Metadata : Geschichte der Hohenzollern.

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Verbindung  mit  demselben  auf  das  Engste  zu  knüpfen,  und  wo  moͤglich  auch
in  ein  persönliches  Verhältniß  mit  ihm  zu  treten,  denn  bei  seiner  einfachen  und
ehrlichen  Auffassung  der  Verhältnisse  versprach  er  sich  von  einem  solchen  Verkehr
viel  Vortheil  für  die  gemeinsame  deutsche  Sache,  welcher  er  nun  einmal  nicht
besser  dienen  zu  können  meinte,  als  durch  engsten  Anschluß  an  den  Keiser.

Wie  wenig  man  in  Wien  zu  einer  ähnlichen  Auffassung  bereit  war,  zeigen
die  Schwierigkeiten,  welche  man  von  dorther  erhob,  und  die  theils  in  dem  steifen
  Formenwesen  des  Hofes,  theils  aber  auch  in  den  politischen  Verhältmissen
ihren  Grund  hatten;  denn  man  wollte  dort  die  Hand  nach  allen  Seiten  hin
frei  haben,  und  sich  ganz  im  Gegensatz  gegen  Friedrich  Wilhelm  I.  den  Anschluß
an  alle  großen  europäischen  Mächte  stets  offen  erhalten.

Deshalb  reichten  die  kaiserlichen  Minister  eine  weitläufige  Denkschrift  über
das  zu  beobachtende  Ceremoniel  ein,  in  welcher  unter  andern  als  wesentlicher
VPunkt  herausgehoben  wurde,  daß  der  Kaiser,  wichtiger  Consequenzen  wegen,
dem  Könige  nicht  die  rechte  Hand  geben  dürfe;  wahrscheinlich  in  der  Hoffnung,
ihn  durch  solche  beschränkende  Förmlichkeiten  von  der  Zusammenkunft,  welche  fie
lieber  ganz  vereitelt  hätten,  abzuschrecken.  Doch  Friedrich  Wilhelm,  der  nie  gern
von  einem  einmal  gefaßten  Gedanken  abging,  und  jede  leere  Förmlichkeit  verachtete,
  ließ  fich  durch  alle  diese  Zumuthungen  nicht  zurückhalten.

Der  Kaiser  befand  sich  im  Sommer  1732  gerade  zur  Kur  in  Karlsbad;
deshalb  sollte  die  Zusammenkunft  in  Böhmen  und  zwar  auf  dem  keiserlichen
Schlosse  zu  Kladrup,  wo  sich  ein  berühmtes  Gestüt  befand,  stattfinden.  Hier
langte  Friedrich  Wilhelm  I.  vor  seinem  hohen  Wirthe  an,  und  hatte  kaum  dessen
Ankunft  erfahren,  als  er  ohne  weitere  Beachtung  des  Ceremoniels  demselben
entgegenging  und  ihn  umarmte.  Eben  so  herzlich,  jedoch  mit  schicklicher  Ehrerbietung
  benahm  er  sich  gegen  die  Kaiserin.  Nach  den  üblichen  gegenseitigen
Besuchen  nahm  der  König  Abschied,  bat  aber,  sich  einige  Tage  incognito  in
Prag  aufhalten  zu  dürfen,  was  ihm  natürlich  von  Karl  VI.  zuvorkommend  gewährt
  wurde.  Hier  hatte  besonders  der  Prinz  Eugen  den  Auftrag,  dem  hohen
Gaste  die  gebührenden  Ehren  zu  erweisen,  dem  Könige  höchst  erwünscht,  welchen
der  Umgang  mit  Kriegsmännern  stets  am  meisten  ansprach.  Allein  auch  der
Kaiser  erschien  hier  noch  einmal  nebst  der  Kaiserin,  um  mit  dem  Könige,  diesmal
  unter  dem  Schutze  des  Incognito  desto  unbehinderter  zusammenzutreffen.
Es  fanden  wirklich  lange  Unterredungen  statt,  ohne  daß  jedoch  irgend  eine  sichtbare
  Folge  diesem  persönlichen  politischen  Verkehre  hätte  zugeschrieben  werden
können.  Angeblich  wurde  eine  Wechselheirath  zwischen  zwei  Kindern  des  Königs
in  die  Familie  der  Schwester  der  Kaiserin  verabredet,  vielleicht  um  die  hannsvrische
  Verbindung  um  so  eher  zu  durchkreuzen.

Ehe  Friedrich  Wilhem  l.  aus  Prag  schied,  ward  er  sehr  angenehm  überrascht,
  indem  er  auf  seinem  Nachttische  eine  goldene  Tabatiere  nebst  goldenem
Pfeifenräumer  und  Pfeifenstopfer,  in  ersterer  aber  die  Eventualbelehnung  mit
Oftfriesland  vorfand.  Dieser  Umstand  gab  später  zu  einigen  verdrießlichen