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Mann; die ihm näher standen, verehrten ihn als einen Edelgesinnten
und Wohlwollenden. Roons höchstes Streben war, wie er selbst
ausgesprochen hat, das Heer immer fester zu stählen, die vaterländische
Waffenschule immer leistungssähiger zu gestalten, um durch eine
unübertroffene Kriegsbereitschaft der ganzen Volkskraft dem Vaterlande
den Frieden zu sichern. Als Roon auf dem Sterbebette lag,
nahm Kaiser Wilhelm I. von ihm Abschied mit den Worten: „Ich
habe Ihnen viel, sehr viel zu danken.“ Auch das deutsche Volk wird
sich stets des großen Kriegsministers und seiner dauernden Verdienste
dankbar erinnern.
336. Kaiser Friedrichs Heimkehr.
Von Margarete von Poschinger.
Nach einer gut verbrachten Nacht wurde am Morgen bei
Regenwetter die Fahrt nach der Heimat angetreten. Alle
Häuser und Fenster waren besetzt. Alles lief zusammen, um
dem Kaiser einen letzten Gruß von San Remo darzubringen.
Beim Aussteigen am Bahnhofe wurde er von einer vieltausendköpfigen
Menge mit brausenden Hochrufen empfangen, die sich
wiederholten, als sich der Zug kurz vor 9 Uhr in Bewegung
sezte.
Auf dem Bahnhofe in San Pier d Arena, einer Villenvorstadt
von Genua, fand die bereits tags zuvor telegraphisch vereinbarte
Begegnung mit König Humbert statt. Die Begrüßung
der beiden Monarchen machte auf die Augenzeugen einen ergreifenden
Eindruck. Kaiser Friedrich konnte sich nur schriftlich
verständigen; er schrieb dem König Humbert folgende
Worte auf:
„Als Du den Vater verlorst, kam ich zu Dir, um sein Andenken
zu ehren und Deiner Thronbesteigung beizuwohnen; ich
nahm teil an Deinem und Deines Vollkkes Leid und an Eurer
Freude. Heute, wo ich vom Unglück niedergebeugt bin, kommst
Du zu mir. sch danke Dir. Ich sehe darin einen neuen Beweis
Deiner Freundschaft, die, wenn Gott mir beisteht und mir Genesung
gibt, zwischen uns beiden, unsern Häusern und unsern
Völkern sich immer mehr festigen wird.“
In München überreichte die tiefgebeugte Königin Maria
von Bayern dem Kaiser einen selbstgewundenen Blumenstrauß.