des  nachsten  Wa  s.

Sie  war  in  der  tödlichsten  Verlegenheit,
unter  welchem  Vorwande  sie  ihm  den  Tanz
abschlangen  sollte.  Und  sie  fühlte  selbst,  wie
wenig  über3zengend  ihre  Worte  klangen,  als  sie
ihm  lurznchen  suchte,  daß  sie  nicht  herabgekommen
  sei,  um  zu  tanzen,  sondern  nur  um
die  Zuschauerin  zu  ipielen,  und  als  sie  ihn
darauf  verwies,  daß  Mgdalener  in  jedem  Augenblick
  nach  ihr  verlangen  könnte,  um  sich  aus
den  überhityzten  Räumen  in  ihre  Gemächer  hinaufführen
  zu  lassen.

Er  halte  auf  diese  Ausflüchte  nichts  als  ein
farkastisches  und  siegesgewisses  Lächeln.  In  der
verbindlichsten  Weise  teilte  er  ihr  mit,  daß  Fräulein
  von  Rominger  plaudernd  und  lachend  im
Nebengemach  säße  und  sich  augenscheinlich  viel
au  gut  unterhielte,  um  auch  nur  entfernt  daran

u  denten,  die  Unterholtung  hbrern  jungen  Gesellschaftermm
  zu  stören.  Als  e  Bze  sah,  daß  Herta
nach  neuen  Vorwänden  gertabe  um  ihre  Wiigee
rung  zu  molivieren,  griff  er  zu  einem  drastischeren
Mittel,  das,  wie  er  wußte,  seine  Wirkung  nicht
versehlen  konnte.

„Wenn  ich  das  Unglun  habe,  durch  meine
schwache  Beredsamkeit  so  gar  nichts  über  Sie
zu  vermögen.“  saale  er.  „#o  mun  ich  mich  wohl

    

 

 

  

   

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etwaiger  Fortsetzung  der  Operationen  unseren
Verbündeten  äußerst  vorteilhaft  zustatten  kommen
  muß.  Die  Berge,  welche  sich  nun  im  Besitz
der  österreichisch-ungarischen  Truppen  befinden,
haben  Erhebungen  ron  1500  bis  1900  Meter,
und  ihre  Eroberung  ist  eine  Leistung,  die  den
ruhmreichsten  Taten  des  Gesamtkrieges  ebenbürtig
  an  die  Seite  tritt.  Glänzender  als  in
diesem  schwierigen  Gelände  ist  die  Tapferkeit
und  Leistungsfähigkeit  der  österreichisch-ungarischen
  Armee  kaum  je  zutage  getreten.  Wir  haben
  heute  wieder  ganz  besonderen  Anlaß,  darauf
  binzuweisen,  denn  erst  jetzt,  wo  die  riel
überlastete  österreichische  Armee  etwas  Luft  belommt,
  ist  es  ihr  vergönnt,  ihren  alten  Waffenruhm
  aufs  neue  zu  bewähren.  Vielfacher  Uebermacht
  gegenüberstehend  und  an  allen  Ecken  und
Enden  engagiert,  mußte  sich  die  Armee  unserer
Verbündeten  lange  Zeit  in  der  Hauptsache  auf
die  Defensive  beschränken,  in  der  sie  ohne  Wanken
  und  Weichen  in  Nord  und  Süd  ihren  reichlichen
  Teil  an  der  Kriegslast  zu  tragen  hatte.
Nun  die  Hauptgefahr  überwunden  und  an  mehreren
  Stellen  Entlastung  eingetreten  ist,  sind
unsere  tapferen  Verbündeten  in  der  Lage,  zu
zeigen,  daß  sie  auch  noch  etwas  mehr  können,
als  in  Treue  jestzuhalten,  daß  ihre  Soldaten
eigentlich  die  geborenen  Sturmtruppen  sind,  die
selbst  in  schwierigstem  Gelände  kein  Halten  und
lein  Nachgeben  kennen,  wenn  es  die  Gesamitlage
  erheischt.  Es  läßt  sich  aber  auch  denken,
mit  welcher  Begeisterung  Oesterreich-Ungarns
Soldaten  über  die  gehaßten  „Katzlmacher“  hersielen
  und  wie  es  sie  darnach  verlangte,  min
diesem  alten  Erbfeind  abzurechnen.  Die  Ueberdqach

  einem  Fursprecher  umseyen.  venn  ich  om
nun  einmal  hierhergekommen,  um  mit  Ihnen
zu  tanzen,  und  ich  würde  ernstlich  unglücklich
sein,  wenn  ich  mich  n  meiner  beglückenden
Hoffnung  getäuscht  .“

„Nach  einem  Fiapgerecher?3  2“  fragte  Herta  in
banger  Ahnung.  „Wer  könnte  das  sein,  Herr
WVicomte?

„Wer  anders  als  der  Herr  dieses  Hauses,
der  sich  schon  einmal  so  gütig  gezeigt  hat,
meinen  Angelegenheilen  sein  Indrän  zuzuwen
  “

dien  rohung  war  unmöglich  mißzuverstehen,
und  sie  oirh  ant  Herta  ganz  so,  wie  de  Raucourt
es  erwartet

„Nein,  d½n  ollen  Sie  nicht  tun,“  sagte  sie
haftig.  „Was  müßte  Herr  von  Rominger  von
mir  denken,  wenn  er  mit  solchen  Dingen  bebelligt
  würde  ?“

ie  haben  es  ja  so  leicht.  ihm  diese  Behelligung
  zu  ersparen.  Ich  denke  doch,  eine
bescheidenere  Gunst,  als  es  die  Gewährung
eines  Walzers  ist,  könnte  man  kaum  von  einer
jungen  Dame  erbitter

Herta  wurde  schvank  end.  Sie  zweifelte
nicht,  daß  de  Raucourt  mit  seiner  Drohung
Ernst  machen  und  sie  dem  Freiherrn  gegenüber
der  tödlichsten  Verlegenbeit  aussetzen  würde.
Und  sie  legte  sich  die  Frage  vor,  ob  es  denn
wirklich  ihre  Srsd  sein  könnte,  sich  um  einer
eisersüchtigen  Laune  ihres  Gatten  willen  derartigen
  Gefahren  auszusetzen.  Einer  eisersüchtigen
  Laune  desselben  Mannes  zuliebe,  den
jle  eben  jett  ant  ader  Komtesse  Aldeingen
plaudern  sah,  offenbar  nichts  weniger  als  u

Uganglich  für  die  b0  ih  Künste,  mit  veuen
8  i  an  sich  zu  fesseln  suchte

e  Eisersucht,  die  sich  aufs  neue  in  lbr

1

nahme  des  Oberbesehls  über  die  Sturmtruppen
durch  den  österreichischen  Thronfolger  selbst
zeigt  klar  und  deutlich,  welche  Bedeutung  dieser
Abrechnung  mit  Jialien  in  ganz  Oesterreich
beigelegt  wird.  Mögen  den  Tapferen  neue  Erfolge
  beschieden  sein!  Dagegen  sieht  Italien
am  Jalrestag  der  Kriegserklärung  an  Oesterreich
  sein  Heer  am  Rüchzug,  seine  Grenzfestunsgen

  genommen,  die  ösierreichischen  Truppen  fünf

Kilometer  vor  der  venezianischen  Ebene  und  ein

 

gutes  Stück  in  seinem  Land.

Die  „kritische  Lage“  der  italienischen
  Truppen.

Zürich,  22.  Mai.  Aus  den  Aeußerungen
der  itolienischen  Presse  über  die  österreichische
Offensiee  ist  ale  bemerkenswert  hervorzuheben,
daß  rerschiedene  Blälter  die  Lage  der  italienischen
  Truppen  nunmehr  offen  als  kritisch  bebbesehnen.
  so  die  „Idea  Nazionale“,  die  erklärt,
daß  der  geind  gewallige  Anstrengungen  mache.
Dies  sei  zwar  ver  ilalienischen  Hectesleitung
belannt,  und  cs  sei  anzunehmen,  daß  nichis
versäumt  worden  jei,  um  dem  Angriff  zu  begegnen.
  Immerhin  mache  man  sich  von  der
Heftigkeit  der  gegnerischen  Angriffe  leine  Vorstellungen
  und  die  ilalienischen  Truppen  seien
in  einer  etwas  kritischen  Lage,  wenn  nicht  ne..
nigstens  indirelt  Hilse  gebracht  werde.  Man
müsse  die  Frage  aufwersen,  wann  eigentlich  die
Heeresleitungen  der  verbündeten  Möchte  sich
entschließen  woslen,  jene  große  Umernehmung
auj  der  Einheitsfront  einzuleiten,  welche  die
Zentralmächte  irer  Bewegungsfreiheit  berauben
  und  ihnen  die  Möglichkeit  nehme.  ihre  Truppen
  nach  Belieben  zu  verschieben.  Die  Zeit  des
Zögerns  musse  heule  Lorbei  sein,  man  musse  von
den  Worten  zur  Tat  übergehen,  denn  milt  der
gegenwärtigen  Untäligkeit  besorge  man  die  Ge.
schäste  des  Gegners.  Aehnlich  sordert  ouch  die

regte,  drangte  sie  zu  demselden  Enlchluß,  den
die  kühl  erwägende  Klugheit  ihr  haue  eingeben
wollen,  und  als  ancourt  noch  einmal
dringend  und  überredend  auf  sie  einzusprochen
begann,  gab  sie  ihren  Widerstand  auf  und  erhob
  sich,  um  ihre  Hand  auf  seinen  Arm  zu
legen.

P  Mit  triumphierender  Miene  führte  er  sie
wie  eine  schwererkämpfte  Siegesbente  der  weitgeoffneten
  Flügeltür  des  großen  Gartensalons
zu,  in  dem  sich  eben  die  Paare  nach  der
Melodie  cines  feurigen  Walzers  zu  drehen  begonnen
  hatten.  Herta  aber  sandte  aus  der
Tiefe  ihres  Herzens  ein  inbrünstiges  Stoßgebet
zum  Himmel  empor,  daß  Eberhard  nichts  von
ihrer  Uebertretung  seines  strengen  Verbots  bemerken
  möge,  denn  ihre  eele  war  voll
tödlichster  Angst  vor  dem  Kommenden,  wie
wenig  sie  auch  zu  bereuen  vermochte,  was  sie

etan.
6  Und  vielleicht  wäre  die  Gesahr  in  der  Tat
glücklich  vorübergegangen,  wenn  nicht  de  Raucourt
  selbst  sie  mutwillig  heraufbeschworen  hötte,
indem  er  irgendein  übermütiges  Scherzwort  zu
dem  jungen  Freiherrn  hinüberrief  und  ihn
dadurch  zwang,  den  Kopf  nach  ihm  umzuwenden.


Herta  sah,  wie  eine  dunkle  Röte  sich  über
das  Gesicht  ibres  Gatten  breitete,  un  gleich
darauf  einer  desto  nieseren  Blässe  Platz  zu
machen.  Sie  sah,  daß  er  die  Komtesse  mitten
in  ihrer  eben  begonnenen  Rede  stehen  liest,
ohne  sich  auch  nur  zu  einer  Entschuldigung
aufzurafsen,  und  da  an  seinem  in  unnͤttel·
barer  Nahe  sehenden  Bener  oorüberging,  um
ihr  und  dem  VBicomte  den  Weg  zu  vertreten.

Mit  gedämpfter  Stimme.,  aber  mit  scharfer
Retonung  ieder  einzelnen  Silhe  mandte  er  ii

römische  „Tribuna“  dringend  Entlastungs.
nunternehmungen  auf  anderen  Kriege  schauplätzen.
Der  Grundsatz  der  gemeinfamen  Front  müsse
sofor!  durchgeführt  werden.  Geheimnisvoll
dentet  das  römische  Blatt  an,  das  italienische
Oberkommando  werde  aan  irgendeinem  Punit
ber  Front  einen  Gegenstoß  durchführen.

Die  Verlegenheit  der  „Agenzia
Stefani“.

Bern,  22.  Mai.  Auf  den  liesen  Eindruck.
den  der  österreichische  Vorstoß  in  Südtirol  in
Italien  gemacht  hat,  und  auf  die  Beunruhigung,
die  er  beim  Vierrerband  hervorgerusen  hat,
läßt  ein  sehr  umfangreiches  Exposee  der  Agen
zia  Stefani“  schließen,  das  insbesondere  die  un.
geheuren  Vorbereilungen  der  Oesterreicher  her
rorhebt  und  darauf  DBinweisl,  daß  die  Zentral.
mächte  in  der  Herftellung  der  Kanonen,  ins.
besondere  der  großlalibrigen  Geschütze,  über
reichliche  Mittel  rerfügen,  die  sie  verschwendend
verwenden.  Die  Oesterreicher  richteten  gegen
die  vorgeschobenen  italienischen  Linien  eine  starle
Feuerkonzentrierung.  Sodann  spricht  die  „Agenzia
  Stefani“  diesen  Linien  einen  dauernden  Cha.
rakter  ab  und  erllärt,  sie  seien  infolgedessen  bei
dem  starken  seindlichen  Vorstoh  nach  angemesse.
ner  Verwendung  zu  räumen  gewesen.  Schließ.
lich  heißt  es  in  dem  Exposee:  Bekannt  ist  der
gewaltige  Reichtum  der  Zentralmächte  an  Schiew.
bedarf,  der  ihnen  gestattet,  ihre  Artillerie  derartig
  spielen  zu  lassen,  daß  es  zuweilen  aus
Phantastische  grenzt.  Den  gewaltigen  österrei.
chischen  Anstrengungen  gegenüber  kämpft  unfer
Heel  mit  wechselndem  Glück,  aber  mit  Vertrauen
und  Festigleit.  Unser  Land  teilt  jetzt  mit  Franul.
reich  die  Last  der  drückenden  Militärmacht  der
Zentralmächte.

Der  italie  nische  Bericht.

Rom,  22.  Mai.  Amtlicher  Bericht  rom  21.
Mai:  Vom  Stiliser  Joch  bis  zur  Entsch  veränderte
  sich  die  Lage  nicht.  Im  Sagarinatale
beichof  die  seindliche  Artillerie  gestern  den  gan.
zen  Tag  über  unsere  Stellungen  ron  Coni  bis
zur  Zugna.  Spät  abends  warf  der  Feind  ungeheure
  Insanteriemassen  zum  Angriff  vor,  die
nach  erbittertem  Kampfe  unter  uygeheuren  Vel
witen  zurückgeworsen  wurden!  Gegen  unisete

Linien  ron  Monte  Pasubio  zum  Terragnolo
tal  entwickelte  die  feindiiche  Artillerie  eine  Karke

Tätigkeit.  Sie  wurde  ron  der  unftigen  wieder
beschossen.  Zwischen  dem  Terragnolotal  und

dem  Hochastico  gemäßigte  Tätigleil  der  gegnerischen
  Artillerie.  Die  ron  uns  besetzten  Nudl
ugelinien  wurden  weiter  verftärll,  während  der
Gegner  seinerseito  die  Stellungen  ron  Mone
Majo  bis  zur  Tonez#spitze  befestigt.  In  den
Gediet  zwischen  Astico  und  dem  Brentasort
dauerte  gestern  die  heftige  Artilleriebeschieß  un.
gegen  unsere  Linien  sort.  Nachmitlags  und
abends  folgten  heftige  Angriife  der  feindlichen
Infanterie,  die  von  unseren  Trlpen,  welche
dem  Gegner  sehr  schwere  Verluste  zufüglen,  mit
großer  Ausdauer  erflidt  wurden.  Einige  vom
Feinde  bereits  croberte  Feldwerke  wurden  20
uns  nach  wütenden  Nahlämfen,  in  denen  wir
dem  Gegner  etwa  100  Gesangenc  abnahmean.
zur#ckerobert.  Im  Suganatal  rannte  der  Feins
gegen  unsere  rörgesckobenen  Posten  an,  dic  de-Angrisf
  abschlugen  und  sich  dann  Schritt  fur
Schrin  auf  die  Unterstützungslinie  zurückog##.

Eine  italienische  Gegenoffensive?

Basel,  22.  Mai.  Wie  die  „Basler  Nachr.“
aus  guler  italienischer  Quelle  erfahren,  soll  ein
ilalienische  Gegenoffenfire  in  der  Richtung  au'
Villach  an  der  Kärntner  Grenze  bevorstehen.

an  oc.  niet
eitnung.  Herr  Biromte  !  —  Aber  dieln

Tanj  t  noir.  —  Jrautein,  Lenendorif  he
die  Güte,  ihn  mir  zugusager

Für  einen  Moment  9  Herta  ihre  lin
gebung  nur  noch  wie  durch  einen  dicher-Schleier.
  Dann  aber  raffte  lic  in  verzweif
Anitrengung  all  ihre  Kraft  zusammen,
tapser  dem  Unwektter  nand  zuhalten,  das  e
über  sich  hereindrechen  sah.

 

21.  Kapitel.

Niemand  schien  auf  die  kleine  Gruppe  n
achten  —  und  Gäste,  die  sich  in  uumitn#"
narer  Nähe  adeen  bemuhten  sich  krampiruis
gleichguinges  Gelprach  zu  beginnen  oder  lor
zuführen.  Aber  es  konmmte  doch  kein  Zweiiel
darüber  walten,  daß  die  Szene  von  keinem
unbemerkt  geblieben  war.  So  rücksichtslos  laut
war  Eberhards  Stimme  gewesen,  und  so  auilällig
  die  Art,  wie  er  den  eleganten  jungen
Franzosen  seiner  Tänzerin  beraubt,  ohne  sich
um  seinen  Vater  zu  zedlnmern  unter  deijen
ugen  das  alles  ge
Das  Antlitz  der  Ponnese  hatle  sich  verfärbt.
und  aus  ihren  Tugen  Grüte  heller  Zorn.  Gerade
an  diesem  Abend  hatte  sie  das  Aeugerste  geton,
sich  reizooll  und  angiehen  zu  machen,  und  sie
wußte,  daß  es  ihr  noch  niemals  so  vortrefilich
gelungen  Wor-  Rlemand  hatte  ihr  seine  Bewunderung
  versagt;  sie  war  umschwärmt  und
geseiert  worden,  unb  es  hatte  meige  Auszeichnung
bedeutet,  die  in  olelen  Her  eid  und  Aerger
erregte,  daß  sie  Eberhoro  W  rgg  um  mitl
ihm  allein  zu  plauder  der  er
ihr  für  diese  Anbzeschuulg  Dieer  mußte  aller- 



 

dings  einer  tödlichen  Kränkung  gleichkommen.