2 Einleitung.
darauf das Amt des deutschen Gesandten in Bukarest; 1894 wurde er
Botschafter am italienischen Königshofe. Hatte er schon in Bukarest sich
wohl gefühlt, aus Rom fortzugehen ist ihm viel schwerer geworden, nicht
nur weil seine Gemahlin einem vornehmen italienischen Geschlechte ent—
stammt, sondern weil der klassische Boden den fein- und kunstsinnigen
Mann besonders heimisch aumutete.
Kaiser Wilhelm hegte schon weitergehende Pläne, als er im Inni
1897 den deutschen Botschafter von Bülow zu sich nach Kiel berief
und ihn vorläufig mit der Vertretung des beurlaubten Staatssekretärs
von Marschall betraute. Ehe Herr von Bülow seine Tätigkeit als Stellvertreter
des Staatssekretärs antrat, war er am 28. Juni 1897 in
Begleitung des Fürsten von Hohenlohe in Friedrichsruh zum Besuche
des Fürsten Bismarck. Am 20. Oktober folgte die definitive Ernennung
zum Staatssekretär des Auswärtigen und drei Jahre später, am
17. Oktober 1900, als der dritte Kanzler Fürst Chlodwig zu Hohenlohe-Schillingsfürst
hochbetagt vom Dienste zurücktrat, die Berufung des
Staatssekretärs von Bülow, der im Jahre 1899 vom Kaiser in den
Grafenstand erhoben wurde, in das Amt des Reichskanzlers.
Der reiche Inhalt des mehr als fünfjährigen Zeitraumes von
Ende 1897 bis ins Frühjahr 1903 ergibt sich ans den nachfolgenden
Blättern.
Der Herausgeber.