Volltext : Handwörterbuch der Württembergischen Verwaltung.

Gewerbeförderung.

im  Handwerkerstand  zu  verbreiten,  im  Vordergrund.
  Im  übr.  betrachtet  die  Zst.  diese  Beitr.
an  die  Einzel  Gen.  zur  Anschaffung  von  Maschinen
nicht  als  eine  dauernd  beizubehaltende  Einrichtung,
  sondern  nur  als  ein  vorübergehendes  Mittel
zur  Förderung  der  Enrstehung  von  Werkgen.,  das
seine  Berechtigung  verlieren  wird,  sobald  ein  genügend
  erstarkter  Stamm  lebenskräftiger  Werkgen.
einmal  bestehen  wird.  Diese  Staatsbeitr.  werden
in  der  Form  einmaliger  Kapitalzuschüsse  ohne
Verpflichtung  zur  Rückerstattung  gewährt.  Um
eine  geordnete  Verw.  der  unterst.  Gen.  zu  sichern,
wird  ihre  Gewährung  von  dem  Beitritt  zu  einem
leistungsf.  Revisionsvbd  abhängig  gemacht.  Um
ferner  eine  Gewähr  dafür  zu  schaffen,  daß  die
für  diesen  Zweck  verfügbaren  staatl.  Geldmittel
nur  solchen  Vereinigungen  zufließen,  bei  denen
ein  befriedigender  wirtschaftl.  Erfolg  in  Aussicht
genommen  werden  kann,  um  ferner  darauf  hinzuwirken,
  daß  im  einz.  Fall  bei  Auswahl  und  Ankauf
  der  Maschinen  sachgemäß  verfahren  wird,  die
Kosten  der  Anschaffung  ermäßigt,  und  bedenkliche
Geschäftsbaren  ausgeschlossen  werden,  endlich
um  die  Zahl  der  Betriebsunfälle  einzuschränken,
ist  die  Gewährung  von  Staatsbeitr.  an  Gen.  zur
Anschaffung  von  M.  durch  die  Zst.  weiterhin  davon
  abhängig  gemacht,  daß  a)  der  Ankauf  der  M.
durch  den  Vbd  w.  HandwGen.  erfolgt,  der  seinerseits
  mit  der  Techn.  BöSt.,  s.  X.  3,  enge  Verbindung
  hält;  b)  das  Unternehmen  im  ganzen  nach
der  Ueberzeugung  der  Zst.  in  finanz.  und  gen.  Beziehung
  auf  gesunder  Grundlage  ruht;  c)  alle
gebräuchl.  Schutzvorrichtungen  an  den  durch  jenen
Vbd.  vermittelten  M.  angebracht  werden;  d)  sämtliche
  Gen  Mitgl.  mit  der  Maschinenbehandlung  vertraut
  sind.  —  Die  vom  Staat  nur  auf  Verwendungsnachweis
  ausbezahlte  Beitragsumme  ist
zurückzubezahlen,  falls  die  Gen.  sich  vor  Ablauf
eines  best.  längeren  Zeitraums  wieder  auflöst,
die  Bedienung  der  M.  an  hiefür  ungeeignete
Hände  übertragen,  oder  die  gebräuchlichen  Schutzvorrichtungen
  nicht  angeschafft  oder  nicht  dauernd
vorschriftsmäßig  verwendet  werden.  Die  gen.  Maschinenbetr.
  werden  von  Zeit  zu  Zeit  durch  einen
Techniker  der  Zst.  kontrolliert.  Die  Einhaltung
der  unter  d)  bez.  Bedingung  ermöglicht  die  Zst.
dadurch,  daß  sie  nach  Fertigstellung  der  Anlage
vor  der  Eröffn.  des  Betr.  auf  Wunsch  der  Gen.
an  Ort  und  Stelle  einen  mehrtägigen  Kurs  in
der  Maschinenbehandlung  abhält.  In  ähnlicher
Weise  und  unter  ähnl.  Bedingungen  gewährt  auch
die  König-Karl-Jubiläumstiftung,  s.
d.,  Beiträge  zur  gen.  Maschinenbeschaffung  im
Kleingew.  —  XN  XIV.  Gewährung  staatl.  Kapitalbilfe
  an  gew.  Privatunternehmungen.  #  Während
in  den  ersten  Jahrzehnten  des  Wirkens  der  Zst.
die  Gew.  staatl.  Kapitalhilfe  an  gew.  Prll.  noch
einen  hervorragenden  Platz  unter  den  staatl.  Mitteln
  der  GewFörd.  einnahm,  hat  diese  Art  der
Gew  Förd.  heute  infolge  der  inzwischen  eingetr.
Wandlung  der  wirtschaftl.  Verhältnisse  sehr  an
Bedeutung  verloren.  Heute  werden  derartige
Beiträge  nur  noch  in  solchen  Fällen  gewährt,
in  denen  dadurch  allg.  volkswirtschaftliche  In-347



teressen  gefördert  werden.  Abgesehen  von  den
in  V.  1  d  bez.  Fällen  und  abgesehen  von  den
Staatsbeitr.  an  Erwerbs=  und  Wirtschaftsgen.
von  Kleingew  Tr.  trifft  dies  zu  bei  Beitr.  für:
1.  Unternehmungen  von  einz.  Gew  Tr.,,  falls  es  sich
dabei  um  die  Einführung  eines  neuen,  im  Land
noch  nicht  vertretenen  Industriezweigs  oder  um
die  Aufstellung  von  neuen,  im  Land  noch  nicht
vorh.  Maschinen  oder  Einrichtungen  handelt,  sowie
falls  Spezialitäten  von  hervorragender  Beschaffenheit
  hergestellt  werden;  2.  Hausindustrien,  vorzugsw.
  solche,  die  ihre  Erzeugnisse  gemeinsam  absetzen;
  3.  gew.  Unternehmungen  überhaupt,  die
geeignet  scheinen,  Ansätze  zur  Begründung  oder
Entwicklung  einer  gew.  Tätigkeit  von  allg.  volkswirtsch.
  Interesse  zu  bilden.  —  X  XV.  Förderung
der  Vereinsorganisation.  r  Staatsbeiträge
zu  den  laufenden  Verwaltungskosten
der  1s  Handwerkskammern.  1  1.  Die  Zst.  hat
von  jeher  in  der  Förderung  der  gew.  Vereinigungen
  eine  wichtige  Aufgabe  erblickt.
Diese  F.  läßt  die  Zst.  auf  Wunsch  sowohl  bei  den
auf  einen  einz.  Gewzweig  sich  beschr.  als  auch  bei
den  alle  Zweige  von  Gew.  und  Handel  oder  doch
einen  großen  Teil  ders.  umfassenden  Berufsvereinigungen
  der  selbständigen  Gewcr.,  also  sowohl
  bei  den  Innungen,  den  kleingew.  Fachvereinen
  und  den  Interessenvereinigungen  einz.
Zweige  der  Großindustrie,  als  auch  bei  den  Gew.=und
  Handels  V.  und  den  gemischten  Handwerker  V.
eintreten,  und  zwar  ohne  Rücksicht  darauf,  ob  diese
V.  nur  eine  örtl.  Bedeutung  haben  oder  zu  größeren
  Vbden  zusammengeschlossen  sind.  Diese  F.
beschränkt  sich  nicht  auf  die  o.  im  einz.  geschilderte
Unterstützung  der  von  den  gew.  Vereinigungen  im
Interesse  von  Gew.  und  Handel  getr.  Veranstalt.,
sondern  sie  erstreckt  sich  u.  U.  auch  auf  die  Ausbreitung
  und  Stärkung  der  Organisation  selbst,
indem  die  Zst.  auf  Wunsch  den  Boden  für  Vereinsgründungen
  durch  geeignete  Vorträge  vorbereitet,
Beratung  bei  der  Gründung,  bes.  bei  Abfassung
der  Satzungen  eintreten  läßt,  Mustersatzungen  abgibt
  usw.,  ferner  indem  sie  die  Jahresberichte  der
gew.  Vereinigungen  im  GBl.  veröffentlicht  und  das
GBl.  zu  ermäßigtem  Preis  an  die  gew.  Vereinigungen
  abgibt.  —  2.  Als  ges.  Interessenvertret.
von  Handel  und  Gew.  bestehen  in  W.  8  Handelsk.
  und  4  Handwerksk.  —  Während
die  ersteren  ihren  Aufwand  völlig  aus  eigenen,
durch  Umlage  aufgebrachten  Mitteln  bestreiten,
gewahrt  die  Zst.  zu  den  lauf.  VerwK.  der  HandwK.
bedeut.  Jahresbeitr.  —  XVI.  Förderung  von
Einrichtungen  zum  Wohl  der  gew.  Lohnarbeiter.  #
Unter  den  Aufg.  der  3Zst.  steht  die  Wahrnehm.  der
Lage  der  gew.  Lohnarb.,  bes.  auch  der  Fabrikarb.,
sowie  der  kaufm.  und  techn.  Angestellten  in  wirtschaftlicher
  und  sittlicher  Beziehung  in  vorderster
Reihe.  Welch  große  Bedeutung  gerade  diesem  Geschäftsgebiet
  beigelegt  wird,  geht  u.  a.  daraus  hervor,
  daß  sämtl.  GewInspektoren  Mitgl.  des  Verw.=und
  des  Gesamtkoll.  der  Zst.  sind,  und  daß  diesen
Koll.  auch  Beiräte  aus  dem  Stand  der  gew.  Lohnarbeiter
  und  Angestellten  angehören.  Soweit  die
pflegende  Verw.  in  Betracht  kommt,  ist  hervorzu-