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neuerer Spr. vorzugsweise der Empfindung wohl tbuend,
ammutend: ungenehme kublung Bürger Huldigungslied;
wie angenehm der falbe mondglanz Fr Müller
3, 164; das angenehmste plätzehen, das ich jemals sah
Kleist Kätbch. 3,1; dem vater war die erquickung angenehm
Goethe Wanderj. 1, 2; von Personen: der
angenehmen frau Gotter 1, 122; angenehmer mitgast
Goethe 31, 115; altväterisch in der Anrede: ich danke
Ihnen, angenehmste Henriette, für Ibre vertheidigung
Lessing Freig. 2, 2. In Börsenberichten, spiritus an-Anger
— angewöbnen.
Angewohnbeit Angriff. 90
5, 418; wer fruh sich angewöhnt, das wahre gut zu
lieben Uz 2, 83; im 17. Ih. mit Gen.: darbei die
kinder von jugend an sich liederlicher und gottsvergessener
reden angewehnen Chr Weise Erzn. 182. Part.
angewöhnt: in einem naturlichen, angebornen und ungewöhnten
vertrauen Goethe 30, 5; aber ungewohnter
beweglichkeit nicht entsagen 30, 307, mit Rücksicht auf
gewohmt (s. d.). — Angewohnheit, k. angewöhntes Verfahren,
Sitte: die ersten angewohnheiten der jugend
Nabener 4, 98; rauchen ist eine üble angewohnheit;
genehm, gern genommen, begehrt; der markt war für die angewohnheit des fluchens.
die anleihe angenehm, nahm sie gern. ·
Anqct«,m.Grasland,GrasplatzbeiDötiem,add.
angar, mbbd. anger, altnord. entspricht engi Wiese; altgerm.
Wort, das auch im Volksnamen Angrivarü. heute
Engern lebt, sonst aber dunkel ist. weidende schnfe,
günse auf dem unger; ein weiter grünender anger vor
dem dorfr. den bauern und naben städtern ein lustort
Goethe Herm. u. Dor. Wie Schindanger: euehb (Pferde)
wird ein schnöder tod einst auf den anger bringen
Lichtwer Fab. 1, 5.
Angeseben, Part. von anseben (s. d.) in bedeutendem
Sinne, geachtet: ungesehene familien, geschlechter; ein
uberall angeschener mann. — angesessen, ansässig: angesessene
leute. burger; angesessene und angesebene
leute Möser Pbant. 1, 179; vgl. unsetzen 1. — Anesicht,
n. (mbd. ungesiht f. und angesihte n.) 1) das
Anblicken und der Anblick (activ und passiv): wo sol
ich hin flichen fur deinem angesicht Pf. 139,7; gönn
ihm dein angesicht Schiller 6, 110; in Formeln: im
angesicht der ganzen signorias Fiesko 2, 5; ein schön
weib von angesicht 1. Mos. 12, 11; von angesicht sehen
(Schiller M. Stuart 3, 3); von angesicht zu angesicht
(2. Mos. 33, 11); einem ins angesicht etwas thun, so
daß er es sieht; adverbialer Gen. angesichts, im Anblick:
ungesichts der feinde, der drohenden gelahr; für
sich auch wie sofort, augenblicklich: ich löse rasch mit
cinem male die gröszten zweifel angesichts Goethe
Epim. 7. 2) der vordere Teil des Kopses, Gesicht, Antlitz
(Plur. alt die angesicht 3. Mos. 26, 16, angesichle Luc.
14, 5, in neuerer Spr. Herder mehrsach, angesichter
Arndt Ged. 243): ihr seid so wohlgethan von leib
und angesicht Wieland Geron; wasche dein angesicht
Matth. 6, 17; einen ins angesicht speien, schlagen,
als Zeichen des Hohns, der Verachtung; bildlich: eine
bebauptung, die den tbatsüchlichen verhültnissen ins
angesicht schlügt. Für den Träger des Angesichts:
miszhör mich nicht, du holdes angesicht: Goethe
Faust 1. — angestammt, vom Stamm ber erworben,
von Haus aus eigen; verbal: so ward mein beruf
mir angestammt Droste 86; adiectivisch: die majestät
der angestammten art Wieland Perr. 2, 30; die angestummte
krone Schiller Junngfr. 1, 2; du aber
(Dichterlind) schlummre sclig hin in angestammten
dichiertrüumen Uhland Ged. 71. — angetrunlen, (. antrinken.
Angewinnen, von einem für sich gewinnen, gewinnend
in Besitz nehmen, mbd. d# er die tarnkuppe sit
.. jm alle sein land ungenwonnen 1. Mos. 21, 26; gewun
jm stedte un 2. Cbron. 13, 19: ohne Acc.: was gilts,
wir wolten jucn angewinnen? (den Sieg) 1. Kön. 20, 23;
und noch bei Wieland: ein herz, dem königesöhne
nichts angewonnen hallen Amad. 7,13; jetzt außer Gebrauch.
— angewöhnen, durch Gewohnbeit aneignen,
früber ungewenen geschrieben, nach mhd. gewenen; einem
erwas; er hutic sieh den trunk angewöhnt; sich, einen
angewöhnen an ctwas; an welches (Ceremonial) die
Schecschianer so mechanisch und punktlich angewöhnt
wurden, dasz es ibnen endlich zur andern nutur ward
Wieland gold. Sp. 2,15; zu etwas; cin knabe den
man ungewöhnet, alles zu vergleichen Lessing
Angleichen, Gleichheit bewirken, einem etwas; Wieland,
indem er sieh dem kuhnen, auszcrordentlichen
Aristophanes anzugleiechen suchte Goethe 32, 250;
Angleichung, k. schon Garg. 362. — unglimmen, anfangen
zu glimmen: am horizont ein angeglommener
saum wie morgenglut JPaul Hesp. 4, 80; röthlich
angeglommen Rückert Liebesfr. 3, 81. — anglotzen,
glotzend, starr ansehen: mit den augen anglotzen Luther:
sie glotzten mich manchmal an mit verwunderten glasaugen
H Heine 12, 91. — anglühen, 1) intranf. ansangen
zu glühen: wies blitzt und platzt, in funken
spruht! der stab schon ist er angegluht Goethe Faust
II, 1. 2) glübend anstrahlen: wie im morgenglanze du
rings mieh anglühst, fruhling Ganymed. — angrauen,
anfangen grau zu werden: das verwegene bürtchen angegraut
Heyse Par. 2, 129.
Angreifen, greifend sassen, anfassen, mbd. an grifen.
einen oder etwas: und er greif jn an, und heilet jn
Luc. 14, 4; da greif er jre hand an Matth. 3,15; sprichwörtlich:
wer pech angreift, besudelt sich; ein werk an-Breifen,
daran beginnen zu arbeiten; wie greifen wir
wohl das ding an, wenn es gelingen soll?; ein werk
mit freuden angreifen Stieler; wir miüssen selbst mit
angreifen, wenn es noch heute fertig werden soll; greift
an! macht dasz ein ende wird! Schiller Picc. 2, 1;
in der alten Rechtsspr. ein gut. grundstuck angreifen,
in Besitz nehmen (wie durch sinnbildliche Berührung);
jetzt in schädigendem Sinne, ein kapital, einen besnz
angreisen, davon zehrend; feindlich einen, etwas angreisen,
ihn zu besiegen:; er wölle jn angreisen und das
mütlein an zm kulen Luther 4, 1715; greil unversehens
die stad an 2. Macc. 5, 5; und grieffen jre feinde
an, wie die lewen 11, 11; auch ohne Ace. frub morgens
griffen die feinde an, wurden aber zuruckgeschlagen;
etwas, eincu angreisen durch Wort oder Schrifst: er
wurde scharf in der zeitung angegriffen; dasz Sie jetzt
in der politik aufs neue in die lage kommen einrichtungen
anzugreifen, die er verehrt Freytag Journ.
I, 1: cinen bei seiner ehre, an seiner ehre angreifen;
mehr scherzend er griff mich bei meiner schwachen seite
an, durch Überreden, Schmeicheln; von Krankheiten: das
ficber hat ihn schr angegriffen; auch kleine schrift greist
die augen an; refl. sich angreiten, sich äußerst anstrengen
in Bezug auf Geldausgaben: das sich auch die purger
redlichen unter cinander angriffen mit pferden zu halten
D. Städtcchr. 2, 330; wollten sich sehen lassen, thäten
sich angreifen über vermögen Schiller Wallenst. Lager
Albriche an gewan Nib. 98, 3; öster in der Bibel: hatte!
11. — augrenzen, Grenze an etwas haben, grenzend berübren:
die angrenzenden lünder; angrenzende nachbarn
Stieler; in angrenzender landschaft Freytag Handschr.
2, 352; scinc felder grenzen an unsre an. — Angriss,
m. Handlung des Angreijens; vornehmlich Beginnen
eines Werkes, ctwas in angriff nehmen; den
Aangriff des geschufts zu beschleunigen Goethe Tagh.
1817; feindliches Anrücken, angriff auf einc lestung.
schanze; man bläst zum ungriff Schiller Räub. 2, 3:
jeden angritt abgeschlagen Rückert Liebesfr. 5, 50;
durch Wort und Schrift: angriff auf eines ehre, in einer
zeitung; sich gegen die angrifle solcher leutc zu vertheidigen
Klopstock 12, 262; die haltung des angrifs
(in der Zeitung) ist nieht ganz so ruhig, wic ich ge-