Metadaten : Rosenheimer Anzeiger. 62. Jahrngang (62)

 

ee.  –
Verkehr  außerordentlich  rasch  abwickell.  Die
Burter  wird  grundsätzlich  nur  in  ½-Pfund-Stucken
  abgegeben.  Die  Ware  wird  vor  der
Abgabe  gewogen  und  hergerichtet.  Das  ½
Pfund  Butter  kostet  1  Mark,  es  wird  also  auch
mit  dem  Herausgeben  nicht  viel  Zeit  vergeudek.
Nach  Annahme  der  Händler  wickelt  sich  das
ganze  Geschäft  in  etwa  112  Stunden  ab.  Schließlich
  muß  auch  vom  Publikum  erwartet  werden,
daß  es  durch  Ruhe  und  taktvolles  Verhalten
dem  Berkäufer  die  Abgabe  erleichtert  und  namnientlich
  Belästigungen  und  Beleidigungen  vermeidet.
  Die  Verkäuser  sind  perpflichtet,  bei
Belästigung  und  Beleidigung  namentlich  von
Anstehenden  dem  Täter  rücksichtslos  die  Butlerabgabe
  zu  verweigern.

kotalunculck
Rosenheim,  2.  Oit.

Auf  dem  Felde  der  Ehre  gesallen:
Joseph  Erber,  Säger  aus  Rosenheim.  Soldat  im
1.  Res.  Jäger  Bat.;  Paul  Gabriel,  Annerl
sohn  aus  Gschwendt  bei  Bernau,  Soldat  im  3.
Inf.  Reg.

Das  König.  Ludwig.  Kreuz  wurde  ver
lieben  dem  siellv.  Laz.,  Inspektor  Wilhelm  Kolb
der  Sanierungsanstalt  Rosenheim,  serner  im
Bereiche  des  bayr.  Landeskomitees  für  freiw.
Krankenpflege  im  Kriege  dem  appr.  Bader
Simon  Loserer  in  Rosenheim,  Bezirks-Oberlehrer
  Max  Lorenz  in  Bad  AMibling,  Bürgermeister
  Silvester  Mertl  in  Großlarolinenjeld,
Gastwirt  Pbilipp  Rohleder  in  Bad  Aibling,
Steuerverwalter  Anton  Stoppel  in  Prien,  oer
Hauptlehrersgattin  Anna  Angerer  in  Frasdorf,
Amtsgerichtsralsgattin  Karoline  Aurbach  in
Bad  Aibling,  Bezirksarztsgattin  Walli  Krebs
in  Bad  Aibling,  Amtsgerichtsratsgattin  Anna
Kreiner  in  Prien,  Hauptlehrerstochter  Marie
Lanzhammer  in  Oderaudorf,  Privatiere  Anna
Pfaffinger  in  Aschau,  Regierungsratsgattin
Marie  Popp  in  Bad  Aibling,  Arztstochter  Klothilde
  Rilter  in  Oberaudorf,  Professorstochter
Barbara  Wimmer  in  Oberaudorf.

Obetbayer.  Schuldienst.  Neu  ernannt
wurden  der  Kandidat  des  Volksschuldienstes  H.
Wolfs  von  Kolbermoor,  BA.  Aibling,  zurzeit
im  Hcere,  ab  1.  August  zum  Hilfslehrer  m  Emmering,
  BA.  Ebersberg,  die  Kandidatin  des
Volksschuldienstes  Katharina  Seitel  ab  1.  Sept.
zur  Hilfelehrerin  in  Eisenärzt,  BA.  Traunstein.

Ein  hochgeschätzter  Lehrer  der  Kgl.
Realschule,  Herr  Professor  Georg  Ehrenwirth,
  hat  am  Sonntag  unsere  Stadt  verlassen,
  um  seinen  neuen  lehramtlichen  Posten  an
der  K.  Realschule  in  Landshut  anzutreten.  Fast
17  Jahre  hal  Herr  Prosessor  Ehrenwirth  als
Religionslehrer  an  der  hiesigen  K.  Realschule
mit  geradezu  vorbildlicher  Gewissenhaftigkeit  u.
Hingebung  gewirkt.  Auch  für  seine  langjährige
Tätigleit  als  Religionslehrer  der  hiesigen  Fortbildungsschule
  und  namentlich  als  Ofsfiziator  dieser
  Anstalt  hat  er  sich  unvergänglichen  Dank
auch  weiterer  Kreise  der  Einwohnerschaft  Rosenheims
  in  reichem  Maße  verdient.  Wir  dürsen
  hoffen,  daß  die  überaus  ersprießliche  Tätigleit
  Ehrenwirths  in  den  jungen  Herzen  nachwirkt
  und  reiche  Früchte  trägt.  Nie  vergessen
und  schwer  vermissen  werden  wir  auch  die  meisterhaften
  Leistungen  Ehrenwirths  als  Dirigert
des  Chorgesanges  an  der  Realschule  Rosenheim.
In  dankbarer  Würdigung  seiner  großen  PVerdienste
  senden  wir  Herrn  Professor  Ehrenwitth
die  wärmsten  Segenswünsche  für  seinen  neuen
Wirkungzkreis.

Wieder  genesen  von  schwerer
Krankheit  ist  ein  allbeliebter  Arzt  unserer
Stadt.  Während  langen  Wochen  war  Herr  Dr.
Anton  Lechleuthner  an  das  Krankenbett  ge
sesselt,  lange  Zeit  weilte  er  in  München  in  Spezialbehandlung,
  um  Heilung  von  seinem  schweren
  Deiden  zu  suchen.  Gar  oft  trasen  in  dieser
Zeit  Nochrichten  ein,  welche  Schlimmes  für
sein  Leben  befürchten  ließen.  Wir  freuen  uns
daher  umsomehr,  ihn  heute  wieder  als  genesen
in  unierer  Mitte  begrüßen  zu  können.  Dieser
Freude  werden  sicherlich  auch  die  vielen  in  Rosenheim
  und  Umgebung  Ausdruck  verleihen,  denen
  Herr  Dr.  A.  Lechleuthner  in  den  langen
Jahren  ärztlicher  Berater  und  Helfer  war.  Nach
einem  langeren  Erholungsaufenthalt  am  Tegernlee
  hat  seine  Gesundung  erfreulicherweise  jo
große  Jortschritte  gemacht,  daß  Herr  Dr.  A.
Techleuthner  seine  Praxis  setzt  wieder  aufnehmen
lann.  Daß  diese  Gesundung  von  Dauer  sein
möge.  ist  sicherlich  der  Wunsch  aller.

Dienstjubiläum.  Herr  Natsbote  Karl
Nußramer  konnte  am  1.  Oktober  auf  eine  257
jahrige  Tätigkeit  im  Dienste  der  Stadt  Rosenheim
  zurückblicken.  Seinen  Dienst  begann  er  als
Schutmann  und  Polizeslergeenl.  Als  dann  zum
1.  April  1897  die  Ratsbotenstelle  neu  errichr
tet  wurde,  wurde  sie  Herrn  Nußrainer  übertragen.
  Im  kommenden  Hria  sind  also  bereits
  20  Jahre  verstrichen,  seitdem  Herr  Nußrainer
  diesen  Posten  bekleidet.  In  all  diesen
Jahren  zelchnete  er  sich  durch  treue  Pflichtersüllung
  und  äußerste  Gewissenhaftigleit  aus,
die  ihm  die  Anerkemmung  seiner  Vorgesetzten
und  aller,  mit  denen  er  dienstlich  in  Verkehr
kom,  sicherten.  Herr  Nuhrainer  erfreut  sich  allgemeiner
  Beliebtheit.  Das  äußert  sich  auch  in

der  Tatsache,  daß  er  bereits  seit  dem  Jahre
1910  als  Vorsstzender  an  der  Spitze  des
Kamupsgenossen=  und  Veteranenverel#  steht.
In  diesem  großen  Aerein  hat  er  stels  den  militärischen
  Geist  zu  sördern  und  wahre  Kameradschaftlichkeit
  zu  üben  und  hochzuhalten  verstanden.
  Mit  besonderer  Begeilslerung  widmete  er
sich  seit  Kriegebeginn  der  militärischen  Jugenderziehung;
  die  militärische  Einübung  der  Jugend
  des  kath.  Gesellen=  und  Vehrlingsvereins
ist  sein  Werk.  Daß  er  erspriepliche  Arbeit  leitsiete,
  bezeugt  die  Verleihung  des  König-Ludwig-Kreuzes,
  mit  dem  er  jüngst  ausgezeichnet
wurde.  Herr  Nußrainer  ist  jetzt  51  Jahre  alt.
Einer  seiner  Söhne  steht  im  Felde  als  tapferer
Mitkämpser.  Wir  beglückwünschen  ihn  zu  seinem
Jubeltage  und  hegen  die  Hoffnung,  daß  er  sein
Amt  noch  lange  wird  versehen  lönnen.  Zum
Jubeltag  bereiteten  ihm  seine  Kollegen  und
Freunde  des  Stadtmagistrats  in  der  Weinwirt
schaft  Wendl  am  30.  Sext.  eine  kleine  Feier,  someit
  der  Ernst  der  Zeit  sie  zuließ.  Der  Dienstalteste.
  Herr  Rathausverwalter  Franz  Winter,
gedachte  des  Jubellages  seines  Kollegen  in  ehrenden
  Worten,  die  besonders  seiner  Leislungen
im  Dienste  der  Stadtgemeinde  und  die  segensreiche
  Arbeit  auf  militärischem  Gebiete  hervorhoben.
  Als  Angebinde  überreichte  Herr  Winter
dem  Jubilar  einen  prächtigen  Krug  mit  eingravierter
  Widmung.  Herr  Nußrainer  dankie
in  bewegten  Worten  für  die  ihn  ehrende  Feier.

Schweren  Mißbräuchen  mit  Landesbrotmarken
  ist  der  Magistrat  auf  die-Spur
  gekommen.  In  einem  Falle  mußte  die
Zumeisung  von  Mehl  an  eie  Bäckerei  gesperrt
werden;  gleichzeitig  wurde  Strafanzeige  bei  der
Staatsanwaltschaft  erstatiet.  Näheres  ist  in
dem  Bericht  über  die  letzte  Magistratssitzung
zu  lesen,  den  wir  an  anderer  Stelle  dieser
Nummer  veröffentlichen.

Der  Marine  Tag  nahm  in  Rosenheim
einen  schönen  würdigen  Verlauf.  Der  Konzert.
abend  am  Samstag  erfreute  sich  bei  sehr  guten
Darbietungen  eines  ftarlen  Besuches.  Die
Haus-  und  Fkrapensamonlung  hatte  ein  Ergebnie
  von  2.108  Mark,  eine  Summe,  welche  der
Opferwilligkeit  unserer  Einwohnerschaft  abermals
  ein  schönes  Zeugnis  ausstellt.  Das  Erträgnis
  des  Konzertabends  ist  in  diesen  Betrag
nicht  eingerechnet.  Auch  nachträglich  sind  noch
Spenden  für  den  Marinc.  Opfertag  bei  uns  ein.
gelaufen,  so  von  M.  F.  5  Mark  und  von  den
Angestellten  und  Kindern  des  Gutes  Innleiten
33.58  Mark.  Da  es  nicht  möglich  war,  den
ganzen  Bericht  über  die  Veranstaltung  in  der
heutigen  Nummer  noch  unterzubringen,  wußten
wit  einen  Tcil  für  morgen  zurückstellen.  ·

 

Lamon-lex
Shuugdustadtmagksttafessofenheim
22.  September  1916.

Der  gelegentlich  des  Augustmarktes  abgehaltene
  Glückshafen  schließt  bei  811,43  Mark  Einnahmen
  und  384,30  Mark  Ausgaben  mit  einem
Aktiorest  von  426,63  Mark  ab,  der  der  Angehörigenfürsorge
  zugewendet  wird.

In  der  Rechnung  der  städt.  Schlachthöfe  mit
Industriebahn  für  das  Jahr  191  stehen  Mk.
58.756,76  Einnahmen  und  Mk.  66.458,97  Ausgaben,
  sodaß  sich  ein  Passivrest  von  7.702,21
Mark  ergiebt.  Das  Reinvermögen  stellt  sich
auf  110.316,94  Mark.  Der  Schlachthof.  Reservesonds
  schließt  für  1914  in  Einnahmen  und  Ausgaben
  mit  188,64  Mark  ab;  er  hat  ein  Reinvermögen
  von  2.286,78  Mark.

Auf  die  Bekanntgabe  der  Mitteilung  der
Bauer.  Lebenemittelstelte,  wonach  demnächst
größere  Mengen  Maisgries  zur  Verteilung  gebracht
  werden  können,  beschließt  der  Magistrat
10  Waggon  davon  zu  bestellen.  Der  Stadtmagistrat
  stimmte  auch  der  Bestellung  pon
500  Kisten  Magermilch  zu.

AuhPßerdem  wird  einstimmig  beschlossen,  dem
Herrn  Pfarrer  Dürnegger  in  Töwang,  dem
Herrn  Bürgermeister  von  Eßbaum  und  dem
Herrn  Gemeindebevollmächtigten  Schmidt  für
ihre  Bemühungen  um  die  Beschaffung  von
Milch  aus  den  Gemeinden  des  Samerbergs  den
verbinolichsten  Dank  des  Stadtmagistrats  auszusprechen.
  Gleicher  Dank  soll  dem  Herrn  Le.
derermeister  Stechl  für  die  unentgeltliche  Ueberlassung
  seines  Ladens  als  Verkaufsstelle  des
Kommunalverbands,  sowie  Herrn  Gemeindebe.
vollmächtigten  Schmidt  für  die  Leitung  des
Verkaufsgeschäfts  erstattet  werden.

Dem  Maschinenfabrikanten  Martin  Beilhack
bier,  wird  für  seine  Person  und  seine  Besitzund
  Rechtsnachfolger  die  Genehmigung  erteilt,
auf  der  im  Eigentum  der  Stadtgemeinde  Rosenheim
  befindlichen  Mühlbachstrecke  nach  Maßgabe
  des  von  ihm  eingereichten  Planes  einen
Fabrikerweiterungsanbau  zu  errichten.

Konzession  wurde  erteilt  dem  Gastwirt  Josef
Huber,  zum  Betriebe  der  Gastwirtschaft  zum
Aman  in  der  Kaiserstraße  und  dem  Gastwirt
Fritz  Wiedenbauer  zum  Betriebe  der  Wirtschaft
zum  Milchhäusl  in  der  Kastenau.

Es  dient  zur  Kenntnis,  daß  in  der  Zeit  vom
1.  bis  20.  September  164788  Landesbrotmarken
von  den  Bäckern  bei  der  Mehlverteilungsttelle
eingeliefert  wurden.  Diese  Massenanlieferung
läßt  erkennen,  daß  mit  Landesbrotmarken

 

offensichtlich  Mihbräuche  getrieben  werden  und

doß  eine  gröhere  Anzahl  von  Bäckern  zum

Schaden  der  Rosenheimer  Bevölkerung  sich  nicht
an  oie  Vorschriften  hält  und  namentlich  Weißbrot
  vergeudet.  Es  wird  darum  angeordnet,
daß  im  Ladengeschäft  auf  Landesbrotmarken
weder  Mehl  noch  Weißbrot  abgegeben  werden
darf.  Ferner  dient  der  Bericht  der  släotischen
Melllverteilungsstelle  zur  Kenntnis,  wonach  der
Bäckermeister  Schierghofer  in  der  Zeit  vom  10.
bis  20.  September  8  Pakete  Brotmarken  mit
einem  angeblichen  Inhalt  von  28000  Stück
Landesbrotmarken  abgegeben  hat,  bei  deren
Oeffnung  sich  ergab,  dah  in  jedem  Palet  statt
3500  bloß  7.  300  Brotmarlen  enthalten  waren.
Dadurch  hat  Schierghofer  widerrechtlich  zu
erreichen  versucht  und  erreicht,  daß  er  für  etwa
20  000  Landesbrolmarken  mehr  Mehl  angewiesen
  erhielt,  als  er  nach  den  bestehenden  Vorschriften
  zu  beanspruchen  hat.  Der  Magistrat
beschloß  daher:  1.  Es  darf  an  Schierghofer  wegen
Unzuverlässigleit  bie  auf  Weiteres  überhaupt
lein  Mehl  angewiesen  werden.  2.  Diese  Anordnung
  ist  öfsemlich  belanntzugeben.  3.  Gegen
Schiergboser  ist  bei  der  Staatsanwaltschaft
Strafanzeige  wegen  Betrugs  bezw.  Vergchens
gegen  die  Vorschriften  über  Brotgetreide  und
Mehl  zu  erstatten.

 

Der  Marsne-Tag  in  Nosenheim.
Rosenheim,  2.  Oktbr.
Der  Krieg  hat  uns  das  Opfern  schon  zur  zweiten
  Natur  gemacht.  Immer  wieder  kommen
Tage  und  Wochen,  in  denen  Oufer  von  uns
verlangt  und  gebracht  werden.  Wir  geben  immer
  gern,  weil  wir  wissen,  was  auf  dem  Spiele
sieht  und  wie  viel  größer  die  Opfer  find,  die
unsere  Feldgrauen  dauseen  nun  schon  seit  mehr
wie  zwei  Jahren  zu  ertragen  haben,  um  uns
zu  Hause  zu  schützen.  Deshalb  hat  das  beutt

sche  Voll  für  viele  gule  Zuece  schon  sein
Scherflein  gegeben.  Wenig  noch  wurde  aber

unserer  Marine  gedacht,  die  nicht  minder  wie  das
Landheer  Deutschlands  Kraft  und  Todesmut
vor  aller  Welt  bekundet.  Deshalb  entsprach
der  Gedanle,  in  einem  grohen  Liebeswerk  sich
der  Waderen  der  Marine  anzunehmen,  sichen
lich  dem  Empfinden  des  ganzen  Volkes.  Sollte
doch  das  Opsern  diesmal  den  waderen  Blaujacken
  gelten,  die  ein  Schrecken  der  Engländer
wurden,  seitdem  ihnen  die  Niederlage  am  Skagerrak
  in  alle  Glieder  gefahren  ist.

Rosenheim  wollte  an  diesem  Opfertag  nicht
zurüdbleiben.  Er  wurde  von  den  Herren  des
Flottenvereins  hier  vorzüglich  vorbereilet,  die
durch  einen  Konzertabend  am  Samstag  eine
würdige  Einleitung  dazu  zu  schaffen  wußten.
Aus  allen  Kreisen  der  Bevölkerung  war  man
gekommen.  um  den  Saal  im  „Deutschen  Kaiser“
  zu  füllen,  der  durch  Flaggenqgala  und
Blumen=  und  Pflanzenschmuck  festlich  geziert
war.  Herr  Dr.  Rothdauscher,  der  an  der  Spitze
des  Flottenvereins  hier  steht,  eröffnete  den
Abend  mit  einer  wirkungsvollen  Begrükungsansprache,
  in  der  er  der  herrlicken  Taten  unserer
  Flotte  gedachte  und  den  Zweck  des  Tages
  darlegte.  Seine  begeisternden  Worte  schufen
  einen  guten  Grundton  für  den  Abend.

am  begann  unsere  Militärkapelle  unter
Herrn  Kapellmeister  Bertrams  ihre  Darbielungen,
  die  dem  valterländischen  Charakter  der
Veranstaltung  Rechnung  teugen  und  glänzende
Perlen  aus  unserer  Kon:ertmusik  brachten.  Wir
erinnern  nur  an  die  Phantasie  „Edelweiß  vom
Seinmering“.  in  der  sich  Herr  Pröll  von  neuem
als  „Trompeter  von  Rosenheim“  bewährte,  wie
ihn  Kufslein  beim  rorigen  Konzert  der  Kapelle
dort  nannte;  wir  erwähnen  auch  das  Marine-Tongemälde
  von  Thiele  und  das  vaterländische
  Potpourri  „Wir  müssen  siegen“  von  Urbach.
  Die  Kapelle  leistete  in  all  diesen  Nummern
  ihr  Bestes  und  fand  in  lautem  Beifall
reichlich  Anerkennung.  Gute  Stimmung  löste
auch  ein  Prolog  aus,  der,  in  heimischer  Mundart
  versaßt,  Herrn  Oberbaurat  Vogel  zum  Verfasser
  hat  und  durch  Frl.  Gleißner  eine  pakkende
  Vermittlung  fand.  Die  Begeisterung  für
das  große  Werk,  um  das  jetzt  gerungen  wird,
wurde  noch  gehoben  durch  die  zündenden  Worte,
  mit  denen  Herr  K.  Oberregierungsrat  Koch
auf  den  großen  Sieg  hinweisen  konnte,  den  deut
sche,  vorab  bayerische  und  österreichisch-ungan
rische  Truppen  über  die  Rumänen  bei  Hermannstadt
  errungen  haben.

Den  zweiten  Teil  des  Abends  bestrit  in  der
Hauptsache  Herr  Michl  Kämpfel,  der  für  seine
Darbietungen  diesmal  besonders  gut  bei
Laune  war.  Sein  „Chor  der  Frauen  am  Marktplatz"
  („Wander,  ach  Wander"),  Pin  „Jeremias
  Jammermcier  im  Krieg  oder  Der  Kriegspessimist“,
  sein  „Kriegswinter  1916-17“  und
„Der  Kare  als  Diplomat“  werden  so  schnell
nicht  vergessen  werden,  aug  nicht  die  Ehewerbung
  am  Schlusse  seiner  „Kriegsgstanzl“.  Herr
Kämpfel  hatte  damit  die  beifallsfreudige  Versammlung
  ganz  auf  seiner  Seite.  Endlich  bot
er  noch  bessichene  riegelieder,  und  freudig
stimmte  man  ein,  als  um  11,55  Uhr  sein  Wied
„Die  deutsche  Sommerzeit“  gesungen  wurde.

 

Seibstverständlich  wurde  auch,  der  eigentliche

ienasrag,  o.  Oroper  JAw##

Jweck  des  Abends  nicht  vergessen.  Jungmödchen
stellten  sich  in  den  Dienst  der  Sache  Uno  vertauften
  eifrig  Gedenkzeichen  und  Postkarten,
welche  der  Kasse  einen  hübschen  Ertr  zuführten.
  Der  ganze  Abend.  für  den  4  ert
Bach  gut  gesorgt  hatte,  hinterließ  den  schönsten

  Eindruck.  Der  Flottenverein  haf  rect  getan,
den  Komerlabend  als  Einleitung  des  Opfen
tages  zu  veranstalten.  "

(Schluh  folgt.)

Der  Weletrieg.
#  ##esafs.

WIB.  Großes  Hauptquartiet,  den
2.  Oltober,  vormittags.  Amtlich.

WMestlicher  Kriegsschanplag.
Front  des  Generalfeldmarschalls
Kronprinzen  Rupprecht  v.  Vayern.

Auf  dem  Schlachtseld  nördlich  der  Somme
wieder  ein  Großkampftag!

Auj  über  20  km  breiter  Front  zwischen  Thiepval
  und  Rancomt  brachen  die  Engländer  und
Franzosen  nach  äußerster  Sieigerung  ihres  Vorlereitungeeuers
  zum  Angriss  vor.  Vorstürmend
erfuhren  sie  bereits  durch  unser  gut  geleitete  Artillerie
  blutige  Abweisung.  Einzelne  Abteilungen
  unterlagen  in  erbitlertem  Nahlampfe  unserer
  unerschütierlichen  Infanterie.

Hart  nördlich  der  Somme  wurde  ein  franz.
Te#enzen  abdgeschlagen.  Die  Schlacht  dauerie
die  Nacht  hindurch  sort  und  ist  noch  in  vollem
Gange.  Südlich  der  Somme  teilweise  lebhafter
Artillerielampf.

Front  des  deutschen  Kronprinzen.
Rördlich  von  Le  Mesnil  (Champagne)  brachte
eine  deutsche  Erkundungsabteilung  auf  einer
gut  gelungenen  Unternehmung  einen  Offtzier
und  38  Mann  gefangen  ein.  ·
Militärische  Anlagen  von  Calais  wurden  von
einem  unserer  Luftschiffe  angegriffen.

Oestlicher  Krieg-scanxlan.
Heeresfront  des  Generalfeldmar- 



schalls  Prinzen  Leopold  o.  Bayern.

Westlich  von  Luck  nimmt  die  Feuertätigleit
siändig  zu.  Anläufe  zu  feindlichen  Angin
erstidten  in  unserem  Sperrfeuer.  Auch  die  Ver  ·

suche  der  russischen  Artillerie,  die  Infanterie

durch  ihr  auf  die  eigenen  Schützengräben  gerlchtetes
  Fener  vorzutreiden,  änderte  hieran  nichte  –1
Bei  Woynin  entspannen  sich  kurze  Nahlämpfe

Der  von  Generalleutnant  Melior  geführte
löernenkag  führte  zur  Wiedereroberung  der  von
den  Russen  am  30.  September  genommenen
Stellung  nördlich  der  Graberka.  Der  Feind
ließ  über  1.500  Gefangene  in  unserer  Hand.
Seine  Versuche,  uns  wieder  zurückzuwerfen,  sind
ebenso  wie  seine  erneuten  Angriffe  beiderseits
der  Bahn  Brody  Lemberg  gescheitert,  wobei  über
200  Gefangene  eingebracht  wurden.

Kront  des  Generals  dar  Kavallerio?
Erazberaog  Karl.
Der  Kampf  östlich  der  Zlota-Lipa  um  ein,
zelne,  von  den  Russen  genommene  Stellungen
nimmt  seinen  Fortgang.

Kriegsschauplatz  in  Siebenbürgen.

Beiderseits  des  Or.  Kolel  haben  die  Rumäanen
  Gelä##b#  gewonnen.  Bei  und  nördlich
von  Orsova  hatten  Angriffe  unserer  Verbündelen
  Erfolp.  Im  Hößinger-(Haszeger-)  Gebirge
wurden  seindliche  Angriffe  beiderseits  des
Strell.  (Strigy.)  Tales  abgeschlagen.  Die  Oboroka.
  Höhen  wurden  von  österreich-ungarischen
Truppen  genommen.

Balkankriegsschauplatz.
Heeresgruppe  des  General-Feldmarschalls
  v.  Mackensen.

Südlich  von  Bukarest  haben  feindliche  Truppen
  auf  dem  rechten  Donau-Ufer  Fuß  gefaßt.
Süowestlich  von  Tobraisar  wurden  Ingriffe  des
Gegners  abgewiesen.

.  Mazedonische  Front.

Der  heftige  Kampf  am  Kaimakala#n  dauert
an.  Nordwestlich  des  Tahino.-  Sees  werden  auf
das  öflliche  Struma-Ufer  vorgedrungene  englische
  Abteilungen  angegriffen.

Der  erste  Genetalquartiermeilster:
Lubendorff.
Its
Die  Versprechungen  an  Rumänien.

Genf,  2.  Okt.  Im  „Journal  de  Geneve“
enthüllt  der  Bukarester  Deputierte  und  Universitätsprofessor
  Basilesci,  daß  Rumänien  nur
nach  Erfüllung  von  nachstehenden  Bedingungen
eingewilligt  habe,  der  Entente  beizutreten:  1.
Mußten  die  Alli#erten  den  Rumänen  garantieren,
  daß  ihr  Territorium  unangetastet  bleibe  u.
daß  sie  alle  Neuerwerbungen  behalten  dürften.

 

2.  Daß  die  Entente  mit  nollen  Kräften  den

—