Contents : Rosenheimer Anzeiger. 62. Jahrngang (62)

□—  UU□.  Sonntag,  12.  märz  1916

Eine  Stütze  Portugals  waren  noch  immer  seine  zieren.  Die  deutsche  Prisenordnung  wurde  schon  lischer  Befehle  sind  den  neutralen  Reglerungen
Ma  Suentnt  Pert  6  keen  rmle  an  borher  auf  Grund  der  Bestimmungen  der  Lon-  mit  der  Denkschrift  vom  8.  Februar  1916  zuard.
  d  i  Deutsch-Ostafrika  und  „Deutsch-Südce#ft“  viel.de  Geekriegsrechts-Erflärung  ohne  jede  Ein-  #chelt.  worden.  Die  Veehie  nderre  di-Fastmenstellung
  dir  3  Ztg-,  sind  in  der  leicht  kostet  dem  portugisischen  Staat  der  Krieg  ur  f  erlassen.  Dadurch  wurde  anerkannt,  den  Erklärungen  des  englischen  Botsche-ters
che  vom  18.  bie  25.  Februar  35  Echiffe  auch  sie.  daß  vie  gelienden  Bestimmungen  des  Völker-  in.  Washington  vom  25.  August  1914.  Die
3  indes  mit  über  20  Toen  5  ver-  Der  demsche  Auhenhandel  mit  po  rtutal  war  14  die  dem  legalen  Handel  der  Aitralen  deutsche  Regierung  hat  gehofft,  daß  dieses
gemeldet  worden,  die  nich  zu  den  Kriegs-  dem  &  in  Stei  sauch  mit  den-  Kriegführenden  die  Freihelt  des  Tatsachenmaterial  die  neut#alen  Regierungen
verlusten  zu  rechnen  sind.  (3.)  in  den  letzten  Jahren  vor  dem  aige  C  Meeres  sicherten,  deutscherseits  in  vollem  Um.  #auf  Grund  der  von  der  Regierung  der  Ver.
6  *  bra  zeien  z  Hiel  aa  abseisten  boge  sang  berücksichtigt  werden  sollten.  einigten  Staaten  am  23.  Januar  1916  9
«  Ipåkkugal  unter  den  europäischen  Ländem  im  England  lehnte  es  im  Gegensatz  hierzu  ab,|machten  Entwaffnungsvorschläge  instondsetn
porhadl.  Jahre  1913  den  16.  Platz  ein;  nur  Bulgarien,  die  Londoner  Seekriegsrechts-Erllärung  zu  ra„  würde,  die  Entwaffnung  der  Handeleschiffe
O  ich-1  d  Portugal.  Friechenland,  Wo  ro  und  Serbien  stonden  Ktifizieren  und  begann  nach  dem  Ausbruch  den  kr  shen  Tatsächlich  ist  aber  die  Bewaffesterreich-Ungarn
  un  ortug  hinter  ihm  noch  4  Immerhin  hatte  sich  elegalen  Handel  der  neutralen  Staaten  zu  be-  mit  Eeschützen  von  unseren  Gegnern  mit
Wien,  10.  März.  In  den  sormellen  Be  in  dem  lehten  Jn#sfünzt  vor  dem  Ausbruch  des  schränlen,  um  dadurch  Deutschland  m  Lessen.  grohe  Energie  weiterbetrieben  worden.
giehungen  zuischen  boöerweich  ndar  und  Por-)Krieges  die  Ausfuhr  von  Deutschland  na  Por,  Den  systematischen  Verschärsungen  er  D  eressder  Grundsatz  der  amerikanischen  Regierung,
tugal  wird  zunächst  keine  Veränderung  ein-  mgal  dem  Werte  nach  fast  verdoppelt,  denn  bbande  Bestimmungen  vom  5.  August,  ;  ug.  „ihre  Bürger  von  feindlichen  Handelsschiffen
Trnse  8  g5  in  gehaneie  Lüfen  Aisgenden  21.  Septemder  und  29.  Okioder  soigte  am  3.nicht  fernzuhalten,  wurde  von  England  und
erreichisch  ungarischen  Sch
Jahl,  bisher  nicht  beschlagnahmt  worden  sind.
Der  portugiesische  Geschäftsträger  in  Wien  wird

Qunuer  60

Verlorene  leiadlichen  Gfl
Frankfurt  a.  M.,  Nach  einer

 
   

gebiet  anzuschen  fei,  in  welchem.  die  *  gsleiue  chiffe  U-Boote  leicht  zerstören  und

dieser  betrug  1909  nur  29,3  Millionen,  dage-  e
li  November  1914  ein  Erlaßz  der  britischen  Ab-  seinen  Allerten  dazu  benũtzt,  Handeisschiffe  für
gen  1913  520  *  ienen  Nor  )  miralität,  daß  die  ganze  Nordeen  als  Kriegs-den  Angriff  zu  bewaffnen.  So  können  nämlich
daher  vorläufig  seine  Pässe  nicht  grhlen  und
hatte  bis  heute  mittag  keinen  Auftrag  seiner

Regierung,  abzureisen  oder  seine  Pässe  zu  verlangen.
  Auch  der  österreichische  Gesandte  in
Lissabon  wird  vorderhand  nicht  abberufen  werden.
  Wie  sich  die  Beziehungen  weiter  gestalten
  werden,  bleibt  allerdings  unsicher.  Im  0!
rigen  mißt'  man  dem  Kriegsausbruch  zwise
Deutschland  und  Portugal  teine  wesentliche
deutung  bei.  Es  ist  selbstverständlich,  daß  hitter
  den  Völkerrechtsverletzungen  Portugals  als
treibende  Kraft  England  stand,  das  auf  den
Diebstahl  der  deutschen  Schiffe  hindrängte.  Die
Nachteile  für  Portugal  werden  sich  bei  der
tiufrechaung  über  den  Krieg  zeigen,  da  dann
die  portugiesischen  Kolonien  in  die  Ab-A#haes
  eingeschlossen  werden.

Die  Zerrüttung  der  portug.
Finanzen.

Die  Zerrüttung  der  Finanzverhältnisse  Portugals
  läßt  sich  in  wenigen  Jiffern  markant  ausdrücken.
  Das  Staatebudget  für  1916  17  zeigt
im  Voranschlag  einen  Fehlbetrag  von  18  Millionen;
  der  Notenumlauf  der  Staatsbank  hat
bei  unverändertem  Goldbestand  sprungweise  zugenommen.
  Dementsprechend  bildete  sich  ein
Goldagio  (bis  zu  60  Proz.)  heraus.  Wie  weit
das  Gold  der  Staatsbank  überhaupt  noch  im
Lande  ist,  steht  dahin.  Vielleicht  ist  es  schon  in
London  neben  dem  belgischen,  russischen  und
französischen  eingesargt.  Unlängst  wurde  gemeldet,
  der  englische  Finanzmann  Lord  Baring
weile  in  Lissabon  wegen  Uebernahme  von  6  Millionen
  Pfund  Sterling  poritugiesischer  Anleihe.

wäre  dann  der  Preis,  um  den  das  Land
den  letzten  Rest  von  politischer  Ubhängigreit
und  Ehre  an  England  verkaufte:  ein  Sieg  der
auch  anderwärts  bewährten  englischen  Politik,
die  Kleinen  so  mürbe  zu  machen,  daß  sie  sich
Wiebus,  in  Englands  Arme  werfen  müssen.
über  100  Millionen  M.  täglichen
it  die  England  jetzt  vergeudet,
und  den  in  die  Milliarden  gehenden  „Vorschüssen“
  an  die  Verbündeten  läßt  sich  schon  etwas
  erreichen.

An  Deutschland  wird  Portugal  natürlich  keine
Zinsen  mehr  zahlen,  so  lange  der  Kriegszustand
währt;  doch  auch  damit  ändert  sich  nichts  gegenüber
  den  bestehenden  Zuständen.  Die  portugiesische
  Regierung  hatte  nämlich  schon  im  Herbst
1914  verkündet,  daß  sic  ihre  MUnleihezinsen  nur
noch  in  Lissabon  bezahlen  würde,  eine  Er.
klärung,  die  ausgesprochen  gegen  Drutschland
gerichtet  rar.  Es  gehört  keine  Sehergabe  zur
Voraussage,  daß  Portugals  Finanzwirtschaft
durch  seine  offene  Teilnahme  am  Kriege  gegen
die  Mittelmächte  völliger  Zerrüttung  zutreiben
wird.  Ungeheure  Zunahme  der  Verschuldung
starke  Ausnützung  der  Notenpresse,  Stocken  jeglichen
  regulären  Handelsverkehrs  werden  das
Land  dem  wirtschaftlichen  Untergang  zutreiben.
—.

Siegesziel.

#####blung  Sn  W.  H.  Geinder#.
15  Die  von  der  Sonne  halb  geblendeten  Augen
mit  der  Hand  beschattend,  starrte  er  unverwandt
  nach  dem  Fenfter  binauf,  und  sein  Ant-('6,
  das  eben  noch  von  einer  fast  marmornen
  Blasse  gewesen  war,  hatte  sich  jäh  mit
dunkler  Röte  überzogen.  Bielleicht  glaubte  er
in  diesem  Moment  noch  an  eine  Vision,  an
eine  wunderbare  Aehnulichkeit  oder  an  ein  Trugbild
  der  Phantasie.  Aver  eine  einzige  Frage
würde  ja  hinreichen,  ihn  von  der  Wirklichkeit
seiner  Wahrnebmung  zu  über3zeugen.  Und  was
hätte  er  dann  von  ihr  denken  sollen,  wenn  ihr
Benebmen  den  Schluß  zugelassen  hätte,  daß  sie
einer  Begegnung  mit  ihm  geflissentlich  habe
ausweichen  wollen:

ein,  eine  solche  Vermutung  durfte  nicht

in  ihm  auf'’ommen  —  nicht  für  einen  einzigen
  Augenblick!  Sie  war  dienstfrei  und
konn#e  für  die  Dauer  der  nächsten  Stunden
hingehen,  wohin  es  ihr  beliebte.  So  winkte
sie  ihm  grüßend  zu  und  stand  gleichzeitig  auf,
um  in  den  Garten  hinab  zu  gehen.  Ihre  Füße
waren  bleischwer,  und  während  sie  den  langestreckten
  Sgaln  dorchlhrinn  hane  sie  ein  Ge-2
  als  ob  sie  nimmermehr  bis  an  sein  Ende
elangen  r  nn  6r#5  überlegte  in  verzweifelter

nstrengung,  was  sie  «
es  war  ja  Frewerständlicb,  daß  es  etwas  beonders
  1c##de=  und  Trostreiches  sein  müsse.
Aber  ihr  Gehirn  war  wie  ausgebrannt,  eine
dumpfe  Schwere  lastete  auf  ihrer  Stirn,  und
roitt  k4n  steinerne  Zentnerlast  auch  lag  es  in

rer  B

 

 

E□

 

 

.  *  «  »  .
#n  ##ca  nennei
Der  türkische  Bericht.

onstantinonel  10.  März.  Das  Hauptquartier
  meldet:  Nachdem  der  Feind  an  der
Irakfront  östlich  von  Felahie  keinen  Erfolg  mit
seinen  unvorbereiteten  Angriffen  hatte,  nahm
er  seit  einem  Monat  zu  allen  möglichen  Mitteln
seine  Zuflucht,  um  sich  unseren  Stellungen  zu
nähern.  In  den  letzten  Tagen  näherte  sich  der
Feind  bis  auf  150  bis  200  Meter  unseren  vorgeschobenen
  Schützengräben  und  verriet  durch
Anzeichen,  dah  er  einen  entscheidenden  Angriff
vorbereitete.  Am  8.  März  morgens  griff  der
Feind  vom  rechten  Ufer  des  Tigris  mit  seinen
Hauptkrästen  an.  Der  Kampf  dauerte  bis
Sonnenuntergang.  Der  Feind  ktonnte  mit  Hilfe
von  Unterstützungen,  die  er  eilig  mit  seiner
Stromflotte  auf  diesen  Flügel  brachte,  einen
Teil  unserer  Schützengräben  besetzen,  aber  dank
einem  kräftigen  heldenhaften  Gegenan  riff  unserer
  Reserven  wurden  die  vom  Felnde  besetzten
  Gräben  volllommen  wiedererobert  und
der  Feind  nach  seinen  alten  Stellungen  mrück.
gejagt.  Der  Feind  ließ  in  den  Gräben  2000
Tote  und  eine  große  Menge  Waffen  uno  Munition
  liegen.  Unsere  Verluste  sind  verhältnismähig
  geringer.  Keine  wichtigen  Nachrichten
von  den  anderen  Fronten-Die

  Kämpfe  in  Mesopotamien.

London,  10.  März.  General  Aylmer  rückte
am  6.  März“  auf  dem  rechten  Ufer  des  Tigris
vor  und  erreichte  Essinn,  eine  Stellung  7  Meilen
PAalich  von  Kut-el-Amara.  Die  Stellung  wurde

egriffen,  aber  Aylmer  vermochte  den  Feind
nicht  daraus  zu  vertreiben.  Ammer  meldet:  Der
leide  sehr  (?7)  und  zeige,  abgesehen  von
Verstärkungsarbeiten  in  seiner  Stellung,  keine
Täligleit.  Unsere  Verluste  seien  nicht  schwer.

Deutschland  und  Amerils.

Die  neue  deutsche  Erklärung.
Berlin,  10.  März.

Der  deutsche  Botschafter  in  Washington
machte  im  Auftrage  der  deutschen  Regierung
dem  Staatssekretär  der  Vereinigten  Staaten
von  Amerika  folgende  Mitteilung:

Die  Kaiserliche  Regierung  legt  Wert  darauf,
die  bisherige  Entwicklung  noch  einmal  mit  all
der  Offenheit  zu  prczisieren,  die  den  freundschaftlichen
  Beskhungen  der  beiden  großen  Völler
  und  dem  ehrlichen  Wunsch  der  Kaiserlichen
Regierung,  diese  vor  allen  Trübungen  zu  bewahren,
  entspricht.

Bei  Beginn  des  Krieges  hat  die  deutsche  Regietung
  auf  Vorschlag  der  Vereinigten  Staaten
  von  Amerika  sich  sofort  bereit  erklärt,  die
Londoner  ———  —  zu  ratifis

  N  i  ewuht  geworden  wäre
wie  sie  d  n  vielbogigen  Kreuzgang  und
über  die  Steinfliesen  der  Treppe
bis  m  den
sie  si  lötzlich  nur  noch
von  dem  Rollstuhl  entsernt,  und  sie  nahm  alle
Krass  *&3:1  Willens  3zusammen,  um  sich  zu  einem
Lächeln  zu  zw  suass  i  nächsten  Moment
we  a-  eine  abgezehrte  Hand,  die  ihr
yglühend  heiß  erschien,  16  in  stummer  Vewegung
  ausgestreckte  Rechte,  und  eine  liebe,  vertraute
  Stimme  chlug  an  ihr  Ohr:

„Fräulein  Margarete  —  Fräulein  Willim  !
Ich  leide  uhein  doch  nicht  an  Halluzinationen!

 

 

Es  ist  Wahrheit  —  himmlische  Wahrheit!  Leibhaftig

  und  lebendig  darf  ich  Sie  begrüßen!“
Es  war  gut,  daß
Erregung  so  olele  nkte,  mochte:

sie  auch  kaum  erfaßt  h

edenn  gen

II
hatte  sie  doch  in  1#  kü  elnIbre•h  Ner.

ven  —  oder  war  es  ihr  redellisches  Herz?  —
Woenigslene  notdürftig.  wieder  unter  dos  Re.
giment  ihres  Wuuemnh  en.

„Ja,  lieber  Herr  „lch  bin  es“,
sagte  sie,  erstaunt  über  den  —  fremben
Klang  ihrer  Stimme,  die  ihr  selber  wie  aus
weiter  Ferne  zu  kommen  schien.  gaund  am  Ende
ift  es  nicht  eimmal  allzu  wunderdar,  daß  wir
uns  hier  begegnen.  Mein  Vater  pflegt  zu
lage  en:  Das  Stückchen  Weltall,  auf  das  wir

#men,  schwerfälligen  ent  en  7—  sind,
En  so  winzig,  daß  m  ez  beim  beften

lllenn  nchi  auf  d#e  Thee  r-  kann,

rechen,  un  ohne
ken  dber.  n  8
and  hlel  sieh
srelqeben  wolle,  lablhr  mlt  lraaendein  Blick  in

schiffahrt  jeder  chwersten

n  Minen  und  Kriegsschiffe  Fie  “o“
Der  Protest  der  neutralen  Staaten  hattek#e
Erfolg.  Schon  von  diesem  Zeitpunkt  an  ben

bollelrechtsul
kämpfen  sollten.

arten  hinab  gekommen  war,  sah
um  wenige  Schritte

er  in  Keinet  #enigen  .

 

Art  den

es  kaum  noch  eine  Freiheit  des  neutralen  Handels
  mit  Deutschland.

Im  Februar  1915  sah  Deutschland  sich  gezwungen,
  Gegenmahnahmen  zu  treffen,  die  das

Krige  Verfahren  der  Gegner  be-Es
  wählte  für  die  Gegenmahnahmen
  neue  Kriegsmittel,  deren  Verwendung
  im  Völkerrecht  überhaupt  noch  nicht  getegelt
  war.  Es  brach  damit  kein  geltendes

Ten.  sondern  trug  nur  der  Eigenart  der  neuen

—  des  U-Bootes  —  Rechnung.  Der
Gedlbch  der  neuen  Waffe  mußte  die  Bewegungsfreiheit
  der  Nentralen  einschränken  und
bildete  eine  Gefahr,  der  durch  eine  besondere
Warnung  begegnet  werden  sollte,  entsprechend
der  vorausgegangenen  englischen  Warnung  vor
den  Gefahren  des  Kriegsgebietes  in  der  Nordsee.

Die  Regierung  der  Vereinigten  Staaten  von
Amerika  trat,  da  beide  kriegführenden  Parteien,
in  der  deutschen  Note  vom  17.  Februar  1915
und  in  der  englischen  Note  vom  18.  und  20.
Februar  1915,  den  Anspruch  erhoben  haben,
daß  ihr  Vorgehen  nur  eine  Vergeltung  der
Rechtsbrüche  der  Gegner  sei,  an  beide  kriegführenden
  Parteien  heran,  um  nochmals  zu
versuchen,  das  vor  dem  Kriege  anerkannte  Völkerrecht
  wieder  zur  Geltung  zu  bringen.  Sie
forderte  einerseits  Deutschland  auf,  den  Gebrauch
  seiner  neuen  Waffe  den  Bestimmungen
für  die  alten  Seekriegsmittel  anzupassen,  andererseits
  England,  Lebensmittel  für  die  nichtkämpfende
  Bevölkerung  Deutschlands  zur  Verteilung
  unter  amerikanischer  Kontrolle  passieren
zu  lassen.

Deutschland  erklärte  am  1.  März  1915  seine
Bereitwilligkeit,  während  England  am  15.  März
eine  Verständigung  auf  Grund  der  amerikanischen
  Vorschläge  ablehnte.  England  brseitigte
sogar  durch  seine  Order  vom  11.  März  1915
den  letzten  Rest  der  völkerrechtsmäßigen  Frei
heit  des  neutralen  ndels  mit  Deuts
und  dessen  neutralen  Nachbarländern.  Der  aansdn
war,  Deutschland  durch  Aushungerung  zu  bezwingen.
  Trotdem  entsprach  Deutschland  im
weiteren  Kriegsverlauf,  nachdem  bei  verschiedenen
  Gelegenheiten  gegen  seinen  Wunsch  und
Willen  neutrale  Bürger  ums  Leben  gekommen
waren,  in  der  praktischen  Verwendung
U-Bootswaffe  den  Wünschen  der  ameri  esisce
Regierung  in  so  entgegenkommender  Weise,
die  Rechte  Neutraler  auf  den  legalen  Handel
tatsächlich  deutscherseits  überall  unbeschränkt  waren.
  Nunmehr  machte  England  dem  U-Boot
die  Ausübung  des  den  Völlerrechtsbestimmungen
  entsprechenden  Handelskrieges  dadurch  unmöglich,
  daß  es  nahezu  sämtliche  Handelsschiffe
bewaffnete  und  den  angriffsweisen  Gebrauch  ver
Eeschütze  anordnete.  Die  Photographien  eng-Augen.


„Ja,  hätten  Sie  denn  den  Wun  ch  gehabt,

seiner

mir  auszuweichen?  In  meinen  all  wäre
*  am  Ende  doch  nicht  gar  so  #chwer  Hewesen.
ue  Ihr  Herr  Vater  meint.  Denn  ich  bin

1050,  um  ein  gut  Teil  schwerschllger  als  ##
Millionen  meiner  Mitmenschen,  die  auf  zwei
gesunden  Beinen  lausen.“
Ihr  Blick,  der  sich  unwdurrkich  vor  dem
leinigen  gesenkt  hatte,  glitt  herab  bis  zu  der
Decke,  die  eine  fürsorgliche  Hand  über  seinen
Unterkörper  gebreitet  hatte.  Die  Formen,  die
sich  unter  dieser  laichten  Hülle  abzeichneten,  erinnerten
  sie  noch  grausamer  als  seine  bitteren
Worte  an  die  Shlberkenn  —  Geschicks.
Würgend  stieg  es  ihr  aus  der  Brust  bis  zur
Kehle  empor.  Und  ihr  war,  als  ob  sle  ersticken
müßte,  wenn  sie  ihren  Jammer  und  ihre  Verzwistn
  nicht  laut  binaueschreien  könnte.
cht  um  den  Preis  ihreg.  Lebens  hätte  sie  lich
ietzt  das  Uiebe  und  tröstti  ort  abringen
können.  das  sie  ihm  batee,  agen  wollen,  weil
sie  siger  war-  daß  er  es  von  ihr  erwartete.
Ee  blieb  ungewiß,  welche  Deutung  Bernhard
  Sewald  jn  Verstummen  hab.  Vlelleicht
zerbrach  er  sich  über  seine  Ursache  gar  nicht  den
Kopf,  denn  in  bon  sicht,  das  eben  noch  ein
san#eer  Schimmer  inngster  Herzensfreude  über-E#e##
  Lette.  war  Plötzlich  ein  Ausdruck  annn
orge
rrnr  Mnonaict  getsebe
fr  er.,  „Sle  sehen  so.  er
aus-,  und  Ihre  lt  be  hunl  n  ist  wie  n
Da  erst  ka  iste  zum  sen  heh  daß  ihre
Ginger  noch  r  von  einlgen  um  ·
schlossen  wurden,  und  sie  —i  ie  frel.
„Nein,  nein“,  erwiderte  ste  haftig.  „Etwas
Uebeimädne  olelleicht  —  aber  ich  bln  danz

6„  2Fn  Anwesenheit  emerisanischer
an  Bord  gesichert  glauben.
Waffengebrauchs  wurde  ergänzt  durch  die  Weisung
  an  die  Führer  der  Handelsschiffe,  falsche
Flaggen  zu  führen  und  U-Boote  zu  rammen:
Kochscchten  über  ausgezahlte  Prämien  und  die
Verleihung  von  Ehrenzeichen  an  erfolgreiche
Handelsschiffsführer  zeigen  die  Wirku
Befehle.  se

sich  die  Verbündeten  angeschlossen.

amerikanische  Rote  an  England  vom  5
ber  1915)  seit
Handel  den  deutschen
Deutschland  die  Ausfuhr  unmöglich  macht,

über  Recht“
die  Landgrenzen  unterbindet,  um  die  Hunger-Angriff

  bewaffnet  haben  und  dadur

 

e  des  Mihglũdens  ihres  An  eisee
ürger

Der  Befehl  des

ng  dieser
Diesem  englischen  Vorgehen  haben
Jetzt  steht  Deutschland  vor  der  Tatsache:
a)  daß  eine  Dölkerrechtsmidrige.  Blocka=  (uogl.
.  Moem  -
einem  Jahre  den  neutralen
Häfen  fernhält  und

b)  daß  völkerrechtswidrige  Verschärfungen  der

Konterbandebestimmungen  (siehe  amertkanische
Note  an  England  vom  5.  November  1915)  seit
eineinhalb  Jahren

den  für  Deutschland  in
age  kommenden  Seeverkehr  der  neutralen

Nachbarländer  verhindern,

)  daß  oölkerrechtswidrige  Eingriffse  in  die

Post  (siehe  amerikanisches  Memorandum  an
England  vom  10.
bindung  Deutschlands  mit  dem  Ausland  zu
verhindern  streben,

Januar  1916)  jede  Verd)

  daß  die  systematisch  gesteigerte  Vergewaltigung
  der  Neutralen  nach  dem  Grundsatze  „Macht
den  Verkehr  mit  Deutschiad  über

blockade  der  friedlichen  Beobllerung  der  Jentralmächte

  zu  vervollständigen,

Tßc)  daß  Deutsche,  die  von  unseren  Feinden
auf  der  See  angetroffen  werden,  ohne  Rücksicht,
  ob  Kämpfer  oder  Nichtkämpfer,  der  Freiheit

  beraubt  werden,

1)  daß  unsere  Gegner  Handelsschi  er  e
ie  Verwendung
  des  U-Bootes  nach  den  Grundsätz“#t
der  Londoner  Deklaration  unmöglich  machten
(siehe  deutsche  Denkschrift  pom  8.  Febr.  1916).

Das  englische  Weißbuch  pvom  Januar  1916

über  die  Unterbindung  des  deutschen  Handels

rühmt,  daß  durch  diese  Maßnahmen  Deutschlands
  Ausfuhrhandel  fast  gergus  unterbunden
  und  seine  Einfuhr  vom  Belieben  Englands
abhängig  gemacht  ist.

Die  kaiserliche  Regierung  darf  hoffen,  daß
gemäß  den  freundschaftlichen  Beziehungen,  die
in  der  hundertjährigen  Vergangenheit  zwischen
den  beiden  Völkern  bestanden,  der  hier  dargelegte
  Standpunkt  trotz  der  durch  das  Vorgehen
  unserer  Feinde  erschwerten  Verständigung
zwischen  den  beiden  Bölkern  von  dem  Volk  der
Vereinigten  Staaten  gewürdigt  werden  wird.

H  .  Und  Sie,  Herr  Sewald?  ##s  h
hnen  besser  —  nicht  wahr?  Sie  befinden  si
nun  endlich  auf  dem  Wege  zur  vollen  enesung?“


„Wenn  man  das  Genesung  nennen  kann,
daß  man  als  ein  halber  oder  als  ein  Dreiviertelmensch
  aus  den  Höänden  der  Aerzte  hervorgeht,
  lo  befinde  ich  mich  wohl  in  der  Tat
zu  dem  Wege  zu  diesem  schönen  Ziel.  Man

tmir  Hoffnung  gemacht,  daß  ich  mich  nach
zos  elniger  weiterer  Wochen  mit  Hillse
zweier  Krücken  flink  wie  ein  Wiesel  würde  bewegen
  können.  Und  Sie  können  sich  wohl  denken,
  mit  welcher  Freude  und  mit  wie  hochgespannten
  Erwrtungen  ich  diesem  großen  Augen.
blick  atgegen  nseh

.Sic  sollten  aicht  wit  solcher  Bitterkeit  von
U#rem  Justand  sprechen.  Ich  möchte  mich
über  Ihre  iederberstellung  freuen.  er
woher  soll  ich  den  Mut  dazu  nehmen,  wenn  Sie
selber  nur  Er  Unglück  sehen,  das  Sie  betroffen,
ih,  nicht  d  as  Glück,  dem  Leben  wledergegeben
zu

„Ist  es  denn  wirklsch  ein  Glück  7=  sragte  er.
„Können  Sie  6%  im  Ernst  daför  halten?

a“,  erwiderte  sie  im  Tone  vollster  Bestimitübel.
  und  Sie  selbst  werden  es  wieder
so  ansehen,  wenn  beler  Zastand  der  Hilfloer



u  einem  Gegenstand  dankbarer
Bewunderung  ür  diejenigen  machen,  in  deren
Mitte  Sie  leben.

½