Aum̃m̃er 13
Dienstag, 22. Februar 1916
gende und sinkende Nebelwollen von zunus
groher Ausdehnung sich um das Luftschiff legen)
wenn Überhaupt nebeliges Wetter herrscht,
so verschwindet das Fahrdeug tatsächiich pihtzlich
auf sast gccheimmisvol- Weise. Wer dies zu
beobachten E egenhelt hatte, der begreift leicht,
daß es den Wee und Engländern gidfach
unmöglich war, die Zeppeline zu sehen und zu
belämpfen, auch wenn sie nicht in so großer
Höhe, wie die Berichte sagten, geflogen sind,
Höhen, an deren Erreichung überhaupt scharf
zu zweifeln ist. Besonders interessant sind Nachtübungen.
Da arbeitet das Luftschiff, das meist,
wenn nicht Vollmond scheint, unsichtbar bleibt,
mit Scheinwerfern und Leuchtgasen, die gelpenstisch
die Dunkelheit minutenlang erhellen, in
verschiedenen Farben aufblitzen und eine ganze
Sprache zu reden scheinen.
Viel hört man von den geheimnisvollen neuen
Lufttorpedos, welche die Zeppeline schon seit
langer Zeit erproben. Beobachten läßt sich natürlich
nichts, aber hin und wieder entschlüpft
einem Eingeweihten eine Andeutung, die darauf
schließen läßt, daß es sich da um eine sehr
wichtige neue furchtbare Luftkriegswasse handelt.
Der neueste Zeppelin, der von unseren
Augen seinen Kobeslug absolvierte, trug die
Nummer I. 2 95. Es besteht aber noch eine
weitere Numerierung, die bloß I. ohne 2 trägt,
so daß also anzunehmen ist, daß die deutsche
Luftflotte, die Parsevaltypen nicht mitgerechnet,
weit über 1/#0 Einheiten *
vor — hat.
Das Gesecht an der Doggerbank.
WWTB. Berlin, 19. Febr. Die britische
Admiralität stellte durch das Reutersche Büro
in einer Veröffentlichung vom 18. Februar den
Verlust eines zweiten Kriegsschiffes bei dem
Gefecht in der Nacht zum 11. Februar auf der
Doggerkank in Abrede, indem sie die deutschen
Beichte als unwahr bezeichnet. Gegenüber
dietet“ amtlichen Auslassung wird festgestellt,
daß die Vernichtung eines zweiten Schiffes
außer der „Arabis“ auf Grund einwandfreier
Beobachtungen der deutschen Seestreitkräfte erwiesen
ist. Die amtliche Veröffentlichung vom
12. Februar über den Verlust eines zweiten
Schiffes besteht daher nach wie vor zu Recht.
Der Chef des Admiralstabes der Marine.
Die neuen deutschen Unterseeboote.
Nom, 20. Febr. Der „Secolo“ läßt sich aus
London Einzelheiten über die neuen deutschen
Monitor-Unterseeboote drahten. Danach wären
djese angeblich 5000 Tonnen groß und hätten
einen solchen Aktionsradius, daß sie zweimal
den Atlantischen Ozean überfahren könnten,
ohne ihre Betriebskraft zu erneuern. Die „Rivista
Maritima“ behauptet, sie sei auch über
die neuen deutschen unversenkbaren Ueber-Dreadnoughts
eingehend informiert. Diese neuen
Großlampfschiffe besähen drei übereinanderliegende
Hüllen, und es gebe kein Geschoß, das
bis in das Innerste des Schiffes zu dringen
vermöge. (3
Deutsche U. Boote im Schwarzen
Meerec.
Bukarest, 20. Febr. Deutsche Unterseeloote
entwickeln in der letzten Zeit wieder eine
energische Tätigkeit im Schwarzen Meere. In
Sulina lief die Nachricht ein, daß ein deutsches
Unterseeboot in der Nähe von Odessa ein gro-Hes
russisches Transportschiff mit WWaren von
bes russisches Transportschiff mit Waren von
senkt hat. rner torpedierte ein Unterseeboot
den russischen Dampfer sipasti der unter
griechischer Fagge führ
In den Kc#nlen.
Der Heldenkampf in Kamerun.
London, 20. Febr. (Reuter.) Die deutsche
Garnison in Mora (Nordkamerun) hat sich erheben.
Damit ist die Eroberung der Kolonie
vollendet.
Wolffs Telegraphisches Bureau bemerkt dazu:
Am 27. August 1914 hatten englische Truppen
die in Mora stehende dritte Kompanie des
Hauptmanns v. Naben angegriffen, waren jedoch
unter schweren Verlusten zurückgeschlagen
worden. Die Kompanie hatte sich darauf in
eine Bergstellung in der Nähe von Mora zurückgezogen,
in der sie von englischen und frankösischen
Truppen eingeschlossen wurde. Ein im
Dezember 1914 von Garua aus unternommener
Versuch, Hauptmann Raben zu entsetzen, mißlang.
Andererseits scheiterten auch Die vielen
seindlichen Versuche, die Stellung zu erstürmen,
an der Wachsamkeit und dem Heldenmut der
Besatzung. Anfangs September unternahmen
diese einen glücklichen Ausfall. Wie ein Kundschafter
berichtet, sollen in diesem Kampfe der
englische Befehlshaber und mehrere seiner Offi-Here
gesallen sein. Die letzten Nachrichten aus
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Mora trafen im Oktober 1915 in Jaunde ein
und zeugten von dem vortrefflichen Geiste, der
die Besatzung, Europäer wie Farbige, beseelte.
Die Nachricht von dem Fall von Garua, die
kurz zuvor nach Mora gelangte, vermochte nicht
den Mut der Verteidiger zu erschüttern und
hatte sie nur mit dem einmütigen Willen bestärkt,
auszuharren bis zum äußersten. Doch
ging aus den Berichten auch hervor, daß Mangel
an Munition drohte, und die Lebensmittel,
obwohl diese durch den glücklichen Ausfall der
Besatzung um 27 Rinder und Korn ergänzt
worden waren, nur noch für einige Monate
reichten. Das unentbehrliche Chinin und andere
wichtige Medikamente waren fast verbraucht;
der Gesundheitszustand der Besatzung
hatte sich verschlechtert; infolge der einförmigen
Kost wütete unter den Eingeborenen der Skorbut.
Noch weitere sechs Monate hielt dann die
heldenmütige Besatzung in dem ungleichen
Kampfe aus. Zu den mannigfachen Nöten wird
jetzt in der heißen Zeit auch noch Wassermangel
getreten sein. Da sind den kraftlosen Händen
die Waffen entglitten; die deutsche Flagge, die
so lange über die trotzigen Mora--Berge flatterte,
sank vom Maste. Der Mangel an Munition,
Lebensmittel und Wasser vermochte, was
der Uebermacht der Feinde in 112 jährigem
Ansturm nicht gelungen ist.
London, 20. Febr. (Reuter.) Das Pressebureau
teilt mit: Der Generalgouverneur von
nado-Po ersuchte den Befehlshaber von Kamerun,
General Dobell, für den früheren Gouverneur
von Kamerun, Ebermaier, ein Telegramm
nach Berlin senden zu lassen mit der Mitteilung,
daß Munitionsmangel ihn gezwungen
hat, zusammen mit all seinen Truppen und dem
Stabe spanisches Gebiet zu betreten. Spanien
beabsichtigt, die Truppen nach Fernando-Po
zu befördern. Die Verhandlungen über die Einzelheiten
hinsichtlich der Internierung sind im
nge
Die Kämpfe n Afrika.
London, 20. Februar. Reuter erfährt aus
Elsebeihsea (Kongo), daß nach einem Funkenbericht
ein Gefecht zwischen Belgiern und
dem Feinde in der Gegend des Kiwusees stattgefunden
hat. Beiderseits gab es schwere Verluste.
Das Gefecht dauert an. (Z.). Es muß
schon recht schlecht um die Belgier stehen, wenn
sie nicht gleich einen Sieg melden.
Italienunterenglil-französischer
Fuchte
Zürich, 20. Febr. reon besonderer Seite
wird den „Neuen Zürcher Nachrichten“ aus
Mittelitalien geschrieben: Es ilt bekamt, daß
in Italien die Zügel nicht mehr in den Händen
der Landesregierung liegen, sondern indirekt von
den englischen und französischen Ministern geführt
werden. England schwingt den Stab über
die italienische Einfuhr. Es braucht zum Beweis
dafür nicht erst das Geständnis Salandras
in der Rede vom 3. Februar in Genua: „Wenn
wir nicht den Fremden unterworfen wären, was
die Fracht und die nötigen Transporte für unsere
Industrien den Unterhalt des Landes und
unser ganzes Leben betrifft, so könnten wir uns
viel stärler gegen die Feinde fühlen, viel stärker
auch gegen die Alliierten.“ Ein noch besserer
Beweis ist die Tatsache, daß alle Zollbureaus
in Sizillen, Neapel, Genua usw. von englischen
Beamten überwacht werden. Vielleicht sind
dies „nebensächliche Klauseln“ eines englisch-italieniscen
Vertrages für die Kriegszeit als
Pfand für einige Milliarden. Aber Ztalien
fühlt diesen Druck so stark, doß selbst seine Verräter
sich darüber beklagen. Frankreich beherrscht
die immere Politik Italiens. Es ist bereits
kein Geheimnis mehr, daß ein vielgenannier
Diplomat in Rom GEeld völlig hinauswirst
für das Zustandekommen einer italienischen
Republik. Es ließen sich hiefür eine
Reihe Tatsachen aufführen, die im Quirinal und
auch anderswo bekannt sind. Ich halte mit ihnen
zunzeit noch zurück. (Z.)
Its
Griechenland.
Italiens Beteiligung am Balkanunternehmen.
Budapest, 20. Febr. „Politikai Hirado“
meldet aus Athen: 4000 italienische Gendarmeriesoldaten
sind in Korfu gelandet. Wie verlautet,
wird Italien auf Korfu und Saloniki
insgesomt 20 000 Mann landen. (3.)
Auf den griechischen Inseln.
Athen, 20. Febr. Das Reutersche Bureau
meldet amtlich: Eine Abteilung der Alliterten
besetzte die klleine Insel Othonoi bei Korfu.
Alhen, 20. Febr. (Reuter.) Die Alliierten
verhafteten die feindlichen Konsuln auf der Insel
Chios.
Konstantinopel, 20. Febr. Aus Athen
wird gemeldet: Die Verbündeten haben gemeinschafilicch
dem griechischen Ministerpräsidenten
angezeigt, daß die Insel Kreta als neuer Marineslütpunkt
für die englisch-französischen
Kriegsschiffe benützt werde. In der Suda-Bai
sowie in Kandia und Retimno sollen Truppen
gelandet werden. Skuludis erhob dagegen energisch
Einspruch. Die „Tribuna“ meldet aus
Athen, daß von den Verbündeten eine neue
Truppenlandung in der Bai von Motilene vorgenommen
wurde, und daß sie einen Angriff
gegen das kleinasiatische Festland planen. (3.)
Not und Erbitterung in Griechenland.
Sosia, 20. Febr. Eine glaubwürdige Persönlichkeit,
die aus Athen hier eingetroffen ist,
berichtet über die Lage Griechenlands: Die
Verhältnisse werden täglich kritischer, in vielen
Bezirlen gibt es überhaupt keine Lebensmittel
mehr. Die verzweifelte Bevölkerung sammelt
sich vor den Präfekturen an und fordert Maß.
regeln gegen die unhaltbaren Zustände. Be
sonders groß ist das Elend und die Erbitterung
in den Ortschaften östlich von Salonili,
die dulch die Engländer und Franzosen von
jeder Lebensmittelzufuhr abgeschnitten sind. In
Athen herrscht große Teuerung. Der alte Haß
gegen Bulgarien hörte auf. Die Verbündeten
benehmen sich so, als ob sie ganz Griechenland
ols Operationsbasis betrachteten. Die englischen
und französischen Geheimpolizisten haben offene
Bureaus, auch die russische Geheimpolizei hat
sich in Athen häuslich eingerichtet. In der griechischen
Kammer protestierte der Deputierte von
Korfu, Sotaclis, leidenschaftlich gegen eine Landung
italienischer Truppen auf Korfu. Daobei
gebrauchte er so scharfe Worte gegen Italien,
daß der Präsident ihn wiederholt unterbrechen
mußte. Das ganze Parlament stand unter dem
Eindruck der Rede. Skuludis erwiderte dem
Deputierten, die griechische Regierung habe bereits
Italien kategorisch erklärt, keine ktalienische
Truppenlandung mehr in Korfu zulassen zu
wollen. (3.)
Die bewersichen Berkuu#en.
Verlustliste Nr. 251.
(Schluß.)
Reseroe-Infanterie--Regiment Nr. 3: Mayer
Franz Laver, Uebersee, durch Unfall schw. verwundet.
Gefreiter Michael Haas, Hügelshar:,
schwer verwundet. Stolz Anton, Thaining, schw.
verwundet. Riegg Euftachius, Peiting, schwer
verwundet.
Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 16: Bartl
Joseph, Ptaffenhofen, gefallen. Kari Leonhard,
Bachenhausen, schwer verwundet. Widmann I.,
Hattenhofen, schwer verwundel. Kastl Franz
Taver, Kolbermoor, schwer verwundet. Ammersberger
Joseph, Wald a. Alz, leicht verwundet.
Bauer Peter, Angerskirchen, gesallen. Rothbcher
Balthasar, Almertsham, leicht verwundet.
Unteroffizier Nikolaus Geiger, Roth, gefallen.
Menhoser Joseph, Heufeld, gefallen. Luidl Joseph,
St. Quirin, leicht verwundet. Vollmuth
Andreas, Laufen, schwer verwundet.
Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 17: Hafer
Matthäus, Gallersöd, gefallen. Richter Johann,
Traunstein, gefallen. Kappelsberger M.,
Aßling, leicht verwundet. Wimmer Joseph, Dorfen,
leicht verwundet. Lidl Adalbert, Sauerlach,
schwer verwundet. Hansbacher Aaver, Reit in
Winkl, gesallen.
Reserve= Infanteric-Regiment Nr. 18: Obermeier
Andreas, Forstinning, leicht verwundet.
Müllritter Joseph, Peterskirchen, schwer verwundet.
Maier Joham, Mintraching, leich:
verwundet. Zehetmair Quirin, Bad Aibling,
gefallen. Sedlmaier Anton, Goldach, leicht verwundet.
Sperger Johann, Wildenberg, schm.
verwundet. Buchholz Konrad, Kolbermoor.
schwer verwundet. Obermeier Georg, Breit
brunn, leicht verwundet. Baudrerl Ferdinand,
Wessobrunn, leicht verwundet.
Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 20: Georg
Neukäufer, Gachenbach, schwer verwundet.
Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 21: Martl
Jakob, Rohrdach, leicht verwundet.
Reserve- Infanterie- Regimem Nr. 23: Augustin
Martin, Linden, schwer verwundet.
Reserve-Jäger-Bataillon Nr. 1: Gefreiler
Ulrich Schiffmann, Starnberg, gefallen. Voilswinkler
Markus, Holzhausen, leicht verwundet.
Landwehr-Infanterieregiment Nr. 1: Ignaz
Krendlinger, Palling, schwer verwundet. Buchreiter
Johann, Fridolfing, leicht verwundet, bei
der Truppe.
Landwehr-Infanterieregiment Nr. 3: Straßer
Georg, Polling, durch Unfall schwer verlegzt.
Brigade-Ersatz-Bataillon Nr. 2: Buchmann
Alois, Kolbermoor, schwer verwundet.
Landsturm-Jnfanterie Bataillon München 1:
Aukirchner Sebastian, Rosenheim, infolge Krank.
heit gesiorben 1. 2. 16.
Landsturm-Insanterie--Bataillon München 3:
Gefreiter Andreas Hapieler. Schwaden, infolge
Krankheit gestorben 30. 7.
Landfturm-Infamecrie= - Passau 3
Sergeant Simon Staudacher, Bad Aibling, 1
verwundet.
1. Feld-Artillerie-Regiment München. Gefr
Joseph Scherer, Steinkirchen, leicht verwundet.
Wilhelm, Bernried, leicht verwundet.
4. Feld-Artillerie-Regiment Augsburg# Held
Heinrich, Aigen, schwer verwundet.
1. Pionier-Bataillon München: Wem-“ J%
Lochham, gefallen. Eicher Franz. Erharting, 1
verwundet. Gefreiter Hermann Gerum, Diessen.
schwer verwundet. Haa#Johann, Inzell. gefallen.
Mayr Zoltrh Eberfins, schwer verwunten
gestorben 30. 1. 1
1. Pionier-Ersatz- npaanie (3. Pionierbataillon):
Weißgerber Rudolf, Palling, gesallen.
Armierungs-Bataillon Nr. 5: Simeth Joh.,
Obslaufen, gestorben 3. 1. 16.
Weitere Verluste.
Gebel Kastullus, Landsturmmann, Wartenberg,
gefallen.
Gschoßmann Mich., Chev., Wagenried, durch
Unfall schwer verletzt, gestorben 15. 9. 15.