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menschliche Vernunft stark genug sei, das zu verhindern. Wo ein Wille
ist, da ist auch ein Weg. Daß bei uns ein ehrlicher Wille war, der
ehrliche Wille zum Frieden, wer will das bestreiten: Es hätte zum Frie.
den kommen müssen — müssen, unter allen Umständen zum Frieden
kemmen müssen, wenn ein Funke dieses ehrlichen Willens auf der Seite
unserer Feinde vorhanden gewesen wäre. Ich sage weiter, es hätte zum
Frieden kommen müssen, wenn auch auf der Seite der mächtigsten nenutralen
Macht, der Vereinigten Staaten von Amerika, und ihrer leitenden
Männer der Wille zum Frieden in derselben ehrlichen, überzeugten Weise
vorhanden gewesen wäre wie auf unserer Seite.
Ich gehe nicht weiter auf Einzelheiten ein, die bereits dargesich
worden sind, sondern stelle nur die wichtigsten Dunkte der weiteren Emt.
wicklung fest.
Am 12. dedember kamen wir mit unserem Friedens
angebot heraus. Es war ein vernünftiger, sachlicher Vorschlag zum
Verhadeln zwischen den Kriegführenden auf einer Grundlage, die Ehre,
Dasein und Entwicklungsfreiheit unseres Volkes und der Völker unserer
Verbündeten gewährleisten sollte. Ich kann bezeugen, daß den Männern,
von denen dieser Schritt ausging, die Absicht der Durchkreuzung einer
etwaigen Wilsonschen Friedensaktton fernlag. Ich kann
es um so eher bezeugen, als ich persönlich von Anfang an einer Wilson.
schen Friedensaktion skeptisch gegenübergestanden habe, als ich von Ansang
an von einer Wilsonschen Friedensaktion wenig gehalten habe. Ich habe
damals, als der Kanzler am 31. August 1916 in Pleß in Gegenwart des
Herrn v. Jagow von einem Appell an den Präsidenten Wilson in Sachen
des Friecdens sprach, meine Einwendungen geltend gemacht. Ich konnte
nach allen Erfahrungen, die wir bisher mit Wilson und mit Amerika gemacht
hatten, kein Glück darin sehen, den amerikanischen Präsidenten in
die Friedensangelegenheit hineinzuziehen. Ich habe damals zur Erwägung
gestellt, lieber die Verständigung mit Rußland auf Kosten Polens und
nötigenfalls auch des von den Russen besetzten Ostgaliziens zu suchen.
Ich war weiterhin im einzelnen, in allen Details über den Telegrammwechsel
mit dem Grafen Bernstorff natürlich nicht unterrichtet;, aber
das kann ich sagen, daß ich aus allen meinen Unterhaltungen mit Herrn
v. Bethmann Hollweg, mit dem ich doch damals in ständiger Verbindung
stand, den Eindruck gewonnen habe, daß auch Herr v. Bethmann Hollweg
in der Weise, wie er es hier geschildert hat, allmählich an die ernstliche
Absicht Wilsons, e, was für den Frieden zu tun, nicht mehr recht glauben
wollte. Können Sie sich nach der Darstellung, die ich Ihnen gegeben habe,
darüker wundern? Kann sich auch der Geduldigste darüber wundern nach
allen diesen Verzögerungen, denen doch diese Friedenssache seit dem April
1916 ausgesetzt war?
Auf unser Friedensangebot wurde dann am 21. Dezember die
Friedensnote des Dräsidenten Wilson übMberreiche.
Niemand tann wissen, und auch Herr Drofessor Bonn scheint es nicht
für ausgemacht zu halten, daß sie überreicht worden wäre, wenn unser
Friedensangebot nicht vorangegangen wäre. In der Sache kam das Friedensangebot
Wilsons auf das gleiche Ziel hinaus wie der Vorschlag der
Mittelmächte, nämlich auf einen gegenseitigen Austausch der Friedensbedingungen.
Nur hatten wir für dieses Ziel einen bestimmten
Weg vorgeschlagen, nämlich den alsbaldigen Eintritt der Kriegführenden
in Friedensverhandlungen. Herr Wilson dagegen hatte in
seiner Note den Weg ausdrücklich offen gelassen. Er hat in seiner Note